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Deutsche Meisterschaften im Straßenradsport in Chemnitz

Veranstaltungssicherheit im Fokus

Chemnitz war vom 23.06. bis zum 25.06.2017 Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport. In fünf Disziplinen fanden die verschiedenen Titelkämpfe statt, die Rennstrecken führten hierbei zum Teil durch die Stadt Chemnitz und durch das nahe Umland. Insgesamt nahmen ca. 300 Radsportler sowie über 25.000  Besucher an der Veranstaltung teil.

Neben all dem sportlichen Eifer und Spaß stand natürlich die Sicherheit der Veranstaltung an erster Stelle. Die Herausforderung der Veranstalter und Betreiber bestand vor allem darin, die Sicherheits- und Gefährdungsaspekte dieser Veranstaltung zu bewerten, die sich aufgrund ihres sportartspezifischen Charakters nicht auf einen räumlich begrenzten oder geschützten Raum einschränken ließ.

Um die Sicherheit aller beteiligten Personen dennoch bestmöglich gewährleisten zu können, erhielt die Technische Unternehmensberatung Jastrob (www.jastrob.de) im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes für die Durchführung der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017.

Das fundierte Sicherheitskonzept – Grundlage eines sicheren Events

Herzstück der Veranstaltung waren die Hartmannstraße sowie der Richard-Hartmann-Platz im Stadtzentrum. Der dort befindliche Start-/Zielbereich sowie das Fahrerlager und die dort vorhandene technische Infrastruktur standen daher im Fokus der Betrachtungen des Sicherheitskonzeptes. Darüber hinaus wurden ausgewählte Positionen entlang der Stecken betrachtet, an denen mit einem erhöhten Besucheraufkommen zu rechnen war. Die Beurteilung der Gegebenheiten wurde durch die Ortskenntnisse der Chemnitzer Eventagentur c-events (www.c-events.eu) ergänzt.

Die Veranstaltung wurde auf der Grundlage des Sicherheitskonzeptes inklusive eines Verkehrskonzeptes und eines Sanitätskonzeptes vom zuständigen Ordnungsamt genehmigt. In der praktischen Umsetzung des Sicherheitskonzeptes wurde die Stadt Chemnitz federführend durch die Technische Unternehmensberatung Jastrob unterstützt und begleitet. Auch hierbei erfolgte eine zielorientierte Zusammenarbeit mit der Eventagentur c-events sowie des Sicherheits- und Ordnungsdienst Security-Service-Schmitt GmbH (www.security-service-schmitt.de).

Gute Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Veranstaltung

Angela Lasch, amtierende Amtsleiterin des Chemnitzer Schul- und Sportamts berichtet:

„Die Zusammenarbeit aller Mitwirkenden gestaltete sich außerordentlich konstruktiv und kooperativ. Alle Beteiligten brachten ihr Knowhow engagiert ein, sodass alle Belange bzw. Sachverhalte in einem verzahnten Modus einer Klärung zugeführt werden konnten. Das Engagement der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erfolgte auch im Bereich des Arbeitsschutzes während der Auf- und Abbauarbeiten der Infrastruktur auf einem fachlich hohen Niveau. Spontan wurden neu aufkommende Situationen nach Absprache operativ erörtert und gelöst.“

Insgesamt wurde die Veranstaltung von rund 25.000 Besuchern besucht, deeskalierende Eingriffe seitens des Sicherheits- und Ordnungsdienstes waren jedoch nicht erforderlich. Auch bei starken Besucherströmen und erforderlichen Lenkungsmaßnahmen blieben die Mitarbeiter der Security-Service-Schmitt GmbH stets bestimmt, aber zugleich ruhig und besonnen. Dies spiegelte sich letztendlich auch positiv im friedlichen Verhalten der Besucher wider.

Auch „Glück“ spielte eine Rolle

Gerade im Bezug auf das Wetter hätten sich die Veranstalter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 nicht viel bessere Bedingungen wünschen können. Olaf Jastrob, Fachplaner Besuchersicherheit und Geschäftsführer der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erläutert:

„Bis auf den Freitag, wo es ein wenig Regen gab, hatten wir durchweg perfektes Veranstaltungswetter. Dies hat in erheblichem Maße zur Sicherheit der Veranstaltung beigetragen, denn die Räumung eines solch weitläufigen Geländes bei Sturm oder Unwetter ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Veranstalter und Sicherheitskräfte.“

Das Fazit

„Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass die Technische Unternehmensberatung Jastrob unter Einbeziehung der beiden anderen genannten Unternehmen mit sehr viel Professionalität dazu beigetragen hat, dass die Stadt Chemnitz, sich als ein würdiger Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 präsentieren konnte. Somit konnten den  aktiven Sportlern optimale Wettkampfbedingungen und den Besuchern ein unvergessliches Großsportevent geboten werden.“

– so Angela Lasch.

„Dass der Bund Deutscher Radfahrer, die Radsport-Teams und zahlreiche Mitwirkende die Deutschen Straßenradsportmeisterschaften 2017 mit mehr als 25.000 Besuchern als die beste Veranstaltung dieser Art seit vielen Jahren bewertete, beruht auch auf der guten Beratung und engagierten Mitwirkung der Technischen Unternehmensberatung Jastrob.“

Auch René Schuster, Inhaber von c-events, äußert sich positiv:

„Die Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 in Chemnitz war eine rundum gelungene Veranstaltung. Dies lag zum einem am Wetter, unter anderem aber auch an der Mitarbeit aller Beteiligten. Für mich war besonders die Zusammenarbeit mit Herrn Jastrob eine sehr angenehme und wohltuende Erfahrung. Herr Jastrob schafft es, die rahmenrechtlichen Grundlagen wie z.B. Arbeitsschutz und Veranstaltungssicherheit, stets sympathisch, aber auch durchsetzungsstark an alle Beteiligten zu kommunizieren und eben diese Grundlagen auch durchzusetzen. Natürlich helfen ihm dabei sein enormes Fachwissen und seine jahrelange Erfahrung. Die Art und Weise der Kommunikation hat mir besonders imponiert. Es war eine rundum schöne und auch stets sichere Veranstaltung, unter anderem dank der guten Zusammenarbeit!“

Mehr Informationen sowie Schulungen zu den Themen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit finden Sie auf unseren Webseiten www.jastrob.de und www.AVB-Akademie.de.

