Arbeitsschutz in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten

„Aber hier ist doch noch nie etwas passiert!“

Arbeitsschutz auf Veranstaltungen, ein Thema, mit dem sich Veranstalter oft zu wenig auseinander setzen. Meist fehlt die Erfahrung, das Geld oder einfach das Bewusstsein, um einen systematischen Arbeitsschutzprozess bei der Veranstaltungsorganisation zu implementieren. So kommt es in deutschen Veranstaltungs-und Versammlungsstätten immer wieder zu teils absurden Szenarien, bei denen sich bei jedem Veranstalter die Nackenhaare sträuben sollten, aber leider wird zu oft weggeguckt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie verständlich. Neben fehlender Arbeitsschutzexpertise oder dem fehlenden Budget, ist häufig das grundsätzliche Bewusstsein für Arbeitsschutzfragen mangelhaft. Eventmanager sind oftmals keine Sicherheitsexperten und haben daher keine detaillierten Kenntnisse über die geltenden Arbeitsschutzgesetze oder die (rechtlichen) Folgen fehlender Arbeitsschutzmaßnahmen. Das darf aber trotzdem keine Ausrede sein, denn schwere Verletzungen, Arbeitsunfähigkeit und langwierige Prozesse können gravierende Folgen für den Veranstalter und seine Mitarbeiter haben.

Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob hat, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen, intensive Nachforschungen zu dem Thema „Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten“ betrieben und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Die rechtlichen Anforderungen und die tatsächliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Maßnahmen bei Veranstaltungen gehen weit auseinander. Besonders bei Musikfestivals und Veranstaltungen mit jüngerem Zielpublikum wird Arbeitssicherheit oft vernachlässigt. Aber selbst in großen Versammlungsstätten und Messen fehlt es oft an strukturierten Arbeitsschutzprozessen. Das liegt zum einen an dem fehlenden Bewusstsein der Veranstalter, aber auch bei den Behörden bzw. dem Genehmigungsverfahren wird das Thema Arbeitsschutz oft nicht explizit behandelt. Hier wird in erster Linie auf die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung geschaut, während die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften bei der Genehmigung oft eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei sind die gesetzlichen Forderungen u.a. im Arbeitsschutzgesetz klar geregelt. Wer diese nicht beachtet und kontrolliert wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Strafrechtliche Verfahren gegen den Veranstalter sind ebenfalls möglich, wenn es zu einem Unfall kommt, der durch den Veranstalter hätte verhindert werden können. Fachplaner und Leiter für Besuchersicherheit Olaf Jastrob, der bereits seit über 20 Jahren in der Branche arbeitet, weiß wie häufig die Praxis aussieht:

 

Häufig klettern Arbeitnehmer völlig ungesichert und ohne die nötige Unterweisung in schwindelerregenden Höhen herum. Solange nichts passiert, fragt keiner nach, aber wenn es zum Unfall kommt, ist der Schock groß und keiner will verantwortlich gewesen sein. Viel effektiver ist es, bereits vorher zu kontrollieren, ob die jeweilige Person für die eingesetzte Tätigkeit geeignet ist und über die nötige Ausrüstung verfügt. Dies zu kontrollieren liegt in der Verantwortung der Führungskräfte. Kommen diese ihrer Verpflichtung nicht nach, können sie anschließend rechtlich belangt werden. Eine Gefährdungsbeurteilung kann helfen, die Mitarbeiter zu schützen und sich im Falle eines Unfalls rechtlich abzusichern.

Es ist aber nicht zu bestreiten, dass in den letzten Jahren in Sachen Veranstaltungssicherheit viel getan wurde, angefangen nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg. Besonders der Schutz vor terroristischen Angriffen ist nach den Terroranschlägen in Paris, Nizza und Berlin in den Fokus gerückt. Diese Entwicklung hin zu umfangreichen Sicherheitskonzepten ist notwendig, aber nicht ausreichend. Denn Veranstaltungssicherheit sollte auch Arbeitssicherheit, also den Schutz der Mitarbeiter vor Gefährdungen, beinhalten.

