Notfallkommunikation bei Veranstaltungen

1 Notfälle bei Veranstaltungen

Ob Brand, Unwetter, MANV[1] oder Terrordrohung, bei Veranstaltungen kann es zu Notfällen verschiedenster Art und Intensität kommen. Grundsätzlich gilt, dass jene Situation als Notfall definiert werden kann, in der eine drohende Gefährdung für die körperliche und seelische Unversehrtheit von Menschen eintritt[i]. Weitere Merkmale wie ein Mangel an Zeit, Informationen, Material und Personal tragen dazu bei, dass Verantwortliche in Notfällen schnell und effektiv handeln müssen, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden.

Wichtig dabei ist, dass alle Parteien schnellstmöglich über die Situation und eventuelle Handlungsmaßnahmen informiert werden. Es gilt daher einerseits eine effektive Kommunikation mit internen Verantwortlichen wie dem Veranstalter, Betreiber, Veranstaltungsleiter, Technischen Leiter und Ordnungsdienstleiter zu gewährleisten, andererseits aber auch mit externen Instanzen wie den BOS[2], das heißt mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Auch die Besucher einer Veranstaltung – die die Hauptschutzgruppe der (Muster-)Versammlungsstättenverordnung darstellen – müssen im Notfall schnellstmöglich über die Situation sowie sichere Verhaltensweisen aufgeklärt werden.

In diesem Artikel soll betrachtet werden, welche Faktoren in einem Kommunikationskonzept, als Teil eines Sicherheitskonzepts gemäß §43 MVStättVO, betrachtet werden müssen, sodass die Notfallkommunikation mit den verschiedenen Parteien einer Veranstaltung so effektiv wie möglich gestaltet werden kann. Im Vordergrund steht hierbei der Faktor Mensch sowie dessen Fühlen, Denken und Handeln in Notfallsituationen.

2 Kommunikationsgrundlagen in Notfallsituationen

Grundsätzlich gilt es bei der Notfallkommunikation zwischen der Kommunikation mit Experten und der Kommunikation mit Laien zu unterscheiden. Zu den Experten zählen in der Eventbranche im weitesten Sinne alle Personen, die mit der Veranstaltung und deren Sicherheitsorganisation vertraut sind, wie Veranstalter, Betreiber, Veranstaltungsleiter und Ordnungsdienstleiter. Auch die BOS haben einen gewissen Expertenstatus, zumindest bezüglich des Themas Notfall- und Katastrophenintervention. Hinsichtlich der Veranstaltungsorganisation und den relevanten Umgebungsfaktoren (Veranstaltungsgelände, Zufahrten, etc.) sind die Mitglieder der BOS in vielen Fällen jedoch auf mehr Informationen angewiesen als interne Verantwortliche.

Besucher wiederum müssen im direkten Vergleich zu internen Verantwortlichen und den BOS als Laien eingestuft werden, da diese  (wenn überhaupt)  nur oberflächlich mit der Veranstaltung und deren Sicherheitsvorkehrungen vertraut sind. Entsprechend benötigen Besucher andere Informationen und auch eine andere Art der Notfallkommunikation als Experten. Die genauen Unterschiede und die zielgruppenspezifische Anforderungen an Kommunikationskonzepte werden in den nächsten drei Kapiteln näher erläutert.

2.1 Interne Notfallkommunikation

Für die Kommunikation zwischen Veranstalter, Betreiber der Veranstaltungsstätte, Veranstaltungsleiter, Sicherheits- oder Ordnungsdienstleiter, technischem Personal,  aufsichtführenden Personen, Brandsicherheits- und Sanitätsdienstleitern sowie anderen internen Verantwortlichen ist die Erstellung und Einhaltung einer Informationskette bzw. -hierarchie die Basis für ein schnelles  und effektives Handeln in Notfallsituationen. Denn Undeutlichkeiten bezüglich der Zuständigkeiten sind mit einer der häufigsten Gründe für falsche oder zu späte Reaktionen bei Notfällen in Veranstaltungsstätten. Die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner fordert einerseits kostbare Zeit, verschlechtert andererseits aber auch den Zusammenhalt innerhalb eines Teams, was sich wiederum negativ auf die interne Kommunikation auswirken kann. In vielen Fällen kann man daher beobachten, dass bei schlechter interner Zuständigkeitsregelung der Sachinhalt (z.B. „Die Notausgänge müssen jetzt geöffnet werden.“) – und damit die tatsächlich wertvolle Information – in den Hintergrund der Kommunikation tritt und stattdessen Emotionen wie Ungeduld oder sogar Wut (z.B. „Warum haben die Idioten vom Sicherheitsdienst noch nicht die Notausgänge geöffnet?“)  die Nachricht dominieren[ii].

Zudem neigen wir dazu, in Notfällen vermehrt unsere Emotionen bezüglich der Situation (z.B. „Es gibt furchtbar viele Verletzte, überall ist Blut!“) anstelle der genauen Informationen zu übermitteln („Es gibt ca. 20 Verletzte, 5 davon schwer.“)​. Dies kann die Einschätzung der Lage für interne Ersthelfer, jedoch auch für den Rettungsdienst deutlich erschweren, wodurch letztendlich Betroffene, die schnell Hilfe benötigen, nicht mit entsprechender Priorität behandelt werden[3][iii].

Die Formulierung knapper, aber präziser Informationen und Anweisungen ist daher einer der wichtigsten Herausforderungen, die im Notfall bewältigt werden müssen. Verantwortliche sollten sich dabei grundsätzlich über folgende Fragen verständigen:

  1. Was ist passiert: Diese Information sollte so deutlich wie möglich formuliert werden, auf unnötige Fremdwörter gilt es zu verzichten.
  2. Wo ist es passiert: Hierbei sollte gegebenenfalls auch auf sichere Bereiche hingewiesen werden, in die Besucher sich begeben können.
  3. Wer hat was zu tun: Im Idealfall ist dies bereits schriftlich geregelt, sollte jedoch zur Verdeutlichung noch einmal wiederholt werden.

In diesem Zusammenhang gilt es Missverständnissen und Kommunikationsfehlern entgegenzuwirken, die durch ein erhöhtes Stressniveau ausgelöst werden. Grundsätzlich empfinden wir in Notfallsituationen Stresssymptome in Form eines gesteigerten Erregungsniveau und einer Einschränkung unserer visuellen und akustischen Wahrnehmungsfähigkeit. Es empfiehlt sich daher, beim Empfang einer Nachricht das Verstandene kurz und knapp zu wiederholen (z.B. „Verstanden. Ich informiere die Besucher jetzt über den Brand.“). Sollte der Übermittler der Information oder Anweisung etwas anderes gesagt oder gemeint haben, ist eine unmittelbare Korrektur der Nachricht möglich.

Zudem empfinden wir es in Stresssituation als kognitiv entlastend uns auf Wegen zu verständigen, die uns bereits vertraut sind. Hierzu zählen unter anderem auch die Sprache und die Kommunikationsmittel. Idealerweise sollte man daher bereits im Normalfall Begrifflichkeiten definieren und nutzen, die in Notfallsituationen relevant sein können. Zusätzlich kann es nützlich sein, sogenannte Code- oder Signalwörter für Notfallsituationen festzulegen. Der Hinweis, eine Anweisung „sofort“ auszuführen, könnte beispielsweise für Situationen reserviert werden, in denen eine unmittelbare Handlung des Angesprochenen überlebenswichtig für Mitarbeiter oder Besucher ist. Auch sogenannte Notfall-Kommunikationsmittel (vgl. Kapitel 3.1) sollten regelmäßig während der alltäglichen Arbeit genutzt werden, sodass eine Nutzung in Stresssituationen ohne „großes Nachdenken“ ermöglicht wird.

Ein weiteres wichtiges Element der Notfallkommunikation liegt in der Artikulation, denn ein häufiger Fehler besteht darin, ausgerechnet die wichtigen Worte in einem Satz undeutlich auszusprechen. Auch der Tonfall ist in diesem Zusammenhang entscheidend, da dieser ein Hauptübermittler von Emotionen ist. Durch die Stimmlage kann z.B. Stress ausgedrückt, aber auch die Dringlichkeit einer Botschaft betont werden. Aus diesem Grunde sollten gerade interne Entscheidungstreffer mit gezielten Sprechtrainings auf Notfallsituationen bei Veranstaltungen vorbereitet werden.

2.2 Notfallkommunikation mit den BOS

Ursache für eine verzögerte Reaktion der BOS in Notfällen ist zumeist ein unklares Lagebild für die Einsatzkräfte. Denn die tatsächlich vorhandenen Informationen der Lage finden nicht immer direkt den Weg zu den Entscheidern und Ausführern der Feuerwehr, Polizei und des Rettungsdienstes. Ziel der Notfallkommunikation mit den BOS ist es daher, das Bild der Lage zu den Entscheidern zu bringen  und die Entscheidungen an die ausführenden Kräfte weiterzuleiten.