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Wie sich Festivalbesucher bei Unwetter schützen können

Ein Gastbeitrag des TÜV Nord 

Hamburg: Auch in diesem Jahr bleibt die Festivalsaison von Sturm und Gewitter nicht verschont. Gestern wurden wegen des starken Unwetters Anreisewarnungen für das an diesem Wochenende stattfindende Hurricane Festival ausgesprochen. Spätestens seit dem Abbruch des Festivals „Rock am Ring“ im letzten Jahr gehören Unwetter klar zu den Risikofaktoren bei Open-­Air Veranstaltungen. Auch der Aspekt der Besuchersicherheit ist seitdem wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch wie sollen sich Besucher von Festivals und Open-­Air Veranstaltungen bei Blitz und Sturm verhalten? Olaf Jastrob, Referent für Veranstaltungs-­ und Besuchersicherheit bei der TÜV NORD Akademie und Leiter der Technischen Unternehmensberatung Jastrob, gibt wichtige Tipps.

Eine der größten Gefahren liegt in der baulichen und statischen Unsicherheit von Bühnen, Zelten und fliegenden Bauten, die bei Unwettern und Gewitter einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Werden sie beschädigt, können Teile durch die Luft fliegen und die Besucher verletzen. „Doch auch mit gefährlichem Besucherverhalten muss immer gerechnet werden, denn die Menschen reagieren im Notfall häufig irrational“, sagt Jastrob. Folgendes sollten Besucher von Open-­Air Veranstaltungen bei Gewitter daher beachten:

• Ruhe bewahren: Oft kündigen sich Gewitter bereits einige Stunden oder Minuten im Voraus an, so dass genügend Zeit ist, sich in Ruhe in Sicherheit zu bringen. Tritt ein Unwetter jedoch plötzlich auf, kann es zu einer Massenpanik kommen. Dann gilt es, ruhig zu bleiben, Fluchtwege zu nutzen und den Anweisungen der Veranstalter zu folgen.

• Bühnen und Zäune meiden: In der Regel finden Festivals auf weitläufigen und flachen Arealen statt. Die dort aufgebauten Bühnen und Sperrzäune heben sich aufgrund ihrer Höhe stark vom Rest ihrer Umgebung ab und ziehen Blitze verstärkt an. Daher ist es ratsam, diese Orte bei Gewitter weiträumig zu meiden – insbesondere, da Blitze nicht nur an der Einschlagstelle, sondern auch in ihrer Umgebung Schäden anrichten können. Dies gilt vor allem auch für Bäume, die fälschlicherweise häufig von Besuchern als Zufluchtsort aufgesucht werden.

• Schutz im Auto suchen: Wer kann, der sollte bei einem Gewitter das Festivalgelände verlassen und Schutz im geschlossenen Auto, Bulli oder Wohnwagen suchen. Der Grund: Die Fahrzeuge bilden einen Faradayschen Käfig, der den Blitz im Falle eines Einschlags in die Erde ableitet und somit die Insassen schützt.

• In der Hocke verharren: Wer es nicht mehr rechtzeitig zum Auto schafft und das Gewitter auf einer freien Fläche abwarten muss, sollte in die Hocke gehen und sich klein machen, die Füße nebeneinander stellen und mit den
Armen den Körper umfassen. Durch diese Haltung ist die Angriffsfläche für Blitze möglichst gering.

Weitere Informationen zum Thema und Hinweise zu Schulungen unter:
www.tuev-­nord.de/weiterbildung/Veranstaltungssicherheit 

Über die TÜV NORD GROUP:
Die TÜV NORD GROUP ist mit über 10.000 Mitarbeitern einer der größten technischen Dienstleister. Mit ihrer Beratungs-­, Service-­ und Prüfkompetenz ist sie weltweit in 70 Ländern aktiv. Zu den Geschäftsbereichen gehören Industrie Service, Mobilität, IT und Bildung. Mit Dienstleistungen in den Bereichen Rohstoffe und Aerospace hat der Konzern ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Branche.
Leitmotiv: „Excellence for your business.“
www.tuev-­nord-­group.com

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Drohnen-Abwehrtechnologie für Unternehmen und Events

 

Gefahr erkannt, Gefahr noch nicht gebannt

Mit einer Drohne kann jeder zum Piloten werden und neue Gebiete erkunden. Doch dieser Spaß birgt leider auch Risiken, denn schnell wird das „Hobbygerät“ eine Gefahr für den Land- und Luftraum. Flughäfen, Unternehmen aber auch Stadien und Veranstalter möchten daher aufrüsten und in den Markt der Abwehr von kommerziellen Drohnen einsteigen. Die Deutsche Telekom zum Beispiel arbeitet seit 2016 mit Dedrone zusammen und konnte bereits zahlreiche  Kunden mit der Technologie ausstatten. Doch wie effektiv  können Drohnen mit diesen und ähnlichen Technologien tatsächlich abgewehrt werden? Diese Frage möchten wir im vorliegenden Artikel näher betrachten.

Von welcher Art von Drohnen geht eine Gefahr aus?