Momentan lässt sich jedoch noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit feststellen. In der Praxis enthalten längst nicht alle Sicherheitskonzepte auch explizite Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter. Meist zielen diese Konzepte auf die Gewährleistung einer sicheren Veranstaltung gemäß Versammlungsstättenverordnung ab und sollen schwerpunktmäßig die Besuchersicherheit gewährleisten. Allgemeine Maßnahmen, wie z. B. ein effektiver Brandschutz und Fluchtwege, tragen zwar zur Sicherheit der Mitarbeiter bei, aber die Gefahren, die für Mitarbeiter in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten relevant sind, sind meist andere als ein Bombenanschlag oder ein Großbrand. Das bei vergleichsweise kleinen Unfällen eine große Berichterstattung ausbleibt, liegt in der Natur der Sache. Ein schwerverletzter Mitarbeiter auf einer Veranstaltung reicht meistens nicht mal für die Lokalzeitung. Folglich bleiben auch die notwendigen Reaktionen der Behörden zur Verbesserung der Arbeitsschutzstandards auf Veranstaltungen aus.

Neben den auflagengebenden Behörden sind auch die betreuenden Sicherheitsfachplaner und Meister für Veranstaltungstechnik gefragt. Als Ansprechpartner in Sachen Sicherheit, müssen sie den Veranstalter auf die Notwendigkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen hinweisen und die Umsetzung dieser Maßnahmen in die Wege leiten und überwachen. Daher sollte man als Veranstalter bei der Beauftragung von Sicherheitsfachplanern generell darauf achten, ob diese auch den Schutz der Mitarbeiter im Blick haben.

Rechtliche Grundlagen im Arbeitsschutz

Es gibt verschiedene rechtliche Grundlagen, die für den Arbeitsschutz auf Veranstaltungen relevant sind. Alle notwendigen Gesetze zu kennen und richtig anwenden zu können, ist die Grundlage einer gelebten Arbeitsschutzkultur. Daher sollten nach Meinung der Autoren einheitliche Arbeitsschutzschulungen für Führungskräfte auf Veranstaltungen Pflicht sein. Zunächst gilt das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 § 3, welche vom Arbeitgeber fordert, alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Konkret bedeutet dies, dass er die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen analysieren und Gegenmaßnahmen treffen muss. In der DGUV Vorschrift 2 wird vorgeschrieben, in welchem Umfang befähigte Personen durch den Unternehmer zur Umsetzung dieser Maßnahmen, bestellt werden müssen. Dort werden ebenfalls die Anforderungen an die Qualifikation von Fachkräften für Arbeitssicherheit gestellt. Gemäß §8 ArbSchG sind an Arbeitsplätzen, an denen mehrere Gewerke zusammen arbeiten, alle Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten.

Die Praxis sieht aber häufig deutlich chaotischer aus und entspricht nicht den rechtlichen Vorgaben. Auf großen Veranstaltungen, z. B. Messen oder Musikfestivals, arbeiten oft viele Gewerke zusammen. Jedoch findet eine wirkliche Zusammenarbeit, im Sinne eines gemeinschaftlichen Austausches und Absprachen zur Koordinierung gemeinsamer Arbeitsabläufe, erfahrungsgemäß nur selten statt. Eine fehlende Zusammenarbeit wirkt sich auch auf den Arbeitsschutz und die Sicherheit aller Beteiligten aus. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, unter anderem Zeitdruck und Stress. Jedes Gewerk muss sicherstellen, dass es innerhalb der zeitlichen Vorgaben des Veranstalters seine Aufgaben erfüllt. Oft fehlt hierbei die Zeit, sich mit weiteren Beteiligten abzusprechen. So werden gemeinsame Verkehrswege zugestellt oder gefährliche Hindernisse nicht beseitigt. Auch hier gibt es von der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung klare Vorgaben für die Zusammenarbeit mehrerer Gewerke. Diese haben, gemäß DGUV Vorschrift 1, eine befähigte Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt und für die Vermeidung von besonderen Gefahren verantwortlich ist.

Neben dem Arbeitsschutzgesetz gelten für die Arbeitgeber unter anderem noch das Arbeitssicherheitsgesetz und die Unfallverhütungsvorschriften. Auch diese nehmen den Arbeitgeber in die Pflicht, konkrete Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter zu treffen. Doch vor Ort, z.B. beim Aufbau einer Messe, ergibt sich auch hier oft ein anderes Bild, denn der eigentliche Arbeitgeber ist dort meist nicht zu finden. Vielmehr wird die Verantwortung der Leistungserfüllung an die Projektleiter vor Ort delegiert. Was viele wissen nicht wissen: damit wird auch die Verantwortung für die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiter übertragen. Im ArbSchG §13 heißt es, dass neben dem Arbeitgeber auch die Personen verantwortlich sind, die von Arbeitgeber mit bestimmten Leitungsfunktionen betraut worden sind. Damit sind diese Führungskräfte vor Ort im Schadensfall ebenso haftbar wie der Arbeitgeber.