Im Idealfall kennen die Veranstalter und Betreiber daher bereits die jeweiligen Einsatzleiter der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes, sodass die  Kommunikation schnell und  effektiv abgewickelt werden kann. Die wichtigsten Informationen für die BOS, die vor der Kontaktaufnahme bestmöglich geklärt werden sollten, lauten wie folgt:

  • Besteht eine Gefährdung für die Einsatzkräfte (z.B. der „Second Hit“[4] bei Verdacht auf Terroranschlägen)?
  • Wie hoch ist die Anzahl der Betroffenen bzw. Verletzten?
  • Wie schwer sind die Verletzungen (augenscheinlich)?
  • Wie genau sieht die räumliche Situation aus? Wo befinden sich die Betroffenen und wie können diese z.B. mit den Rettungsfahrzeugen erreicht werden?

Einsatzleiter müssen also erfahren, was wo geschieht, um spezifische Entscheidungen zu treffen und diese an ausführende Instanzen (z.B. an das Ordnungsdienstpersonal, Mitarbeiter und Hilfskräfte) weitergeben zu können.

Weiterhin gilt es, bereits beim Eintreffen der Hilfskräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei den Kontakt zwischen dem oder den Verantwortlichen der Veranstaltung (z.B. dem Veranstaltungsleiter gemäß §38 MVStättVO) und der Einsatzleitung der nichtpolizeilichen BOS (z.B. Einsatzleiter / Technische Einsatzleitung) und der Polizei (z.B. Polizeiführer, Führungsstab) herzustellen, um einerseits die Verdeutlichung des Lagebilds zu beschleunigen und andererseits die Durchführung von Maßnahmen zu vereinfachen.

2.3 Notfallkommunikation mit Besuchern

Wie bereits zu Beginn dieses Kapitels erläutert, haben Veranstaltungsbesucher aufgrund ihrer fehlenden Vertrautheit mit den genauen Gegebenheiten der Veranstaltung sowie dem Umgang mit Notfallszenarien ein besonderes Informationsbedürfnis. Der Inhalt, aber auch die Formgebung der Notfallkommunikation müssen dementsprechend an die Zielgruppe angepasst werden.

2.3.1 Inhalt von Notfallbotschaften

Wissenschaftliche Studien der Risikopsychologie konnten belegen, dass eine Notfallkommunikation mit Laien immer auf zwei Informationen eingehen muss, wenn sie ein gewünschtes Verhalten erzielen soll[iv].

Die erste Information bezieht sich auf die Art und Ernsthaftigkeit des Notfalls, das heißt: Was ist passiert, warum liegt hier eine akute Gefahr vor und inwiefern bin ich von dieser Gefahr persönlich betroffen? Besucher müssen demnach immer konkret über die folgenden Fragen aufgeklärt werden:

  • Um welche Art von Notfall handelt es sich (z.B. Brand, Explosionsgefahr, Stromausfall)?
  • Warum ist dieser Notfall ernst genug, um mich hiervon in Kenntnis zu setzen (z.B. Einsturzgefahr einer Bühne, gefährliche Rauchentwicklung)?
  • Inwiefern ist dieser Notfall für mich persönlich relevant (in manchen Fällen braucht z.B. nur ein Teil des Veranstaltungsgeländes geräumt zu werden)?

Im Idealfall ist der Empfänger einer Notfallbotschaft  nach diesen ersten Informationen aufmerksam und alarmiert. Um unerwünschtes Verhalten – zum Beispiel den Ausbruch von Panik – zu vermeiden und ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu erzeugen, muss dem Empfänger der Botschaft jetzt auch mitgeteilt werden, welche sicheren Handlungsmöglichkeiten sich für ihn ergeben, warum diese sicher und effektiv sind und wie genau diese Handlungen umzusetzen sind. Bei der Räumung oder Evakuierung einer Veranstaltungsstätte zum Beispiel müssen betroffene Personen also direkt nach Bekanntgabe des Notfalls darüber informiert werden:

  • dass sie alle bisherigen Handlungen (ggfs. konkretisieren) einstellen und den gefährdeten Bereich unmittelbar verlassen sollen,
  • über welche Notausgänge dies geschehen muss,
  • mit welchen Hilfsmitteln (z.B. Schilder, Pläne, Ordner) der nächstgelegene Notausgang gefunden werden kann,
  • welche sicheren Orte sie gegebenenfalls aufsuchen sollen (z.B. Sammelplatz).

Da Unsicherheiten und ein Gefühl von fehlender Kontrolle über die Situation Stress und irrationales Verhalten[5] auslösen können, sollte eine Notfalldurchsage vor allem ehrliche, konkrete Informationen beinhalten.  In manchen Notfällen mit hohem Panikpotential (z.B. Bombendrohungen) kann es jedoch durchaus sinnvoll sein, eine glaubwürdige Notlüge für die Räumung der Veranstaltung in der Hinterhand zu haben (z.B. Rauchentwicklung). Diese Notlüge muss jedoch ebenfalls bereits im Vorfeld gründlich ausgearbeitet und eingeübt werden.

Zusätzlich zu den inhaltlichen Informationen sollten bei der Erstellung von Notfallkommunikationskonzepten jedoch immer auch formelle Aspekte beachtet und umgesetzt werden.

2.3.2 Formgebung der Notfallkommunikation

Mit ungeschulten Veranstaltungsbesuchern sollte die Notfallkommunikation immer auf eine möglichst direkte Art stattfinden, das heißt idealerweise von Angesicht zu Angesicht. Da Notfalldurchsagen grundsätzlich eine Unsicherheit für betroffene Personen darstellen, können der direkte Kontakt zu einer menschlichen Informationsquelle und damit die Wahrnehmung von Mimik und Gestik die Einschätzung der Situation erleichtern. Der Sprecher  sollte deshalb immer sowohl Autorität als auch Ruhe verkörpern und mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Wenn die Art der Veranstaltungsstätte eine direkte Face-to-Face Kommunikation nicht zulässt, sollte die Ruhe und Autorität über die Stimme vermittelt werden. Ein entsprechendes Stress- und Sprechtraining für den Verantwortlichen kann in beiden Fällen unterstützend wirken.

Da die Wahrnehmungs- und Aufnahmefähigkeit von Menschen in Stresssituationen eingeschränkt ist, sollten Notfalldurchsagen zudem mehrmals wiederholt und mit Signaltönen oder -wörtern (z.B. „Achtung! Wichtige Durchsage!“) angekündigt werden. Diese Signale sollten dann ausschließlich für die Notfallkommunikation reserviert bleiben und nicht für normale Kommunikationszwecke verwendet werden. Zusätzlich ist es zu empfehlen, gesprochene Nachrichten immer auch visuell darzustellen (z.B. durch animierte Fluchtwegpläne), um die Aufnahme der Informationen auch in lauten Umgebungen bestmöglich zu gewährleisten. Gleichzeitig sollte aufgrund der begrenzten Aufnahmefähigkeit jegliche akustische oder visuelle Ablenkung durch Musik, Filme, Lichtshows, o.Ä. vermieden werden. Gegebenenfalls muss eine entsprechende technische Einrichtung zur automatischen Abschaltung von Beschallungsanlagen vorgesehen werden.

3. Technische Aspekte der Kommunikation

Eine Forderung aus dem Arbeitsschutz (§10  ArbSchG) bzw. den Unfallverhütungsvorschriften (§ 25 (1) DGUV V1) ist die sichere Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst bei Unfällen. Das heißt, dass der Betreiber oder Veranstalter als Arbeitgeber bzw. Unternehmer unter Anlegung vernünftiger Maßstäbe sicherzustellen hat, dass  bei einem Brand oder einem Personenschaden Hilfe verlässlich und rasch gerufen werden kann. Weiterhin hat der Betreiber einer Versammlungsstätte immer die sichere Räumung der Versammlungsstätte im Gefahrenfall zu gewährleisten (§42 MVStättVO), was auch eine funktionierende Koordination und Kommunikation der beteiligten Kräfte erfordert.

Verkürzt kann also gesagt werden, dass Kommunikationsmittel so gewählt und eingesetzt werden müssen, dass neben dem reibungslosen Regelbetrieb auch die interne Kommunikation und das Anfordern externer Hilfe im Störfall gewährleistet sind. Eine Abstimmung mit den Stellen der öffentlichen Gefahrenabwehr ist dabei ratsam.