Es sind weniger die militärischen Drohnen, über die wir uns Gedanken machen müssen, denn die werden im Regelfall nur von der Regierung eingesetzt. Gefahren gehen vielmehr von kommerziellen Drohnen aus, wie von DJI (Marktführer), 3D Robotics, Yuneec oder Parrot, um nur die bekanntesten fliegenden Roboter zu nennen. Von denen sind hauptsächlich jene Modelle beliebt, die auch kleinere Lasten tragen können. Diese Drohnen sind meistens schon ab 400 Euro in jedem Elektronikladen oder Versandhandelsunternehmen erhältlich und damit für Jedermann zugänglich – unabhängig von dessen Intention und Gesinnung.

Welche Gefahren existieren in der Realität?

Von Autounfällen durch Ablenkung des Fahrers bis hin zur Erzeugung von Massenpanik in Stadien oder bei (Groß-)Veranstaltungen ist vieles möglich. Eingeflogene Drohnen, die „nur“ eine Tüte Mehl platzen lassen, können den Anschein eines chemischen Anschlags erwecken, aber auch echter Sprengstoff kann auf diesem Wege gezielt platziert werden. Terror-Anschläge, Unfälle, aber auch die Unwissenheit und Unerfahrenheit mancher Piloten sind Risiken der Drohnentechnologie, die nicht nur in der Theorie, sondern tatsächlich bereits in Deutschland oder anderen Ländern zu Notfällen oder Katastrophen geführt haben.

Viel diskutiert werden auch Beinah-Zusammenstöße mit Flugzeugen in Flughafennähe, auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines größeren Schadens eher als gering einzustufen ist. Gefährdet sind allerdings auch kritische Infrastrukturen wie Chemieanlagen oder Kernkraftwerke und das nicht nur, weil eine Abstürzende Drohne eine Explosion auslösen kann. Allein der finanzielle Schaden, der beim Herunterfahren  eines Kraftwerks oder einer Produktionsanlage aus protokollarischen Gründen entsteht, ist enorm und daher bei Unternehmen aus dieser Branche gefürchtet.

Industriespionage mittels Drohnen, z.B. durch Abfotografieren von Anlagen, Prototypen, etc., ist ebenfalls ein reelles (wenn auch nicht lebensbedrohliches) Problem, ebenso wie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Privatpersonen.

Wie können Unternehmen und Veranstalter gegen Drohnen vorgehen?

Ein Drohnenabwehrsystem ist mit einer Einbruchs-Alarmanlage vergleichbar, nur dass es vor Eindringlingen aus der Luft warnt. Unterschieden werden kann hier zwischen der Erkennung (Detection) und der Abwehr (Protection) von Drohnen. Die Erkennung geschieht meist über die Auswertung von Audio-, Video- und Funksignale, ähnlich wie bei einer Einbrecher-Alarmanlage, die auf Sensorsignalen an Türen und Fenstern reagiert.  Für die Abwehr lassen sich die Hersteller von Drohnenabwehr-Techniken einiges einfallen. Von Gegen-Drohnen mit Fangnetzen, über abgerichtete Greifvögel bis hin zur Laserkanone oder Funkstörsysteme (sog. Jammer) ist hier einiges möglich. Die bekanntesten Abwehrsysteme sehen wie folgt aus:

Abfangnetze:

Methodik: Bei erfolgreicher Erkennung der Drohne starten Piloten ihre eigene Drohne und versuchen, die Gefahrendrohne mit einem Netz einzufangen.

Nachteil: Der Erfolg dieser Methode ist stark von der Fähigkeit des Piloten abhängt. Zudem kann dieser nicht mehrere Drohnen gleichzeitig einfangen und auch immer nur jene, die sich in unmittelbarer Nähe des Piloten befinden. Eine  gute Sicht ist ebenfalls Voraussetzung, sodass diese Methode beispielsweise nachts nur schwer anwendbar ist. Zusammengefasst sind Abfangnetze daher als teuer und schlecht skalierbar einzustufen.

Greifvögel:

Methodik: Die Greifvögel werden darauf trainiert, Drohnen zu packen und auf den Boden zu drücken.

Nachteil: Diese Methode ist sehr kostenintensiv und – wie bei den Netzen – kaum skalierbar. Auch die Effektivität bei schlechter Sicht ist sehr eingeschränkt.

Laserkanone:

Methodik: Die Laserkanone kann die Drohne automatisiert mit einem Laserstrahl anbrennen und abstürzen lassen.

Nachteil: Diese Methode ist sehr kostenintensiv und derzeit noch nicht auf dem Markt verfügbar.

Funkstörsysteme (Jammer):

Methodik: Das System sendet ein stärkeres 2,4 GHz Funksignal und/oder ein GPS Störsignal, um die Fernsteuerung des Piloten zu stören.

Nachteil: Der Einsatz von Störsendern ist weltweit rechtlich nicht zulässig. Ausnahmen bestehen lediglich für die Polizei oder ähnliche Organe und selbst diese können Störsender nur in einem sehr begrenzten Rahmen verwenden.

Hinzu kommt, dass Störsender keine Drohnen behindern können, die völlig autark (ohne GPS oder 2,4 GHz Funk) ihr Ziel finden, sondern beispielweise mittels einer autonomen Videobilderkennung. Diese Technik ist zwar (noch) sehr selten und fortschrittlich, ausgeschlossen werden kann sie aber  nicht.  99% der Drohnen werden jedoch über das WLAN Signal 2.4 GHz Band gesteuert, entweder über ein Smartphone oder über eine eigene Fernsteuerung in diesem Netz.