Für die Entwicklung, hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten, ist es entscheidend, dass die Projektleiter vor Ort für die Gefahren und Verantwortungen sensibilisiert werden. Für diese Pflichtenübertragung eignen sich z. B. Checklisten. Im Folgenden wird ein Ausschnitt aus einer solchen Checkliste gezeigt.

 Nr. Frage Antwort Erledigen bis
1 Ist eine schriftliche Pflichtenübertragung erfolgt? Ja
2 Sind Verantwortungsbereiche klar festgeschrieben? Nein 15.02.2017
3 Ist festgelegt, welcher Entscheidungen personeller Art getroffen werden dürfen? Ja
4 Regelt die Pflichtenübertragung, wer für die Erstellung von Betriebsanweisungen und Unterweisungen verantwortlich ist? Ja
5 Wurden die Verpflichteten hinsichtlich der Bedeutung ihrer Aufgabe unterwiesen? Nein 15.02.2017

 

Tabelle 1: Pflichtenübertragung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Doch nicht nur Arbeitsschutzgesetze gelten auf Veranstaltungen. Häufig ist die rechtliche Situation weitaus komplexer. Man muss zwischen dem Veranstalter bzw. dem Betreiber der Versammlungsstätte und den beauftragten Gewerken unterscheiden. Sofern die Mitarbeiter vor Ort nicht direkt als Arbeitnehmer des Veranstalters angestellt sind, gilt das Arbeitsschutzgesetz nur für die Gewerke selbst. Der Veranstalter muss der Verkehrssicherungspflicht gemäß Bundesgesetzbuch (BGB) nachkommen. Das bedeutet, dass er als Betreiber der Versammlungsstätte dafür zu sorgen hat, dass keine Gefährdungen auftreten, die zu möglichen Unfall- oder Gesundheitsschäden führen können. Gleiches gilt für ein Gewerk, das durch seine Arbeiten oder Aufbauten mögliche Gefahrenquellen schafft. Typische Beispiele sind Gegenstände, die auf den allgemeinen Verkehrswegen liegen und zu Stolpergefahren führen oder Gefahren, die von den Bauten selbst ausgehen (z. B. umfallendes Arbeitsgerüst). Das heißt, selbst wenn Mitarbeiter nicht im Sinne des Arbeitsschutzgesetztes, sondern als Selbstständige beschäftigt sind, besteht für die Verantwortlichen vor Ort die Pflicht, sämtliche Arbeitsvorgänge sicher zu gestalten. Wenn ein Unternehmer, also der Veranstalter, Fremdfirmen mit bestimmten Aufgaben betreut, muss er außerdem gemäß DGUV Vorschrift 1 einen Aufsichtsführenden mit Weisungsbefugnis, also einen Fremdfirmenkoordinator bestellen, der für die Vermeidung von Gefahren zuständig ist.

Außerdem hat der Unternehmer sicherzustellen, dass Erste Hilfe gewährleistet wird. Diese Vorschrift gilt nach Artikel 1 ebenfalls für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit im Inland ausüben, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören. Ähnliches wird durch die Baustellenverordnung gefordert. Sofern mehrere Gewerke auf einer Baustelle tätig sind, hat der Bauherr, also der hauptverantwortliche Veranstalter, einen Sicherheits-und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) zu bestellen. Dieser hat die erforderlichen Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festzulegen, zu koordinieren und ihre Einhaltung zu überprüfen. Leider gibt es in Deutschland wenige SiGeKo, die auf Versammlungs-und Veranstaltungsstätten spezialisiert sind. Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob verfügt über SiGeKo, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und bietet im Rahmen der A.V.B Akademie Schulungen zum Eventbau-Koordinator an.