3.1 Interne Kommunikation

Die technische Ausstattung muss einem Kommunikationsplan folgen, der wiederum die tatsächliche Organisation im Betrieb widerspiegelt.

Mag bei einer Kleinstveranstaltung noch der Gebrauch einiger Betriebsfunkgeräte auf einem gemeinsamen Kanal für alle Beteiligten ausreichen, entwickelt sich die Struktur des Kommunikationsplanes mit wachsender Mitwirkendenzahl. Ab einem gewissen Umfang ist es unumgänglich, einzelne Gewerke in der Kommunikation voneinander zu trennen, um Überlastung der Kanäle und Belastung der Mitarbeiter mit irrelevanten Informationen zu verhindern. Spätestens, wenn Leiter einzelner Bereiche (z.B. von Gastronomie, Ordnungsdienst, Veranstaltungstechnik und Sanitätsdienst) wiederum viele unterstellte Kräfte führen müssen, bietet sich die Schaffung eines Führungs- sowie mehrerer Abschnitts-Gesprächskreise an.

Die technische Umsetzung folgt den Anforderungen. Als derzeitigen Goldstandard, auch unter Berücksichtigung der notwendigen Betriebssicherheit, kann man digitale Bündelfunksysteme wie DMR/motoTRBO und TETRA ansehen.

Eine funktionierende interne Kommunikationsstruktur und die dazu passende, geeignete Technik ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Zusammenarbeit bei Störfällen und damit für die rasche und entschlossene Durchführung notwendiger Maßnahmen.

3.2 Kommunikation mit Besuchern

Für den Einsatz von Durchsage- und Sprachalarmierungsanlagen existieren umfangreiche gesetzliche Vorgaben (u.a. MVStättVO) und Vorgaben hinsichtlich der Ausführung und Funktion (u.a. DIN EN 54, DIN 14675, DIN EN 60849 und VDE 0833-4).Über diese Mindestvorgaben hinaus kann man aber den Erfolg der Ansprache der Besucher – auch unter Berücksichtigung psychologischer Erkenntnisse – durch relativ einfache technische und organisatorische Maßnahmen unterstützen.

Wie bereits in Kapitel 2.3.2 erläutert ist eine gesprochene Notfalldurchsage dem „DIN-Ton“ stets vorzuziehen. Der Lage angepasste (vorbereitete) Texte, die ggfs. wahrnehmbare Ereignisse beschreiben und auf die Stimmung unter den Besuchern Rücksicht nehmen, sind die Ideallösung und vermeiden Gerüchte- und Panikentstehung. Dies setzt allerdings Übung und eine entsprechende Vorbereitung seitens der Veranstalter und Betreiber voraus.

Wie bei der internen Kommunikation gilt also auch hier: Die technische Ausführung sollte die organisatorische Vorbereitung ergänzen und widerspiegeln und nicht den notwendigen Maßnahmen bei einer eventuellen Notfallkommunikation entgegenstehen.

4 Der Einfluss von Kommunikation auf Paniken

Der Begriff der (Massen-)Panik ist aus der Presse nicht mehr wegzudenken, wird jedoch oft zu Unrecht zur Erklärung von Notfällen und Katastrophen verwendet. Auch wenn es durchaus Situationen gibt, in denen einzelne Menschen in Fluchtsituationen panisch reagieren, sind regelrechte Massenpaniken ein eher seltenes Phänomen. Um diese Aussage zu verstehen, gilt es zunächst die Merkmale einer Panik zu betrachten:

Auch wenn es keine offizielle Definition gibt, wird Panik in der wissenschaftlichen Literatur zumeist als kopfloses, egoistisches Verhalten bezeichnet, bei dem primitive Motive (d.h. das eigene Überleben) an erster Stelle stehen und kooperative Verhaltensweisen (z.B. Hilfsbereitschaft) in den Hintergrund treten. Hinzu kommt die Einschränkung  verschiedener kognitiver Funktionen, wie des menschlichen Wahrnehmungsvermögens. Verengungen des Gesichtsfelds, Tunnelblick, Einschränkung der Hörfähigkeit und Reduktion der Schmerzempfindlichkeit sind einige der Faktoren, die bei Paniken dazu beitragen, dass Menschen externe Informationen (z.B. Durchsagen) nur schwer verarbeiten bzw. sich dadurch leiten lassen können[v].

Einer der Hauptziele der Notfallplanung sollte es daher sein, den Ausbruch einer (Massen-)Panik zu verhindern. Eine gute, konstante Kommunikation mit den Besuchern zählt hierbei zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen, denn fehlende oder gegensätzliche Informationen – oder die die als solche wahrgenommen werden – sind einer der häufigsten Ursachen für panische Verhaltensweisen. Umgehende Gerüchte (z.B. über Bombendrohungen) sollten aus diesem Grunde stets ernstgenommen und schnellstmöglich entkräftet werden.

Die Kommunikation mit Menschenmengen, die sich bereits in Panik oder in einem Vorstadium befinden, muss aufgrund der geringen Wahrnehmungsfähigkeit besonders einfach und deutlich gestaltet werden. Im Vordergrund sollten daher knappe aber ehrliche Informationen über die Situation (vgl. Kapitel 2.3.1) stehen. Sollte es möglich sein, die Situation unter Mithilfe der Menschenmenge zu lösen, können auch einfache Handlungsanweisungen gegeben werden, wie „Alle treten jetzt drei Schritte zurück.“ Vermieden werden sollten sogenannte negative Formulierungen. Das heißt, es sollten keine Handlungsanweisungen erteilt werden hinsichtlich der Aktionen, die nicht erfolgen sollen (z.B. „Bitte geraten Sie nicht in Panik“), denn das Wort „nicht“ kann aufgrund der eingeschränkten Wahrnehmung durch Stress und Umgebungsgeräusche überhört werden. Hinzu kommt im obigen Beispiel die Nennung des Panik-Begriffs. Gerade bei Menschen, die bisher vergleichsweise ruhig geblieben sind kann dies das Gefühl auslösen, dass es tatsächlich einen Grund zur Panik geben muss, denn sonst würde der Sprecher diese nicht erwähnen. Eine Verstärkung der Panik wäre dann nicht auszuschließen.[vi]

Zu guter Letzt sollte auch in einer Paniksituation die vorhandene Information in sehr regelmäßigen Abständen wiederholt und aktualisiert werden. Die Verkündigung von (wahren!) Fortschritten in der Lösungen der Situation können ebenfalls dazu beitragen, dass Menschen ruhiger und gelassener werden und sich die Situation entspannt.

Auch wenn eine (Massen-)Panik eher selten eintritt, sind deren körperlichen und psychischen Folgen für die Beteiligten nicht zu unterschätzen. Daher ist es in jedem Falle sinnvoll, sich im Rahmen eines Notfallkonzepts auch Gedanken zu Kommunikationsstrategien in Paniksituation zu machen.

5 Fazit

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass „Kommunikation“ ein organisatorischer Faktor ist, der einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Ablauf und die Ausprägung eines Notfalls bei Veranstaltungen haben kann.   Aus diesem Grunde sollten bereits im Vorfeld einer jeden Veranstaltung Kommunikationskonzepte für Notfallsituationen entwickeln werden, mit denen die vorhandene Zeit im Ernstfall optimal genutzt werden kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Psychologie sowie praktische Erfahrungen aus den letzten Jahren können Verantwortlichen dabei helfen, für ihre Veranstaltung und Zielgruppen ein passendes konzeptuelles und technisches System zu entwickeln, mit der eine effektive Kommunikation mit sowohl Mitarbeitern als auch mit externen Einsatz- und Hilfskräften sowie der Besucherschaft gewährleistet wird.

Zusätzlich zu der Entwicklung und Optimierung sollte der Fokus von Verantwortlichen auch auf der praktischen Erprobung der Kommunikationskonzepte und technischen Systeme liegen, sodass im Ernstfall ein möglichst reibungsloser und damit sicherer Ablauf gewährleistet werden kann. Unterstützung finden Veranstalter, Betreiber und Veranstaltungsleiter beispielsweise bei Sachverständigen oder Fachplaner für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit.

Autoren: 

Jana Domrose, Tobias Zweckerl & Olaf Jastrob, Technisches Sachverständigenbüro Jastrob

Fußnoten:

[1] Kurz für Massenanfall von Verletzten

[2] Kurz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

[3] Vergleichbare fehlerhafte Kommunikation hat auch bei der Love Parade 2010 in Duisburg dazu geführt, dass einige schwerverletzte Personen zu spät versorgt wurden.

[4] Gezielter zweiter Anschlag, wenn Helfer am Ort des Geschehens eintreffen.

[5]Wichtig:  Das irrationale Verhalten wird in der Situation vom Betroffenen als einzig logische Handlungsmöglichkeit wahrgenommen.