Fazit

Solange sich die rechtliche Situation für die Nutzung von Störsendern und den Eingriff in den Luftraum nicht ändert, können Unternehmen, Betreiber und Veranstalter zwar Drohnen erkennen, aber noch wenig dagegen ausrichten.

In vielen Fällen reicht jedoch die Erkennung einer Drohne schon aus, um diese effektiv über den Landweg abzuwehren oder entsprechende Schutzmaßnahmen für z.B. Personen und empfindliche Daten einzuleiten. Deshalb gilt nach wie vor die Empfehlung für Unternehmen und andere kritische Infrastrukturen wie (Groß-)Veranstaltungen: Wer eine Drohne erkennen kann, ist schon mal klar Vorteil. Denn nur so können organisatorische Vorkehrungen getroffen werden, um die Sicherheit aller Betroffenen zu gewährleisten.

Autoren

Dr. Wie Ding & Andrew Han  | AntiDrones.com e.K.

Poststr. 2-4 | D-60329 Frankfurt

Web: www.antidrones.com

Olaf Jastrob | Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Blumenstraße 31 | D-52511 Geilenkirchen

Web: www.jastrob.de

 

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Arbeitsschutz in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten

„Aber hier ist doch noch nie etwas passiert!“

Arbeitsschutz auf Veranstaltungen, ein Thema, mit dem sich Veranstalter oft zu wenig auseinander setzen. Meist fehlt die Erfahrung, das Geld oder einfach das Bewusstsein, um einen systematischen Arbeitsschutzprozess bei der Veranstaltungsorganisation zu implementieren. So kommt es in deutschen Veranstaltungs-und Versammlungsstätten immer wieder zu teils absurden Szenarien, bei denen sich bei jedem Veranstalter die Nackenhaare sträuben sollten, aber leider wird zu oft weggeguckt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie verständlich. Neben fehlender Arbeitsschutzexpertise oder dem fehlenden Budget, ist häufig das grundsätzliche Bewusstsein für Arbeitsschutzfragen mangelhaft. Eventmanager sind oftmals keine Sicherheitsexperten und haben daher keine detaillierten Kenntnisse über die geltenden Arbeitsschutzgesetze oder die (rechtlichen) Folgen fehlender Arbeitsschutzmaßnahmen. Das darf aber trotzdem keine Ausrede sein, denn schwere Verletzungen, Arbeitsunfähigkeit und langwierige Prozesse können gravierende Folgen für den Veranstalter und seine Mitarbeiter haben.

Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob hat, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen, intensive Nachforschungen zu dem Thema „Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten“ betrieben und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Die rechtlichen Anforderungen und die tatsächliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Maßnahmen bei Veranstaltungen gehen weit auseinander. Besonders bei Musikfestivals und Veranstaltungen mit jüngerem Zielpublikum wird Arbeitssicherheit oft vernachlässigt. Aber selbst in großen Versammlungsstätten und Messen fehlt es oft an strukturierten Arbeitsschutzprozessen. Das liegt zum einen an dem fehlenden Bewusstsein der Veranstalter, aber auch bei den Behörden bzw. dem Genehmigungsverfahren wird das Thema Arbeitsschutz oft nicht explizit behandelt. Hier wird in erster Linie auf die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung geschaut, während die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften bei der Genehmigung oft eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei sind die gesetzlichen Forderungen u.a. im Arbeitsschutzgesetz klar geregelt. Wer diese nicht beachtet und kontrolliert wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Strafrechtliche Verfahren gegen den Veranstalter sind ebenfalls möglich, wenn es zu einem Unfall kommt, der durch den Veranstalter hätte verhindert werden können. Fachplaner und Leiter für Besuchersicherheit Olaf Jastrob, der bereits seit über 20 Jahren in der Branche arbeitet, weiß wie häufig die Praxis aussieht:

 

Häufig klettern Arbeitnehmer völlig ungesichert und ohne die nötige Unterweisung in schwindelerregenden Höhen herum. Solange nichts passiert, fragt keiner nach, aber wenn es zum Unfall kommt, ist der Schock groß und keiner will verantwortlich gewesen sein. Viel effektiver ist es, bereits vorher zu kontrollieren, ob die jeweilige Person für die eingesetzte Tätigkeit geeignet ist und über die nötige Ausrüstung verfügt. Dies zu kontrollieren liegt in der Verantwortung der Führungskräfte. Kommen diese ihrer Verpflichtung nicht nach, können sie anschließend rechtlich belangt werden. Eine Gefährdungsbeurteilung kann helfen, die Mitarbeiter zu schützen und sich im Falle eines Unfalls rechtlich abzusichern.

Es ist aber nicht zu bestreiten, dass in den letzten Jahren in Sachen Veranstaltungssicherheit viel getan wurde, angefangen nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg. Besonders der Schutz vor terroristischen Angriffen ist nach den Terroranschlägen in Paris, Nizza und Berlin in den Fokus gerückt. Diese Entwicklung hin zu umfangreichen Sicherheitskonzepten ist notwendig, aber nicht ausreichend. Denn Veranstaltungssicherheit sollte auch Arbeitssicherheit, also den Schutz der Mitarbeiter vor Gefährdungen, beinhalten.

Momentan lässt sich jedoch noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit feststellen. In der Praxis enthalten längst nicht alle Sicherheitskonzepte auch explizite Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter. Meist zielen diese Konzepte auf die Gewährleistung einer sicheren Veranstaltung gemäß Versammlungsstättenverordnung ab und sollen schwerpunktmäßig die Besuchersicherheit gewährleisten. Allgemeine Maßnahmen, wie z. B. ein effektiver Brandschutz und Fluchtwege, tragen zwar zur Sicherheit der Mitarbeiter bei, aber die Gefahren, die für Mitarbeiter in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten relevant sind, sind meist andere als ein Bombenanschlag oder ein Großbrand. Das bei vergleichsweise kleinen Unfällen eine große Berichterstattung ausbleibt, liegt in der Natur der Sache. Ein schwerverletzter Mitarbeiter auf einer Veranstaltung reicht meistens nicht mal für die Lokalzeitung. Folglich bleiben auch die notwendigen Reaktionen der Behörden zur Verbesserung der Arbeitsschutzstandards auf Veranstaltungen aus.