Anwenderorientierte Lösungen

Mit der Frage, wie man diesen Verpflichtungen so effektiv wie möglich nachkommen kann, beschäftigt sich das Technische Sachverständigenbüro Jastrob seit knapp zwei Jahren. Man kam zu dem Ergebnis, dass es ein System sein sollte, das, abhängig von den individuellen Gegebenheiten, Tätigkeiten und Betriebsmitteln vor Ort, alle relevanten Gefährdungen ermittelt, die auftreten können und effektive Maßnahmen vorschlägt. Außerdem sollte es übersichtlich und einfach zu handhaben sein, damit es auch Projektleiter ohne Erfahrung im Arbeitsschutz einsetzen können. Aktuell wurde ein Pilotprojekt gestartet, um das System in der Praxis zu testen. Es gibt immer mehr Veranstalter und Dienstleister, die nach effektiven Lösungen zum Schutz ihrer Mitarbeiter suchen. Das bringt natürlich auch Wettbewerbsvorteile mit sich, denn Unternehmen, die in der Veranstaltungsbranche höchste Qualitätsstandards erfüllen, sind gefragt. Doch ohne die nötige Schulung und Sensibilisierung hilft auch ein solches System nicht. An erster Stelle steht daher eine Unterweisung der Anwender, um für die Verantwortung und die Gefährdungen zu sensibilisieren. Anschließend kann ein solches System aber die nötige Hilfestellung für Unternehmen sein, um einheitliche Arbeitsschutzprozesse einzuführen und umzusetzen. Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt aus einer Gefährdungsbeurteilung für den Bau von Traversen auf in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten.

Gefährdung Risiko ohne Schutzmaßnahmen Notwendige Schutzmaßnahmen Restrisiko nach Anwendung
Herabfallende Lasten bei der Arbeit mit Kettenzügen Wahrscheinlichkeit 3 1.Lastplan erstellen

2. Absperrung Gefahrenbereich

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Absturz bei Arbeit in der Höhe Wahrscheinlichkeit 3 1. Nur befähigte und unterwiesene Personen einsetzen

2. PSA gegen Absturz verwenden

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Haltearbeit / Über-Kopf-Arbeit Wahrscheinlichkeit 4 1. Regelmäßige Pausen und Wechsel der Arbeitsabläufe Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 2 Gefährlichkeit 2
Risiko 8 Risiko 4

Tabelle 2: Gefährdungsbeurteilung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Fazit

Oft wird Arbeitsschutz mit teuren technischen Maßnahmen gleichgesetzt. Dabei sind es meist einfache organisatorische Maßnahmen, mit denen man den größten Effekt erzielen kann. Neben einer strukturierten Gefährdungsbeurteilung und Schulung der Führungskräfte, sollte auf die Unterweisung der Mitarbeiter Wert gelegt werden. Außerdem sollten für bestimmte Aufgaben, z. B. Arbeiten in der Höhe oder die Bedienung von Flurförderzeugen, nur qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden. Weiterhin sollten eine ausreichende Beleuchtung und eine generelle Ordnung bei den Arbeitsplätzen sichergestellt sein. Wenn ein Arbeitsplatz schlecht beleuchtet ist und gefährliche Gegenstände herumliegen, kommt es zwangsläufig zu Gefährdungen. Auch bei der Arbeit in der Höhe, z.B. auf Arbeitsgerüsten oder Hubarbeitsbühnen, sollte immer eine gewisse Vorsicht geboten sein, denn herunterfallende Gegenstände können zu schweren Verletzungen führen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Arbeitsschutz auf Veranstaltungen noch in den Kinderschuhen steck. Dennoch zeichnet sich langsam die Entwicklung hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur ab, auch in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten. Weiterbildungsangebote von etablierten Anbietern wie z.B. TÜV Nord, TÜV Saarland, A.V.B.-Akademie, Umweltinstitut, Studieninstitut, usw., dich sich u.a. explizit an Führungskräfte richten, bilden hierfür eine wichtige Grundlage.

Autoren:

Konstantin Gohlisch, B.Sc. Safety & Security Engineering, Fachkraft für Arbeitssicherheit Olaf Jastrob, Fachplaner für Besuchersicherheit (FH) Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Bildquelle: ©Kuzma / istockphoto.com

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Gewalt gegen Einsatzkräfte – Ein Appell an die Vernunft!

Gewalt gegen Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und anderer sicherheitsrelevanter Funktionen sind leider keine Seltenheit mehr. Immer häufiger werden Feuwehrmänner/-frauen, Polizisten/innen, Sanitäter/innen, Ordner, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsingenieure  sowohl privat als auch im Einsatz beleidigt, behindert oder sogar angegriffen. Ordnungsdienste sehen sich agressiven Verbalattacken ausgesetzt (die ich hier nicht wiederholen möchte) und viele Einsatzkräfte können ihre Arbeit nicht effizient ausführen.