Quellen:

[i] DIN 13050:2015-04 (2015). Begriffe im Rettungswesen. Beuth-Verlag.

[ii] Lasogga, F. & Gasch, B. (Eds.). (2011). Notfallpsychologie: Lehrbuch für die Praxis (S. 435-442). Heidelberg: Springer.

[iii] Helbing, D., Mukerji, P. (2012). Crowd disasters as systemic failures: Analysis of the love parade disaster. EPJ Data Science (Springer).

[iv] Kievik, M., ter Huurne, E.F.J. & Gutteling, J.M. (2012). The action suited to the word:  Use of the framework of risk information seeking to understand risk-related behaviors. Journal of Risk Research, 15(2), S. 131 – 147.

[v] Lasogga, F. & Gasch, B. (Eds.). (2011). Notfallpsychologie: Lehrbuch für die Praxis (S. 435-442). Heidelberg: Springer.

[vi] Technische Unternehmensberatung Jastrob (2015). Veranstaltungssicherheit aus psychologischer Sicht.  S. 7-10.

 

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Deutsche Meisterschaften im Straßenradsport in Chemnitz

Veranstaltungssicherheit im Fokus

Chemnitz war vom 23.06. bis zum 25.06.2017 Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport. In fünf Disziplinen fanden die verschiedenen Titelkämpfe statt, die Rennstrecken führten hierbei zum Teil durch die Stadt Chemnitz und durch das nahe Umland. Insgesamt nahmen ca. 300 Radsportler sowie über 25.000  Besucher an der Veranstaltung teil.

Neben all dem sportlichen Eifer und Spaß stand natürlich die Sicherheit der Veranstaltung an erster Stelle. Die Herausforderung der Veranstalter und Betreiber bestand vor allem darin, die Sicherheits- und Gefährdungsaspekte dieser Veranstaltung zu bewerten, die sich aufgrund ihres sportartspezifischen Charakters nicht auf einen räumlich begrenzten oder geschützten Raum einschränken ließ.

Um die Sicherheit aller beteiligten Personen dennoch bestmöglich gewährleisten zu können, erhielt die Technische Unternehmensberatung Jastrob (www.jastrob.de) im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes für die Durchführung der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017.

Das fundierte Sicherheitskonzept – Grundlage eines sicheren Events

Herzstück der Veranstaltung waren die Hartmannstraße sowie der Richard-Hartmann-Platz im Stadtzentrum. Der dort befindliche Start-/Zielbereich sowie das Fahrerlager und die dort vorhandene technische Infrastruktur standen daher im Fokus der Betrachtungen des Sicherheitskonzeptes. Darüber hinaus wurden ausgewählte Positionen entlang der Stecken betrachtet, an denen mit einem erhöhten Besucheraufkommen zu rechnen war. Die Beurteilung der Gegebenheiten wurde durch die Ortskenntnisse der Chemnitzer Eventagentur c-events (www.c-events.eu) ergänzt.

Die Veranstaltung wurde auf der Grundlage des Sicherheitskonzeptes inklusive eines Verkehrskonzeptes und eines Sanitätskonzeptes vom zuständigen Ordnungsamt genehmigt. In der praktischen Umsetzung des Sicherheitskonzeptes wurde die Stadt Chemnitz federführend durch die Technische Unternehmensberatung Jastrob unterstützt und begleitet. Auch hierbei erfolgte eine zielorientierte Zusammenarbeit mit der Eventagentur c-events sowie des Sicherheits- und Ordnungsdienst Security-Service-Schmitt GmbH (www.security-service-schmitt.de).

Gute Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Veranstaltung

Angela Lasch, amtierende Amtsleiterin des Chemnitzer Schul- und Sportamts berichtet:

„Die Zusammenarbeit aller Mitwirkenden gestaltete sich außerordentlich konstruktiv und kooperativ. Alle Beteiligten brachten ihr Knowhow engagiert ein, sodass alle Belange bzw. Sachverhalte in einem verzahnten Modus einer Klärung zugeführt werden konnten. Das Engagement der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erfolgte auch im Bereich des Arbeitsschutzes während der Auf- und Abbauarbeiten der Infrastruktur auf einem fachlich hohen Niveau. Spontan wurden neu aufkommende Situationen nach Absprache operativ erörtert und gelöst.“

Insgesamt wurde die Veranstaltung von rund 25.000 Besuchern besucht, deeskalierende Eingriffe seitens des Sicherheits- und Ordnungsdienstes waren jedoch nicht erforderlich. Auch bei starken Besucherströmen und erforderlichen Lenkungsmaßnahmen blieben die Mitarbeiter der Security-Service-Schmitt GmbH stets bestimmt, aber zugleich ruhig und besonnen. Dies spiegelte sich letztendlich auch positiv im friedlichen Verhalten der Besucher wider.

Auch „Glück“ spielte eine Rolle

Gerade im Bezug auf das Wetter hätten sich die Veranstalter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 nicht viel bessere Bedingungen wünschen können. Olaf Jastrob, Fachplaner Besuchersicherheit und Geschäftsführer der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erläutert:

„Bis auf den Freitag, wo es ein wenig Regen gab, hatten wir durchweg perfektes Veranstaltungswetter. Dies hat in erheblichem Maße zur Sicherheit der Veranstaltung beigetragen, denn die Räumung eines solch weitläufigen Geländes bei Sturm oder Unwetter ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Veranstalter und Sicherheitskräfte.“

Das Fazit

„Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass die Technische Unternehmensberatung Jastrob unter Einbeziehung der beiden anderen genannten Unternehmen mit sehr viel Professionalität dazu beigetragen hat, dass die Stadt Chemnitz, sich als ein würdiger Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 präsentieren konnte. Somit konnten den  aktiven Sportlern optimale Wettkampfbedingungen und den Besuchern ein unvergessliches Großsportevent geboten werden.“

– so Angela Lasch.

„Dass der Bund Deutscher Radfahrer, die Radsport-Teams und zahlreiche Mitwirkende die Deutschen Straßenradsportmeisterschaften 2017 mit mehr als 25.000 Besuchern als die beste Veranstaltung dieser Art seit vielen Jahren bewertete, beruht auch auf der guten Beratung und engagierten Mitwirkung der Technischen Unternehmensberatung Jastrob.“

Auch René Schuster, Inhaber von c-events, äußert sich positiv:

„Die Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 in Chemnitz war eine rundum gelungene Veranstaltung. Dies lag zum einem am Wetter, unter anderem aber auch an der Mitarbeit aller Beteiligten. Für mich war besonders die Zusammenarbeit mit Herrn Jastrob eine sehr angenehme und wohltuende Erfahrung. Herr Jastrob schafft es, die rahmenrechtlichen Grundlagen wie z.B. Arbeitsschutz und Veranstaltungssicherheit, stets sympathisch, aber auch durchsetzungsstark an alle Beteiligten zu kommunizieren und eben diese Grundlagen auch durchzusetzen. Natürlich helfen ihm dabei sein enormes Fachwissen und seine jahrelange Erfahrung. Die Art und Weise der Kommunikation hat mir besonders imponiert. Es war eine rundum schöne und auch stets sichere Veranstaltung, unter anderem dank der guten Zusammenarbeit!“

Mehr Informationen sowie Schulungen zu den Themen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit finden Sie auf unseren Webseiten www.jastrob.de und www.AVB-Akademie.de.

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Wie sich Festivalbesucher bei Unwetter schützen können

Ein Gastbeitrag des TÜV Nord 

Hamburg: Auch in diesem Jahr bleibt die Festivalsaison von Sturm und Gewitter nicht verschont. Gestern wurden wegen des starken Unwetters Anreisewarnungen für das an diesem Wochenende stattfindende Hurricane Festival ausgesprochen. Spätestens seit dem Abbruch des Festivals „Rock am Ring“ im letzten Jahr gehören Unwetter klar zu den Risikofaktoren bei Open-­Air Veranstaltungen. Auch der Aspekt der Besuchersicherheit ist seitdem wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch wie sollen sich Besucher von Festivals und Open-­Air Veranstaltungen bei Blitz und Sturm verhalten? Olaf Jastrob, Referent für Veranstaltungs-­ und Besuchersicherheit bei der TÜV NORD Akademie und Leiter der Technischen Unternehmensberatung Jastrob, gibt wichtige Tipps.