Neben den auflagengebenden Behörden sind auch die betreuenden Sicherheitsfachplaner und Meister für Veranstaltungstechnik gefragt. Als Ansprechpartner in Sachen Sicherheit, müssen sie den Veranstalter auf die Notwendigkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen hinweisen und die Umsetzung dieser Maßnahmen in die Wege leiten und überwachen. Daher sollte man als Veranstalter bei der Beauftragung von Sicherheitsfachplanern generell darauf achten, ob diese auch den Schutz der Mitarbeiter im Blick haben.

Rechtliche Grundlagen im Arbeitsschutz

Es gibt verschiedene rechtliche Grundlagen, die für den Arbeitsschutz auf Veranstaltungen relevant sind. Alle notwendigen Gesetze zu kennen und richtig anwenden zu können, ist die Grundlage einer gelebten Arbeitsschutzkultur. Daher sollten nach Meinung der Autoren einheitliche Arbeitsschutzschulungen für Führungskräfte auf Veranstaltungen Pflicht sein. Zunächst gilt das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 § 3, welche vom Arbeitgeber fordert, alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Konkret bedeutet dies, dass er die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen analysieren und Gegenmaßnahmen treffen muss. In der DGUV Vorschrift 2 wird vorgeschrieben, in welchem Umfang befähigte Personen durch den Unternehmer zur Umsetzung dieser Maßnahmen, bestellt werden müssen. Dort werden ebenfalls die Anforderungen an die Qualifikation von Fachkräften für Arbeitssicherheit gestellt. Gemäß §8 ArbSchG sind an Arbeitsplätzen, an denen mehrere Gewerke zusammen arbeiten, alle Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten.

Die Praxis sieht aber häufig deutlich chaotischer aus und entspricht nicht den rechtlichen Vorgaben. Auf großen Veranstaltungen, z. B. Messen oder Musikfestivals, arbeiten oft viele Gewerke zusammen. Jedoch findet eine wirkliche Zusammenarbeit, im Sinne eines gemeinschaftlichen Austausches und Absprachen zur Koordinierung gemeinsamer Arbeitsabläufe, erfahrungsgemäß nur selten statt. Eine fehlende Zusammenarbeit wirkt sich auch auf den Arbeitsschutz und die Sicherheit aller Beteiligten aus. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, unter anderem Zeitdruck und Stress. Jedes Gewerk muss sicherstellen, dass es innerhalb der zeitlichen Vorgaben des Veranstalters seine Aufgaben erfüllt. Oft fehlt hierbei die Zeit, sich mit weiteren Beteiligten abzusprechen. So werden gemeinsame Verkehrswege zugestellt oder gefährliche Hindernisse nicht beseitigt. Auch hier gibt es von der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung klare Vorgaben für die Zusammenarbeit mehrerer Gewerke. Diese haben, gemäß DGUV Vorschrift 1, eine befähigte Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt und für die Vermeidung von besonderen Gefahren verantwortlich ist.

Neben dem Arbeitsschutzgesetz gelten für die Arbeitgeber unter anderem noch das Arbeitssicherheitsgesetz und die Unfallverhütungsvorschriften. Auch diese nehmen den Arbeitgeber in die Pflicht, konkrete Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter zu treffen. Doch vor Ort, z.B. beim Aufbau einer Messe, ergibt sich auch hier oft ein anderes Bild, denn der eigentliche Arbeitgeber ist dort meist nicht zu finden. Vielmehr wird die Verantwortung der Leistungserfüllung an die Projektleiter vor Ort delegiert. Was viele wissen nicht wissen: damit wird auch die Verantwortung für die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiter übertragen. Im ArbSchG §13 heißt es, dass neben dem Arbeitgeber auch die Personen verantwortlich sind, die von Arbeitgeber mit bestimmten Leitungsfunktionen betraut worden sind. Damit sind diese Führungskräfte vor Ort im Schadensfall ebenso haftbar wie der Arbeitgeber.

Für die Entwicklung, hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten, ist es entscheidend, dass die Projektleiter vor Ort für die Gefahren und Verantwortungen sensibilisiert werden. Für diese Pflichtenübertragung eignen sich z. B. Checklisten. Im Folgenden wird ein Ausschnitt aus einer solchen Checkliste gezeigt.

 Nr. Frage Antwort Erledigen bis
1 Ist eine schriftliche Pflichtenübertragung erfolgt? Ja
2 Sind Verantwortungsbereiche klar festgeschrieben? Nein 15.02.2017
3 Ist festgelegt, welcher Entscheidungen personeller Art getroffen werden dürfen? Ja
4 Regelt die Pflichtenübertragung, wer für die Erstellung von Betriebsanweisungen und Unterweisungen verantwortlich ist? Ja
5 Wurden die Verpflichteten hinsichtlich der Bedeutung ihrer Aufgabe unterwiesen? Nein 15.02.2017

 