Es ist ganz egal, ob jemand diese Arbeit ehrenamtlich oder hauptberuflich macht, denn all diese Personen setzten sich dafür ein, dass wir „sicher“ sind, dass wir bei Bränden und Unfällen aller Art gerettet werden , dass unsere Sachgüter und auch unser geistiges Eigentum gesichert werden. Diese Menschen setzen sich für jeden Einzelnen von uns und unsere Gesellschaft ein,  auch wenn sie dabei einmal Fehler machen oder – wie alle anderen Menschen auch – ab und zu mal nicht perfekt oder schlecht gelaunt sind.

Warum erscheint es manchen Leuten  also sinnvoll, einen Polizisten zu verprügeln oder einen Feuerwehrmann oder eine Rettungssanitäterin bei der Arbeit zu behindern? Warum muss man einen Ordnungsdienstmitarbeiter anpöbeln, anspucken oder angreifen bzw. einem Sicherheitsingenieur, einem Brandschutzbeauftragten oder einer anderen Fachkraft erklären, dass er/sie keine Ahnung habe und eigentlich inkompetent sei?

Wir leben in einem Land, in dem Sicherheit großgeschrieben wird, so höre ich es immer wieder. Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang miteinander und damit meine ich keine Uniformhörigkeit. Es geht schlicht und  einfach um gegenseitigen Respekt, den Respekt vor Menschen, die sich für andere einsetzen. Dazu gehören auch Polizisten!

Ich wünsche den drei Mitmenschen, den drei Emder Polizisten, die letzten Sonntag Opfer schwerer körperlicher Gewalt geworden sind, alles Gute!

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104235/3392109

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Nachlese Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD

Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg

Jedes Unternehmen ist für den Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Rund 60 Teilnehmer nutzten daher die Chance, sich auf der zweitägigen Fachtagung des TÜV NORD über die formalen Grundlagen des Arbeitsschutzes und aktuellen Änderungen der rechtlichen Vorgaben auszutauschen.

Die zwölf Vorträge an zwei Tagen bildeten hierbei die Grundlage für viele spannende Diskussionen, zum Beispiel zu den Fragen wie wir Arbeitsstätten sicher gestaltet können,  wie wir Risiken im Arbeitsschutz wahrnehmen, welche Haftungsfragen sich für den Arbeitgeber ergeben und wie einer Gefährdung durch psychische Belastungen entgegengewirkt werden kann.

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Event-Empfehlung: Fachtagung Arbeitsschutz

Gerne möchten wir unseren Lesern die Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg empfehlen.
Jedes Unternehmen trägt selbst die Verantwortung für eine Arbeitsschutzorganisation. Fehler bei der Arbeitsvorbereitung, Missachtung von Warnzeichen oder technisches Versagen sind nur einige Beispiele, die durch rechtzeitiges Handeln vermieden werden sollen. Über die vielen aktuellen Änderungen und rechtlichen Vorgaben muss zusätzlich eine speziell ausgebildete Person den Überblick behalten. Darum ist es für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit erforderlich, stets auf dem allerneuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen zu sein!

Auf der diesjährigen Arbeitsschutz Fachtagung des TÜV NORD werden die wichtigsten gesetzlichen und formalen Grundlagen dargestellt und diskutiert, welche Maßnahmen sich daraus für Sie als handelnde und verantwortliche Person ergeben.

Freuen Sie sich auch in diesem Jahr auf spannende Vorträge und kompetente Referenten, die Ihnen Rede und Antwort stehen. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit – ist mit einem Beitrag zum Thema „Die Organisationsstruktur bei Veranstaltungen unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit, Besuchersicherheit und Veranstaltungssicherheit“ mit dabei.

Weitere Themen sind:

  • Kennzahlen im Arbeitsschutz
  • Risikowahrnehmung und Umgang mit den unbekannten Auswirkung einer bekannten Gefahr
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Die Haftung des Arbeitgebers
  • Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
  • Sicherheitsdatenblätter im Arbeitsschutz – modernes Werkzeug im Gefahrstoffmanagement
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Nähere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung finden Sie auf der Website des TÜV NORD: http://www.tuev-nord.de/de/messen-veranstaltungen-1829-fachtagung-arbeitsschutz-2016-115871.htm

Die Fachtagung ist vom Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. mit 3 VDSI -Weiterbildungspunkten für Arbeitsschutz bewertet worden.