Eine der größten Gefahren liegt in der baulichen und statischen Unsicherheit von Bühnen, Zelten und fliegenden Bauten, die bei Unwettern und Gewitter einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Werden sie beschädigt, können Teile durch die Luft fliegen und die Besucher verletzen. „Doch auch mit gefährlichem Besucherverhalten muss immer gerechnet werden, denn die Menschen reagieren im Notfall häufig irrational“, sagt Jastrob. Folgendes sollten Besucher von Open-­Air Veranstaltungen bei Gewitter daher beachten:

• Ruhe bewahren: Oft kündigen sich Gewitter bereits einige Stunden oder Minuten im Voraus an, so dass genügend Zeit ist, sich in Ruhe in Sicherheit zu bringen. Tritt ein Unwetter jedoch plötzlich auf, kann es zu einer Massenpanik kommen. Dann gilt es, ruhig zu bleiben, Fluchtwege zu nutzen und den Anweisungen der Veranstalter zu folgen.

• Bühnen und Zäune meiden: In der Regel finden Festivals auf weitläufigen und flachen Arealen statt. Die dort aufgebauten Bühnen und Sperrzäune heben sich aufgrund ihrer Höhe stark vom Rest ihrer Umgebung ab und ziehen Blitze verstärkt an. Daher ist es ratsam, diese Orte bei Gewitter weiträumig zu meiden – insbesondere, da Blitze nicht nur an der Einschlagstelle, sondern auch in ihrer Umgebung Schäden anrichten können. Dies gilt vor allem auch für Bäume, die fälschlicherweise häufig von Besuchern als Zufluchtsort aufgesucht werden.

• Schutz im Auto suchen: Wer kann, der sollte bei einem Gewitter das Festivalgelände verlassen und Schutz im geschlossenen Auto, Bulli oder Wohnwagen suchen. Der Grund: Die Fahrzeuge bilden einen Faradayschen Käfig, der den Blitz im Falle eines Einschlags in die Erde ableitet und somit die Insassen schützt.

• In der Hocke verharren: Wer es nicht mehr rechtzeitig zum Auto schafft und das Gewitter auf einer freien Fläche abwarten muss, sollte in die Hocke gehen und sich klein machen, die Füße nebeneinander stellen und mit den
Armen den Körper umfassen. Durch diese Haltung ist die Angriffsfläche für Blitze möglichst gering.

Weitere Informationen zum Thema und Hinweise zu Schulungen unter:
www.tuev-­nord.de/weiterbildung/Veranstaltungssicherheit 

Über die TÜV NORD GROUP:
Die TÜV NORD GROUP ist mit über 10.000 Mitarbeitern einer der größten technischen Dienstleister. Mit ihrer Beratungs-­, Service-­ und Prüfkompetenz ist sie weltweit in 70 Ländern aktiv. Zu den Geschäftsbereichen gehören Industrie Service, Mobilität, IT und Bildung. Mit Dienstleistungen in den Bereichen Rohstoffe und Aerospace hat der Konzern ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Branche.
Leitmotiv: „Excellence for your business.“
www.tuev-­nord-­group.com

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Großeinsatz: Brand im Hotel

Räumung und Evakuierung in der Realität – Ein Erfahrungsbericht von Jana Domrose, wissenschaftliche Mitarbeitern beim Technischen Sachverständigenbüro Jastrob

Ein Brand in einem Hotel, Menschen laufen auf die Straße, teilweise nur in ihren Schlafanzügen. Solche und ähnliche Notfallszenarien sieht man hin und wieder in den Nachrichten, aber selbst kann einem so etwas doch eigentlich nicht passieren – denkt man zumindest. Die Autorin wurde Ende Mai während einer geschäftlichen Reise eines Besseren belehrt und berichtet in dem vorliegenden Artikel über ihre Beobachtungen und Erfahrungen.

Die ersten Minuten nach dem Alarm

 Es ist ein Abend in einem Hotel, kurz nach 22 Uhr. Die meisten Gäste (inkl. der Autorin) befinden sich bereits auf dem Weg ins Bett. Plötzlich ertönt das typische, durchdringende Signal der Feuersirene. Übung oder Ernst? Das ist wohl die erste Frage, die man sich in solch einer Situation stellt. Man schaut auf den Flur, sieht viele ratlos dreinblickende Gesichter. Aufgrund des bereits gut wahrnehmbaren Rauchgeruchs auf dem Flur wird jedoch schnell klar: Das ist keine Übung! Von untern ertönt bereits das Schreien der Rezeptionistin (glücklicherweise ist es ein sehr kleines Hotel) „Alle raus! Sofort raus!“ Daraufhin ziehen sich die meisten Gesichter unter Stöhnen wieder zurück, denn in Unterwäsche wollen trotz milder Temperaturen nur wenige Gäste ihr Zimmer verlassen. Die bereits angezogenen Gäste verlassen das Gebäude zugig aber geordnet.

Draußen auf dem Sammelplatz sieht man, dass bereits Flammen aus dem Dachstuhl des Hotels schlagen. Mit Entsetzen muss die Autorin beobachten, dass im obersten Stockwerk noch Gäste am Fenster stehen und seelenruhig ihre Tasche packen, obwohl der Brand nur wenige Meter entfernt immer stärker wütet. Erst nach lautem Rufen der draußen stehenden Hotelgäste „Kommen Sie da sofort raus!“ wird der Ernst der Lage erkannt.

Das Eintreffen der Rettungskräfte

OrgL und LNA im Einsatz, – ©Olaf Jastrob

Nur wenige Minuten nach der Räumung ertönt bereits die Sirene der Feuerwehr, die sich zusammen mit der Polizei und Krankenwagen einen Weg zum Hotelkomplex bahnt. Dort angekommen wird erst einmal sortiert. „Sind Sie Hotelgäste? Darüber!“. Gar keine so einfache Aufgabe, da einige der Gäste mehrmals versuchen in das brennende Hotel zu gelangen, um persönliches Gepäck zu retten. Andere Gäste wiederum kümmern sich zunächst einmal um ihre Autos, die rund um das brennende Hotel geparkt sind. Aber wohin damit, wenn alle Zufahrten bereits durch Einsatzfahrzeuge blockiert sind? Dann muss man wohl doch aussteigen und den rufenden und winkenden Männern mit Hut Folge leisten.

Nachdem die meisten Gäste nach langem hin und her zusammengetrommelt wurden (der Sammelplatz musste in der Zwischenzeit drei Mal verlagert werden, da die Gäste durch den drehenden Wind immer wieder im Rauch standen), wird vom Organisatorischen Leiter (OrgL)  des Rettungsdienstes die Gästeliste verlesen. Jeder, der sich noch melden und laufen kann, bekommt zudem eine Markierung auf die Hand. „So sehen die Sanitäter, dass Sie keine akute Behandlung benötigen“, wird uns erklärt. Glücklicherweise werden „nur“ drei Personen, worunter ein Säugling, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Doch wo wir jetzt sind, können wir nicht bleiben, denn die Rauchentwicklung ist trotz intensiver Löscharbeiten der Feuerwehr sehr stark und die Lichtverhältnisse eher schlecht.

Auf dem Behandlungsplatz

Kurzerhand wird daher ein nahegelegener Parkplatz eines großen Supermarktes als Behandlungsplatz ausgewählt. Dort angekommen muss zunächst jeder Hotelgast seinen Namen und Geburtsdatum auf ein Blatt Papier schreiben. Uns wird eingeschärft, keinesfalls den Parkplatz eigenständig zu verlassen. Einige Gäste protestieren, denn viele würden sich bei der nahegelegenen Tankstelle auf den Schreck gerne einen Kaffee oder ein anderes Getränk gönnen.

Nach und nach treffen immer mehr Sanitätsfahrzeuge ein, nicht nur vom DRK, sondern auch von der DLRG (später erfährt die Autorin, dass insgesamt 125 Rettungskräfte vor Ort waren!). Ruckzuck werden Bierzeltgarnituren für uns aufgebaut und Decken gegen die Kälte verteilt, denn viele Gäste sind ja noch im Schlafanzug. Aus einem Gespräch zweier Rettungskräfte erfährt die Autorin, dass  der Krisenstab außerordentlich froh über die milden und trockenen Wetterbedingungen ist, da es sonst „echte organisatorische Probleme gegeben hätte.“

Jetzt heißt es aber erst einmal warten, warten, warten. In der Zwischenzeit hat sich der gesamte Parkplatz mit verschiedensten großen und kleinen Einsatzfahrzeugen gefüllt. Einige Sanitäter beginnen ein Zelt für die Erstversorgung von Mitarbeitern der Feuerwehr zu errichten (diese scheinen mehr Schaden genommen zu haben als die Hotelgäste!), andere verteilen Getränke und später sogar Gesellschaftsspiele.