Tabelle 1: Pflichtenübertragung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Doch nicht nur Arbeitsschutzgesetze gelten auf Veranstaltungen. Häufig ist die rechtliche Situation weitaus komplexer. Man muss zwischen dem Veranstalter bzw. dem Betreiber der Versammlungsstätte und den beauftragten Gewerken unterscheiden. Sofern die Mitarbeiter vor Ort nicht direkt als Arbeitnehmer des Veranstalters angestellt sind, gilt das Arbeitsschutzgesetz nur für die Gewerke selbst. Der Veranstalter muss der Verkehrssicherungspflicht gemäß Bundesgesetzbuch (BGB) nachkommen. Das bedeutet, dass er als Betreiber der Versammlungsstätte dafür zu sorgen hat, dass keine Gefährdungen auftreten, die zu möglichen Unfall- oder Gesundheitsschäden führen können. Gleiches gilt für ein Gewerk, das durch seine Arbeiten oder Aufbauten mögliche Gefahrenquellen schafft. Typische Beispiele sind Gegenstände, die auf den allgemeinen Verkehrswegen liegen und zu Stolpergefahren führen oder Gefahren, die von den Bauten selbst ausgehen (z. B. umfallendes Arbeitsgerüst). Das heißt, selbst wenn Mitarbeiter nicht im Sinne des Arbeitsschutzgesetztes, sondern als Selbstständige beschäftigt sind, besteht für die Verantwortlichen vor Ort die Pflicht, sämtliche Arbeitsvorgänge sicher zu gestalten. Wenn ein Unternehmer, also der Veranstalter, Fremdfirmen mit bestimmten Aufgaben betreut, muss er außerdem gemäß DGUV Vorschrift 1 einen Aufsichtsführenden mit Weisungsbefugnis, also einen Fremdfirmenkoordinator bestellen, der für die Vermeidung von Gefahren zuständig ist.

Außerdem hat der Unternehmer sicherzustellen, dass Erste Hilfe gewährleistet wird. Diese Vorschrift gilt nach Artikel 1 ebenfalls für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit im Inland ausüben, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören. Ähnliches wird durch die Baustellenverordnung gefordert. Sofern mehrere Gewerke auf einer Baustelle tätig sind, hat der Bauherr, also der hauptverantwortliche Veranstalter, einen Sicherheits-und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) zu bestellen. Dieser hat die erforderlichen Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festzulegen, zu koordinieren und ihre Einhaltung zu überprüfen. Leider gibt es in Deutschland wenige SiGeKo, die auf Versammlungs-und Veranstaltungsstätten spezialisiert sind. Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob verfügt über SiGeKo, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und bietet im Rahmen der A.V.B Akademie Schulungen zum Eventbau-Koordinator an.

Anwenderorientierte Lösungen

Mit der Frage, wie man diesen Verpflichtungen so effektiv wie möglich nachkommen kann, beschäftigt sich das Technische Sachverständigenbüro Jastrob seit knapp zwei Jahren. Man kam zu dem Ergebnis, dass es ein System sein sollte, das, abhängig von den individuellen Gegebenheiten, Tätigkeiten und Betriebsmitteln vor Ort, alle relevanten Gefährdungen ermittelt, die auftreten können und effektive Maßnahmen vorschlägt. Außerdem sollte es übersichtlich und einfach zu handhaben sein, damit es auch Projektleiter ohne Erfahrung im Arbeitsschutz einsetzen können. Aktuell wurde ein Pilotprojekt gestartet, um das System in der Praxis zu testen. Es gibt immer mehr Veranstalter und Dienstleister, die nach effektiven Lösungen zum Schutz ihrer Mitarbeiter suchen. Das bringt natürlich auch Wettbewerbsvorteile mit sich, denn Unternehmen, die in der Veranstaltungsbranche höchste Qualitätsstandards erfüllen, sind gefragt. Doch ohne die nötige Schulung und Sensibilisierung hilft auch ein solches System nicht. An erster Stelle steht daher eine Unterweisung der Anwender, um für die Verantwortung und die Gefährdungen zu sensibilisieren. Anschließend kann ein solches System aber die nötige Hilfestellung für Unternehmen sein, um einheitliche Arbeitsschutzprozesse einzuführen und umzusetzen. Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt aus einer Gefährdungsbeurteilung für den Bau von Traversen auf in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten.

Gefährdung Risiko ohne Schutzmaßnahmen Notwendige Schutzmaßnahmen Restrisiko nach Anwendung
Herabfallende Lasten bei der Arbeit mit Kettenzügen Wahrscheinlichkeit 3 1.Lastplan erstellen

2. Absperrung Gefahrenbereich

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Absturz bei Arbeit in der Höhe Wahrscheinlichkeit 3 1. Nur befähigte und unterwiesene Personen einsetzen

2. PSA gegen Absturz verwenden

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Haltearbeit / Über-Kopf-Arbeit Wahrscheinlichkeit 4 1. Regelmäßige Pausen und Wechsel der Arbeitsabläufe Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 2 Gefährlichkeit 2
Risiko 8 Risiko 4

Tabelle 2: Gefährdungsbeurteilung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Fazit

Oft wird Arbeitsschutz mit teuren technischen Maßnahmen gleichgesetzt. Dabei sind es meist einfache organisatorische Maßnahmen, mit denen man den größten Effekt erzielen kann. Neben einer strukturierten Gefährdungsbeurteilung und Schulung der Führungskräfte, sollte auf die Unterweisung der Mitarbeiter Wert gelegt werden. Außerdem sollten für bestimmte Aufgaben, z. B. Arbeiten in der Höhe oder die Bedienung von Flurförderzeugen, nur qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden. Weiterhin sollten eine ausreichende Beleuchtung und eine generelle Ordnung bei den Arbeitsplätzen sichergestellt sein. Wenn ein Arbeitsplatz schlecht beleuchtet ist und gefährliche Gegenstände herumliegen, kommt es zwangsläufig zu Gefährdungen. Auch bei der Arbeit in der Höhe, z.B. auf Arbeitsgerüsten oder Hubarbeitsbühnen, sollte immer eine gewisse Vorsicht geboten sein, denn herunterfallende Gegenstände können zu schweren Verletzungen führen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Arbeitsschutz auf Veranstaltungen noch in den Kinderschuhen steck. Dennoch zeichnet sich langsam die Entwicklung hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur ab, auch in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten. Weiterbildungsangebote von etablierten Anbietern wie z.B. TÜV Nord, TÜV Saarland, A.V.B.-Akademie, Umweltinstitut, Studieninstitut, usw., dich sich u.a. explizit an Führungskräfte richten, bilden hierfür eine wichtige Grundlage.