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Event-Branche reagiert zögerlich auf Arbeitnehmerüberlassung (AÜ)

Keine Event-Produktion ist ohne die Unterstützung durch Fremdpersonal zu realisieren. Personalbeschaffung in der Event-Branche ist ein Prozess, an den sich in den letzten Jahren immer mehr Forderungen Seitens des Gesetzgebers geheftet haben. Zwei Themen sorgen derzeit für Bewegung, Scheinselbständigkeit und  gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung (AÜ). Betrachtet man beide Themen isoliert voneinander, liefern sie viel Stoff für die Verunsicherung einer ganzen Branche. Dabei übersieht man leicht, welche Chancen sich ergeben, wenn die AÜ als strategisches Moment in die Unternehmensplanung aufgenommen wird.

Unser Wirtschaftssystem unterzieht sich seit mehr als einem Jahrzehnt einem Wandel, der für viele etablierte Industriebereiche gravierende Veränderungen mit sich brachte. Dabei wurden Standards anderer Branchen auf die Eventindustrie übertragen. Verordnungen, qualifizierte Lehrberufe, Haftung und Sicherheit sind einige der Schwerpunkte, mit denen sich die Branche erfolgreich auseinander setzte. Nun hat die Branche zwei weitere Punkte auf ihrer Agenda: Die Recherche von Scheinselbständigkeit und die Regelung der Personalgestellung durch Arbeitnehmerüberlassung.

Das Problem der Scheinselbständigkeit ist durch vermehrte Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung wieder stark ins Bewusstsein des Veranstaltungsmarktes getreten. Während sich die Prüfung von Scheinselbständigkeit durch die Rentenversicherung mit der Vergangenheit eines Unternehmens beschäftigt, befasst sich die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung mit der Zukunft einer ganzen Branche. Unabhängig voneinander betrachtet stellen sich zwei einfache Fragen, deren Beantwortung mit großen Bemühungen und ebenso viel Kopfschmerz verbunden sein können. Betrifft es mein Unternehmen überhaupt? Und wie muss mein Unternehmen seinen Personalbedarf zukünftig realisieren, um möglichen Prüfungen durch die Rentenversicherung gelassen entgegen sehen zu können?

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Event-Empfehlung: Deutscher Arbeitsschutz-Kongress

Gerne möchten wir unsere Leser  auf den Deutschen Arbeitsschutz-Kongress der WEKA-Akademie vom 20.-21.09.2016 in Bad Nauheim aufmerksam machen.

Um das Thema  Arbeitssicherheit kommt heutzutage kein Unternehmen mehr herum. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung liegen daher aktuelle Problemstellungen, konkrete Handlungsanweisungen und Lösungsansätze für die betriebliche Sicherheit und Gesundheit.

Je nach persönlichen Tätigkeitsschwerpunkten können die Teilnehmer an folgenden Fachforen teilnehmen:

  1. Arbeitsschutz
  2. Betriebliches Gesundheitsmanagement
  3. Brandschutz
  4. Explosionsschutz
  5. Gefahrstoffe

Namhafte Referenten und Experten aus Industrie, Wirtschaft, Behörden und Beratung stehen für die fachliche Expertise der Veranstaltung. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner und Sachverständiger für sichere Veranstaltungen – wird dieses Jahr als Speaker mit dabei sein und einer der beiden Eröffnungsvorträge halten zu dem Thema:

 Wer trägt eigentlich die Verantwortung bei einer Veranstaltung?

  • Schutzziele in Versammlungsstätten für Personen
  • Veranstaltungsleitung, Kontrolle und Aufsicht gemäß MVStättVO und DGUV-Vorschriften
  • Verantwortung, Pflichten und Aufgaben bei einer Veranstaltung (Delegation von Verantwortung und Pflichten)
  • Basis-Organigramm gemäß Betriebsvorschriften/Betreiberpflichten der MVStättVO 2014 sowie DGUV Vorschrift 1 und 17
  • Übersicht sicherheitsrelevanter Positionen in Versammlungsstätten

Persönlich empfehlen wir die Teilnahme an dem Kongress jedem, der auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit Verantwortungen trägt.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Themen und Referenten, sowie zur Anmeldung zum Deutschen Arbeitsschutz-Kongress der WEKA-Akademie finden Sie unter http://www.deutscher-arbeitsschutz-kongress.de/.

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