Trotz der insgesamt relativ optimistischen Stimmung hört man hier und da aber immer wieder Hotelgäste, die sich mürrisch und mit „ganz wichtigen“ Fragen an den OrgL wenden: „Wie komme ich denn jetzt an meine Klamotten? Ich habe morgen einen wichtigen Termin, da kann ich nicht im Schlafanzug erscheinen!“ Die kurze und knappe Antwort: „Ihre Klamotten sind uns im Augenblick sch….egal!“

Die Umverteilung

Zwischenzeitlich kümmern sich weitere Mitarbeiter des Krisenstabs um die Organisation von Schlafplätzen für die Gäste. Ganz geordnet werden wir grüppchenweise aufgerufen und in eines der umliegenden Hotels gebracht. Die Wirtin des Ersatzhotels der Autorin erzählt bei der Ankunft, dass sie den nächtlichen Anruf des Krisenstabs zunächst für einen schlechten Scherz gehalten und beinahe wieder aufgelegt hätte.

Fazit

Autorin: Jana Domrose, M.Sc. Psychologie

Für die Autorin – die sich beruflich mit u.a. menschlichem Verhalten in Notfallsituationen beschäftigt – war es interessant zu erfahren, dass viele der theoretischen Verhaltensmuster auch tatsächlich in der Praxis zu beobachten waren. Besonders auffällig hierbei waren die zum Teil stark verzögerten Reaktionen auf den Feueralarm sowie das dringende Bedürfnis einiger Personen, das brennende Gebäude trotz starker Rauchentwicklung zu betreten, nur um persönliche Gegenstände in Sicherheit zu bringen.

Dennoch muss festgehalten werden, dass die Rettungskräfte die Lage trotz der leicht chaotischen Situation und den problematischen Verhaltensweisen einiger Gäste gut im Griff hatten. Allen, zum Teil ehrenamtlichen Rettungskräften, die sich für uns die Nacht um die Ohren geschlagen und uns in dieser unangenehmen Situation bestmöglich versorgt haben, gilt es hierbei einen großen Dank auszusprechen!

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Drohnen-Abwehrtechnologie für Unternehmen und Events

 

Gefahr erkannt, Gefahr noch nicht gebannt

Mit einer Drohne kann jeder zum Piloten werden und neue Gebiete erkunden. Doch dieser Spaß birgt leider auch Risiken, denn schnell wird das „Hobbygerät“ eine Gefahr für den Land- und Luftraum. Flughäfen, Unternehmen aber auch Stadien und Veranstalter möchten daher aufrüsten und in den Markt der Abwehr von kommerziellen Drohnen einsteigen. Die Deutsche Telekom zum Beispiel arbeitet seit 2016 mit Dedrone zusammen und konnte bereits zahlreiche  Kunden mit der Technologie ausstatten. Doch wie effektiv  können Drohnen mit diesen und ähnlichen Technologien tatsächlich abgewehrt werden? Diese Frage möchten wir im vorliegenden Artikel näher betrachten.

Von welcher Art von Drohnen geht eine Gefahr aus?

Es sind weniger die militärischen Drohnen, über die wir uns Gedanken machen müssen, denn die werden im Regelfall nur von der Regierung eingesetzt. Gefahren gehen vielmehr von kommerziellen Drohnen aus, wie von DJI (Marktführer), 3D Robotics, Yuneec oder Parrot, um nur die bekanntesten fliegenden Roboter zu nennen. Von denen sind hauptsächlich jene Modelle beliebt, die auch kleinere Lasten tragen können. Diese Drohnen sind meistens schon ab 400 Euro in jedem Elektronikladen oder Versandhandelsunternehmen erhältlich und damit für Jedermann zugänglich – unabhängig von dessen Intention und Gesinnung.

Welche Gefahren existieren in der Realität?

Von Autounfällen durch Ablenkung des Fahrers bis hin zur Erzeugung von Massenpanik in Stadien oder bei (Groß-)Veranstaltungen ist vieles möglich. Eingeflogene Drohnen, die „nur“ eine Tüte Mehl platzen lassen, können den Anschein eines chemischen Anschlags erwecken, aber auch echter Sprengstoff kann auf diesem Wege gezielt platziert werden. Terror-Anschläge, Unfälle, aber auch die Unwissenheit und Unerfahrenheit mancher Piloten sind Risiken der Drohnentechnologie, die nicht nur in der Theorie, sondern tatsächlich bereits in Deutschland oder anderen Ländern zu Notfällen oder Katastrophen geführt haben.

Viel diskutiert werden auch Beinah-Zusammenstöße mit Flugzeugen in Flughafennähe, auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines größeren Schadens eher als gering einzustufen ist. Gefährdet sind allerdings auch kritische Infrastrukturen wie Chemieanlagen oder Kernkraftwerke und das nicht nur, weil eine Abstürzende Drohne eine Explosion auslösen kann. Allein der finanzielle Schaden, der beim Herunterfahren  eines Kraftwerks oder einer Produktionsanlage aus protokollarischen Gründen entsteht, ist enorm und daher bei Unternehmen aus dieser Branche gefürchtet.

Industriespionage mittels Drohnen, z.B. durch Abfotografieren von Anlagen, Prototypen, etc., ist ebenfalls ein reelles (wenn auch nicht lebensbedrohliches) Problem, ebenso wie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Privatpersonen.

Wie können Unternehmen und Veranstalter gegen Drohnen vorgehen?

Ein Drohnenabwehrsystem ist mit einer Einbruchs-Alarmanlage vergleichbar, nur dass es vor Eindringlingen aus der Luft warnt. Unterschieden werden kann hier zwischen der Erkennung (Detection) und der Abwehr (Protection) von Drohnen. Die Erkennung geschieht meist über die Auswertung von Audio-, Video- und Funksignale, ähnlich wie bei einer Einbrecher-Alarmanlage, die auf Sensorsignalen an Türen und Fenstern reagiert.  Für die Abwehr lassen sich die Hersteller von Drohnenabwehr-Techniken einiges einfallen. Von Gegen-Drohnen mit Fangnetzen, über abgerichtete Greifvögel bis hin zur Laserkanone oder Funkstörsysteme (sog. Jammer) ist hier einiges möglich. Die bekanntesten Abwehrsysteme sehen wie folgt aus:

Abfangnetze:

Methodik: Bei erfolgreicher Erkennung der Drohne starten Piloten ihre eigene Drohne und versuchen, die Gefahrendrohne mit einem Netz einzufangen.

Nachteil: Der Erfolg dieser Methode ist stark von der Fähigkeit des Piloten abhängt. Zudem kann dieser nicht mehrere Drohnen gleichzeitig einfangen und auch immer nur jene, die sich in unmittelbarer Nähe des Piloten befinden. Eine  gute Sicht ist ebenfalls Voraussetzung, sodass diese Methode beispielsweise nachts nur schwer anwendbar ist. Zusammengefasst sind Abfangnetze daher als teuer und schlecht skalierbar einzustufen.

Greifvögel:

Methodik: Die Greifvögel werden darauf trainiert, Drohnen zu packen und auf den Boden zu drücken.

Nachteil: Diese Methode ist sehr kostenintensiv und – wie bei den Netzen – kaum skalierbar. Auch die Effektivität bei schlechter Sicht ist sehr eingeschränkt.

Laserkanone:

Methodik: Die Laserkanone kann die Drohne automatisiert mit einem Laserstrahl anbrennen und abstürzen lassen.

Nachteil: Diese Methode ist sehr kostenintensiv und derzeit noch nicht auf dem Markt verfügbar.

Funkstörsysteme (Jammer):

Methodik: Das System sendet ein stärkeres 2,4 GHz Funksignal und/oder ein GPS Störsignal, um die Fernsteuerung des Piloten zu stören.

Nachteil: Der Einsatz von Störsendern ist weltweit rechtlich nicht zulässig. Ausnahmen bestehen lediglich für die Polizei oder ähnliche Organe und selbst diese können Störsender nur in einem sehr begrenzten Rahmen verwenden.

Hinzu kommt, dass Störsender keine Drohnen behindern können, die völlig autark (ohne GPS oder 2,4 GHz Funk) ihr Ziel finden, sondern beispielweise mittels einer autonomen Videobilderkennung. Diese Technik ist zwar (noch) sehr selten und fortschrittlich, ausgeschlossen werden kann sie aber  nicht.  99% der Drohnen werden jedoch über das WLAN Signal 2.4 GHz Band gesteuert, entweder über ein Smartphone oder über eine eigene Fernsteuerung in diesem Netz.

Fazit

Solange sich die rechtliche Situation für die Nutzung von Störsendern und den Eingriff in den Luftraum nicht ändert, können Unternehmen, Betreiber und Veranstalter zwar Drohnen erkennen, aber noch wenig dagegen ausrichten.