Autoren:

Konstantin Gohlisch, B.Sc. Safety & Security Engineering, Fachkraft für Arbeitssicherheit Olaf Jastrob, Fachplaner für Besuchersicherheit (FH) Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Bildquelle: ©Kuzma / istockphoto.com

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Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt und bei Events

Gehört diese nach den aktuellen Anschlägen der Vergangenheit an? 

Bevor ich mich zu diesem Thema äußere, möchte ich zunächst einmal den Opfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt und deren Familien, Angehörigen und Freunden mein aufrichtiges Beileid aussprechen! Auch wenn es sich hierbei ohne Zweifel um ein sehr emotionales Thema handelt, sollten wir – und insbesondere Verantwortliche aus der Veranstaltungsbranche wie Behörden, Veranstalter und Betreiber – jedoch versuchen, das aktuelle Ereignis sachlich zu bewerten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen. Man kann es nicht oft genug sagen:

Eine Kultur der Angst wird nicht zur Gewährleistung von Sicherheit auf Weihnachtsmärkten und anderen (Groß-)Veranstaltungen beitragen, ebenso wenig wie die Pauschalverurteilung von Randgruppen. Die absolute Sicherheit gibt es nicht und hat es auch in der Vergangenheit nie gegeben. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu, auch zu unserem Besuch beim Weihnachtsmarkt und unserer nächsten Silvester- oder Karnevalsfeier. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem täglichen Weg zur Arbeit umzukommen, ist, zumindest hier in Europa, immer noch um ein Vielfaches höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Dies sollten wir auch nach den aktuellen Anschlägen nicht vergessen.

Sind wir deswegen hinsichtlich der Sicherheit von Veranstaltungen machtlos? Nein! Wir können zwar nicht alles vorhersehen, aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es Sicherheitsmängel gab. Es gibt bei jeder Veranstaltung irgendwo einen Mangel, denn niemand ist perfekt. Aber nicht Angst oder Aktionismus sollten unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Die Gewährleistung der Grundsicherheit und damit der Resilienz einer Veranstaltung ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Nur mit einer soliden Grundsicherheit – und hierzu zähle ich die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit – können wir uns bestmöglich sowohl gegen interne als auch externe Gefährdungen schützen. Handlungsbedarf sehe ich bei meiner täglichen Arbeit zum Beispiel immer wieder im Bereich der Erstellung und Validierung von professionellen Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen sowie der Schulung von Mitarbeitern. Hierauf sollten Verantwortliche der Veranstaltungsbranche meiner Meinung nach speziell in der heutigen Zeit ihr Hauptaugenmerk richten.

Gerne stehe ich Behörden, Veranstaltern, Betreibern und Interessierten für Fragen rund um die
Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit zur Verfügung.

 

Ihr

Olaf Jastrob

(Sachverständiger und Fachplaner für Besuchersicherheit (FH))

 

 

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Wie viele Toiletten werden bei Veranstaltungen benötigt?

 1. Toiletten in Zelten

Gemäß §12 Abs.1 Gaststättengesetz (GastG):

In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes müssen ausreichende und einwandfreie Toilettenanlagen vorhanden sein. Bei Gaststätten in sogenannten fliegenden Bauten (z. B. Bierzelten), für die eine Gestattung zum Ausschank alkoholischer Getränke beantragt wird, sind je angefangene 350m2 Schankraum mindestens folgende Anzahlen zu verlangen:

 

Toilettenbecken Urinalbecken
Damen 2 /
Herren 1 2

 

Berechnungsbeispiel für ein Bierzelt:

Größe des Bierzeltes:

  • 25m x 50m =  1250m2
  • 1250m2 / 350m2 = 3,57 (wird aufgerundet auf 4)

Erforderlich sind:

  • 4 x 1 = 4 Spültoiletten für Männer
  • 4 x 2 = 8 Urinalbecken für Männer
  • 4 x 2 = 8 Spültoiletten für Frauen

2. Toiletten in Versammlungsstätten (temporär oder permanent)

Gemäß §12 Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) / Sonderbauverordnung (SBauVO):

Damen Herren
 

 

 

Toilettenbecken

 

Toilettenbecken

 

Urinalbecken

bis 1000 je 100 1,2 0,8 1,2
über 1000 je weitere 100 0,8 0,4 0,6
über 20.000 je weitere 100 0,4 0,3 0,6

Außerdem weisen wir Sie daraufhin, dass für Rollstuhlbenutzer eine ausreichende Zahl geeigneter, stufenlos erreichbarer Toiletten, mindestens jedoch je 10 Plätze für Rollstuhlbenutzer eine Toilette, vorhanden sein muss.

 

3. Toiletten auf Baustellen

Gemäß § 48 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV):

(1) Auf jeder Baustelle oder in deren Nähe muß mindestens eine abschließbare Toilette zur Verfügung stehen.

(2) Werden von einem Arbeitgeber auf einer Baustelle mehr als 15 Arbeitnehmer länger als zwei Wochen beschäftigt, muß er Toilettenräume mit einer ausreichenden Zahl von Toiletten, Bedürfnisständen und Waschgelegenheiten zur Verfügung stellen. Die Toilettenräume müssen zu belüften, zu beleuchten und in der Zeit vom 15. Oktober bis 30. April zu beheizen sein.

 

Hinweis / Haftungsausschluss

Gesetze und Verordnungen unterliegen dem Wandel der Zeit. Auch von Bundesland zu Bundesland können Unterschiede bestehen. Bitte lesen Sie sich in jeweils gültigen Verordnungen in den jeweiligen Bundesländern ein. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir für die oben angegebenen Angaben keine Haftung.

Weitere Informationen zu den Themen Arbeitssicherheit, Veranstaltungssicherheit und Besuchersicherheit erhalten Sie auf unseren Webseiten www.jastrob.de  und www.AVB-Akademie.de.

 

 

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Gewalt gegen Einsatzkräfte – Ein Appell an die Vernunft!

Gewalt gegen Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und anderer sicherheitsrelevanter Funktionen sind leider keine Seltenheit mehr. Immer häufiger werden Feuwehrmänner/-frauen, Polizisten/innen, Sanitäter/innen, Ordner, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsingenieure  sowohl privat als auch im Einsatz beleidigt, behindert oder sogar angegriffen. Ordnungsdienste sehen sich agressiven Verbalattacken ausgesetzt (die ich hier nicht wiederholen möchte) und viele Einsatzkräfte können ihre Arbeit nicht effizient ausführen.

Es ist ganz egal, ob jemand diese Arbeit ehrenamtlich oder hauptberuflich macht, denn all diese Personen setzten sich dafür ein, dass wir „sicher“ sind, dass wir bei Bränden und Unfällen aller Art gerettet werden , dass unsere Sachgüter und auch unser geistiges Eigentum gesichert werden. Diese Menschen setzen sich für jeden Einzelnen von uns und unsere Gesellschaft ein,  auch wenn sie dabei einmal Fehler machen oder – wie alle anderen Menschen auch – ab und zu mal nicht perfekt oder schlecht gelaunt sind.

Warum erscheint es manchen Leuten  also sinnvoll, einen Polizisten zu verprügeln oder einen Feuerwehrmann oder eine Rettungssanitäterin bei der Arbeit zu behindern? Warum muss man einen Ordnungsdienstmitarbeiter anpöbeln, anspucken oder angreifen bzw. einem Sicherheitsingenieur, einem Brandschutzbeauftragten oder einer anderen Fachkraft erklären, dass er/sie keine Ahnung habe und eigentlich inkompetent sei?

Wir leben in einem Land, in dem Sicherheit großgeschrieben wird, so höre ich es immer wieder. Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang miteinander und damit meine ich keine Uniformhörigkeit. Es geht schlicht und  einfach um gegenseitigen Respekt, den Respekt vor Menschen, die sich für andere einsetzen. Dazu gehören auch Polizisten!

Ich wünsche den drei Mitmenschen, den drei Emder Polizisten, die letzten Sonntag Opfer schwerer körperlicher Gewalt geworden sind, alles Gute!

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104235/3392109

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Nachlese Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD

Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg

Jedes Unternehmen ist für den Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Rund 60 Teilnehmer nutzten daher die Chance, sich auf der zweitägigen Fachtagung des TÜV NORD über die formalen Grundlagen des Arbeitsschutzes und aktuellen Änderungen der rechtlichen Vorgaben auszutauschen.

Die zwölf Vorträge an zwei Tagen bildeten hierbei die Grundlage für viele spannende Diskussionen, zum Beispiel zu den Fragen wie wir Arbeitsstätten sicher gestaltet können,  wie wir Risiken im Arbeitsschutz wahrnehmen, welche Haftungsfragen sich für den Arbeitgeber ergeben und wie einer Gefährdung durch psychische Belastungen entgegengewirkt werden kann.

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Event-Empfehlung: Fachtagung Arbeitsschutz

Gerne möchten wir unseren Lesern die Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg empfehlen.
Jedes Unternehmen trägt selbst die Verantwortung für eine Arbeitsschutzorganisation. Fehler bei der Arbeitsvorbereitung, Missachtung von Warnzeichen oder technisches Versagen sind nur einige Beispiele, die durch rechtzeitiges Handeln vermieden werden sollen. Über die vielen aktuellen Änderungen und rechtlichen Vorgaben muss zusätzlich eine speziell ausgebildete Person den Überblick behalten. Darum ist es für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit erforderlich, stets auf dem allerneuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen zu sein!

Auf der diesjährigen Arbeitsschutz Fachtagung des TÜV NORD werden die wichtigsten gesetzlichen und formalen Grundlagen dargestellt und diskutiert, welche Maßnahmen sich daraus für Sie als handelnde und verantwortliche Person ergeben.

Freuen Sie sich auch in diesem Jahr auf spannende Vorträge und kompetente Referenten, die Ihnen Rede und Antwort stehen. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit – ist mit einem Beitrag zum Thema „Die Organisationsstruktur bei Veranstaltungen unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit, Besuchersicherheit und Veranstaltungssicherheit“ mit dabei.

Weitere Themen sind:

  • Kennzahlen im Arbeitsschutz
  • Risikowahrnehmung und Umgang mit den unbekannten Auswirkung einer bekannten Gefahr
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Die Haftung des Arbeitgebers
  • Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
  • Sicherheitsdatenblätter im Arbeitsschutz – modernes Werkzeug im Gefahrstoffmanagement
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Nähere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung finden Sie auf der Website des TÜV NORD: http://www.tuev-nord.de/de/messen-veranstaltungen-1829-fachtagung-arbeitsschutz-2016-115871.htm

Die Fachtagung ist vom Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. mit 3 VDSI -Weiterbildungspunkten für Arbeitsschutz bewertet worden.

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