In vielen Fällen reicht jedoch die Erkennung einer Drohne schon aus, um diese effektiv über den Landweg abzuwehren oder entsprechende Schutzmaßnahmen für z.B. Personen und empfindliche Daten einzuleiten. Deshalb gilt nach wie vor die Empfehlung für Unternehmen und andere kritische Infrastrukturen wie (Groß-)Veranstaltungen: Wer eine Drohne erkennen kann, ist schon mal klar Vorteil. Denn nur so können organisatorische Vorkehrungen getroffen werden, um die Sicherheit aller Betroffenen zu gewährleisten.

Autoren

Dr. Wie Ding & Andrew Han  | AntiDrones.com e.K.

Poststr. 2-4 | D-60329 Frankfurt

Web: www.antidrones.com

Olaf Jastrob | Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Blumenstraße 31 | D-52511 Geilenkirchen

Web: www.jastrob.de

 

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Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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Angst vor Terroranschlägen und anderen Katastrophen

Warum wir uns nach aktuellen Großschadensereignissen unsicher fühlen

Die Angst vor Katastrophen

Der Terror ist mittlerweile ein weltweites Phänomen und Problem. Die mediale Berichterstattung ist so groß, dass man den Nachrichten über Anschläge und Amokläufe, aber auch über andere Katastrophen wie Flugzeugabstürze und Naturkatastrophen nicht mehr entkommt. Kein Wunder, dass solche Informationen bei den meisten Menschen erst einmal Entsetzen, Unsicherheit oder sogar Angst auslösen. Vor allem letztere kann jedoch soweit führen, dass Menschen ihr alltägliches Verhalten, ihre Gewohnheiten und Hobbys ändern oder sogar aufgeben. Doch warum empfinden wir gerade nach größeren Katastrophen ein erhöhtes Maß an Angst? Warum bestürzen uns Terroranschläge, Amokläufe, Flugzeugabstürze und Naturkatastrophen mehr, als beispielsweise die Zahl der jährlichen Verkehrstoten auf deutschen Autobahnen? Diese Frage, mit der sich in den letzten Jahren bereits mehrere psychologische Studien beschäftigt haben, soll in dem vorliegenden Artikel näher betrachtet werden.

Gefühlte und echte Risiken

Für uns Menschen ist es oftmals schwierig, Risiken realistisch einzuschätzen. Geschehnisse, vor denen wir uns am meisten fürchten und Ereignisse bzw. Umstände, die unser Leib und Leben tatsächlich am meisten gefährden, unterscheiden sich teilweise stark. Dies kann vor allem dann zum Problem werden, wenn das Ersatzverhalten für vermeintlich gefährliche Handlungen in Wirklichkeit ein höheres Risiko birgt, als das Ursprungsverhalten.

Ein anschauliches Beispiel für diese Fehleinschätzung bezieht sich auf die Zeit nach den Angriffen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Nach diesem Ereignis verzichteten viele Amerikaner, aus Angst vor einer erneuten Flugzeugentführung, auf eine Reise mit dem Flugzeug und legten längere Stercken stattdessen mit dem Auto zurück. Als Konsequenz dieser Angst sind zwischen Oktober und Dezember 2001 laut dem „National Center for Statistics & Analysis“ der USA rund 1.000 Amerikaner mehr auf der Straße ums Leben gekommen, als gemäß Statistiken aus den beiden Jahren zuvor zu erwarten gewesen wäre. Das vermeintlich sichere Verhalten – nämlich die Fahrt mit dem Auto – forderte in diesem Falle also deutlich mehr Opfer, als die als „gefährlich“ eingestufte Nutzung von Flugzeugen als Verkehrsmittel.

Ein weiteres Beispiel für eine Fehleinschätzung von Risiken: Im Jahr 2013 starben laut Statitischem Bundesamt ca. 121.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens, trotzdem raucht immer noch ca. 30 Prozent der Erwachsenen regelmäßig. Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2013 in Deutschland keine Todesopfer von terroristischen Anschlägen, im Jahre 2016 mussten zwölf Todesopfer verzeichnet werden. Obwohl diese Zahl vergleichsweise niedrig ist, werden gerade in den Wochen nach einem Anschlag öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen und Plätze gemieden. Wie lässt sich dieser Verhaltensunterschied erklären?

Der Einfluss von Emotionen

Diese menschlichen Fehleinschätzungen sind oftmals auf die emotionale Reaktion auf Ereignisse zurückzuführen, in denen viele Menschen zum gleichen Zeitpunkt und unerwartet ums Leben kommen. Flugzeugabstürze und Terroranschläge erfüllen dieses Muster beispielsweise in den meisten Fällen. Wenn genauso viele Menschen über ein Jahr verteilt sterben, zum Beispiel durch Autounfälle oder regelmäßigen Zigarettenkonsum, löst dies hingegen nur wenig Angst in uns aus. Auch das Maß an Kalkül und Grausamkeit, das gerade bei Terroranschlägen und Amokläufen eine große Rolle spielt, beeinflusst unser Angstempfinden. Sind zudem auch noch „unschuldige Kinder“ von der Katastrophe betroffen, empfinden wir das Ereignis als besonders erschreckend und furchteinflößend.

Auch die mediale Berichterstattung spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle. Je mehr Details wir über eine Katastrophe erfahren, je mehr Bilder und Videos wir präsentiert bekommen, desto intensiver werden wir mit dieser Katastrophe konfrontiert und desto besser können wir uns in ähnlichen Situationen – z.B. bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum oder in Flugzeugen – an die Eintrittsmöglichkeit dieser Katastrophe erinnern. In der Psychologie wird dies auch „Verfügbarkeitsheuristik“ genannt. Wenn sich hingegen auf einem anderen Kontinent eine Katastrophe mit vielen Toten ereignet, die in den deutschen Medien nur mit einem Kurzbericht erwähnt wird, nimmt man dieses Ereignis als weniger wahrscheinlich und bedrohlich wahr.

Der Einfluss von Kontrolle und Vertrauen

Kontrolle ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Je weniger Kontrolle wir über ein Ereignis haben, desto eher sind wir dazu geneigt, die Bedrohlichkeit dieses Ereignisses zu überschätzen. Beispielsweise geben wir im Gegensatz zur Fahrt mit dem Auto bei einer Reise mit dem Flugzeug unser Leben in fremde Hände. Es gibt keine Bremse, die wir eigenhändig betätigen können, auch können wir dem Piloten während des Fluges nicht ins Steuer greifen.

Aufgezwungene Gefahren wie Terrorismus wirken zudem bedrohlicher als freiwillig in Kauf genommene Risiken wie beispielsweise exzessiver Zigarettenkonsum. Aus diesem Grunde fällt vielen der Aufenthalt bei öffentlichen Veranstaltungen oder Versammlungen nach Attentaten schwer. Wir wissen nicht – und könne auch nicht beeinflussen – wer sich mit uns zusammen in großen Menschenmengen aufhält und welche Gesinnungen und Pläne unsere Mitmenschen haben. Hinzu kommt gerade nach „erfolgreichen“ Anschlägen ein fehlendes Vertrauen in vorhandene Sicherheitsmaßnahmen und/oder -kräfte. Auch ein allgemeiner Zweifel an der (Sicherheits-)Politik eines Landes, kann sich nach akuten Katastrophen negativ auf unser Sicherheitsgefühl auswirken und unser Verhalten ändern.

Ein fehlendes Kontrollgefühl und geringes Vertrauen können also in Kombination mit starken negativen Emotionen erklären, warum unsere Ängste oftmals nicht mit den Fakten übereinstimmen und warum wir gerade nach Terroranschlägen, Flugzeugabstürzen und anderen großen Katastrophen unser Verhalten ändern. Doch welche Schlüsse lassen sich aus dieser Erkenntnis für das alltägliche Leben ziehen?

Was können wir tun? – Ein Fazit

Katastrophen, die einmal geschehen sind, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ebenso wenig können wir uns jemals sicher sein, dass sich eine bestimmte Katastrophe nicht nochmal ereignen wird. Wie sollen wir uns dann nach Terroranschlägen, Flugzeugabstürzen und anderen großen Katastrophen verhalten? Wie können wir mit unseren Ängsten umgehen?

Eine klare Antwort ist nur schwierig zu formulieren. Zunächst sollten negative Gefühle, die durch große Katastrophen ausgelöst werden, nicht unterdrückt werden. Vielmehr sollten wir reflektieren, welchen Einfluss diese Gefühle auf unser tägliches Denken und Handeln haben und wie wir eventuelle Verhaltensänderungen unsererseits bewerten. Wenn man zum Beispiel vermehrt öffentliche Veranstaltungen meidet und damit versucht, das Risiko, bei einem Attentat ums Leben zu kommen, auszuschließen, wird sich das in den meisten Fällen negativ auf die Lebensqualität auswirken. Denn dann sollte man konsequenterweise auch keine Fußgängerzonen, Kaufhäuser, Flughäfen, Theater oder ähnliche öffentliche Plätze und Gebäude aufsuchen.

Vermeidendes Verhalten ist also nur in den wenigsten Fällen zielführend und resultiert, wie in Kapitel 2 beschrieben, oftmals sogar in anderen Risiken. Wichtig ist es daher, sich aktiv mit möglichen Gefährdungen und deren Wahrscheinlichkeit auseinanderzusetzen und mit Restrisiken leben zu lernen. Vertrauenswürdige Informationen sowie eine gute Kommunikation seitens der Regierung und anderen Autoritäten können die Bewertung von Risiken und deren Wahrscheinlichkeit hierbei vereinfachen und unsere Ängste reduzieren.

Autoren: Jana Domrose, M.Sc. Psychologie & Olaf Jastrob, Fachplaner für Besuchersicherheit (FH)

Quellen:

Eller, E., Lermer, E. & Streicher, B. (2013). Psychologische Einflüsse auf die individuelle Einschätzung von Risiken. Emerging Risk Discussion Paper. Ludwig-Maximilians-Universität München.

Jastrob, O. (2017).Technisches Sachverständigenbüro Jastrob (www.jastrob.de).

National Center for Statistics & Analysis (2003). Traffic Safety Facts 2002: Occupant Protection.Washington, DC, USA: National Highway Traffic Safety Administration, DOT HS 809 610.

Robert Koch Institut (2013). Verbreitung des Rauchens in der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland: Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Springer-Verlag Berlin Heidelberg.

Ropeik, D. (2004). The consequences of fear. EMBO reports. 5, S. 56-60.

Slovic, P. (2001). The risk game. Journal of Hazardous Materials 86, S. 17–24.

Statitisches Bundesamt (2014). Häufigste Todesursachen 2013.

Statistisches Bundesamt (2011). Unfallstatistik: Verkehrsmittel im Risikovergleich.

Bildquelle: ©Matthias Buehner – fotolia.com

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Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt und bei Events

Gehört diese nach den aktuellen Anschlägen der Vergangenheit an? 

Bevor ich mich zu diesem Thema äußere, möchte ich zunächst einmal den Opfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt und deren Familien, Angehörigen und Freunden mein aufrichtiges Beileid aussprechen! Auch wenn es sich hierbei ohne Zweifel um ein sehr emotionales Thema handelt, sollten wir – und insbesondere Verantwortliche aus der Veranstaltungsbranche wie Behörden, Veranstalter und Betreiber – jedoch versuchen, das aktuelle Ereignis sachlich zu bewerten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen. Man kann es nicht oft genug sagen:

Eine Kultur der Angst wird nicht zur Gewährleistung von Sicherheit auf Weihnachtsmärkten und anderen (Groß-)Veranstaltungen beitragen, ebenso wenig wie die Pauschalverurteilung von Randgruppen. Die absolute Sicherheit gibt es nicht und hat es auch in der Vergangenheit nie gegeben. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu, auch zu unserem Besuch beim Weihnachtsmarkt und unserer nächsten Silvester- oder Karnevalsfeier. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem täglichen Weg zur Arbeit umzukommen, ist, zumindest hier in Europa, immer noch um ein Vielfaches höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Dies sollten wir auch nach den aktuellen Anschlägen nicht vergessen.

Sind wir deswegen hinsichtlich der Sicherheit von Veranstaltungen machtlos? Nein! Wir können zwar nicht alles vorhersehen, aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es Sicherheitsmängel gab. Es gibt bei jeder Veranstaltung irgendwo einen Mangel, denn niemand ist perfekt. Aber nicht Angst oder Aktionismus sollten unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Die Gewährleistung der Grundsicherheit und damit der Resilienz einer Veranstaltung ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Nur mit einer soliden Grundsicherheit – und hierzu zähle ich die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit – können wir uns bestmöglich sowohl gegen interne als auch externe Gefährdungen schützen. Handlungsbedarf sehe ich bei meiner täglichen Arbeit zum Beispiel immer wieder im Bereich der Erstellung und Validierung von professionellen Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen sowie der Schulung von Mitarbeitern. Hierauf sollten Verantwortliche der Veranstaltungsbranche meiner Meinung nach speziell in der heutigen Zeit ihr Hauptaugenmerk richten.

Gerne stehe ich Behörden, Veranstaltern, Betreibern und Interessierten für Fragen rund um die
Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit zur Verfügung.

 

Ihr

Olaf Jastrob

(Sachverständiger und Fachplaner für Besuchersicherheit (FH))

 

 

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Nach Silvester 2015/16: Neue Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen

Wichtige Hinweise zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit bei Großveranstaltungen – nicht nur an Silvester.

Einlasskontrollen,  Einsatz von Reiterstaffeln und Helikoptern, erhöhte Beobachtungsposten und mobile Dienststellen der Polizei, Videoüberwachung und Lichtmasten zur Ausleuchtung dunkler Ecken sowie Frauenrückzugsräume: Diese und weitere Maßnahmen sollen Polizeiexperten aus Bund und Ländern laut WDR (Stand: 28.11.2016) in einem 60-seitigen „geheimen“ Arbeitspapier entwickelt haben, um die Besuchersicherheit auf Großveranstaltungen zu erhöhen. Auch das Kölner Sicherheitskonzept für Silvester 2016/17 wurde verschärft.

Olaf Jastrob, führender Fachplaner und Sachverständiger für Veranstaltungssicherheit, begrüßt diese Entwicklungen grundsätzlich:

„Um die Sicherheit einer Veranstaltung bestmöglich gewährleisten zu können, sollte man sich sachlich mit aktuellen Gefährdungspotenzialen auseinandersetzen und passende Maßnahmen entwickeln.“

 „Grundsicherheit“ ist das Stichwort

Zusätzlich weißt er jedoch darauf hin:

„Die Grundsicherheit und damit Resilienz einer Veranstaltung ist ein ganz entscheidender Faktor. Das heißt, dass die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit miteinander vereint und eine solide, übergeordnete Grundsicherheit geschaffen werden muss. Themen wie Evakuierung, Brandschutz, Arbeitssicherheit, technische Sicherheit, Ordnungsdienst, Security sowie Anlagen- und Betriebssicherheit sollten bei jeder Veranstaltung als Bestandteile dieser übergeordneten Sicherheit betrachtet werden. Um diese gewährleisten zu können ist es unabdingbar, geeignete Organisationsstrukturen, professionelle  Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepte zu erstellen und regelmäßig zu überprüfen.“

Das Sicherheitskonzept – Wann ist es wirklich notwendig?

Die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO, je nach Bundesland auch MVStättVO, SBauVO, o.ä.) schreibt offiziell vor, dass immer dann ein Sicherheitskonzept erstellt und ein Ordnungsdienst eingerichtet werden muss, wenn die Versammlungsstätte mehr als 5.000 Besucherplätze vorweisen kann. Zusätzlich ist die Erstellung eines Sicherheitskonzepts auch bei kleineren Veranstaltungen notwendig, sobald ein entsprechendes Gefährdungspotenzial vorliegt. Somit ist die Erforderlichkeit eines Sicherheitskonzeptes, der Einsatz eines Ordnungsdienstes oder gesonderten Räumungskonzeptes grundsätzlich zu prüfen. Die genauen Vorgaben und Geltungsbereich der VStättVO finden Verantwortliche auf der jeweiligen Landesrechtseite im Internet.

Fazit

Auch wenn eine 100%-ige Sicherheit bei Veranstaltungen nie garantiert werden kann, hilft ein professioneller Umgang mit dem Thema, Not- und Zwischenfälle zu vermeiden bzw. deren Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Erstellung bzw. Aktualisierung von Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepten ist hierfür die Grundvoraussetzung und sollte bei keiner Veranstaltungsplanung außer Acht gelassen werden.

Sie haben noch Fragen zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit? Dann kontaktieren Sie Fachplaner und Sicherheitsexperten Olaf Jastrob.

 

 

Bildquelle:©Daniel Etzold – Fotolia.com

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Sicherheit für Mädchen und Frauen auf der Münchener Wiesn


Sicherheit wurde während des Münchener Oktoberfestes auch dieses Jahr wieder großgeschrieben. Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehörte – wie auch in den letzten Jahren –  ein fester Security-Point der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“, an den sich Wiesn-Besucherinnen in verschiedensten Problemsituationen wenden können.

Gegründet wurde diese Aktion schon 2003 von AMYNA – Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch, IMMA – Initiative Münchner Mädchenarbeit –  und dem Frauennotruf München, um mit dem Tabuthema „sexuelle Gewalt auf dem Oktoberfest“ aufzuräumen und betroffenen Mädchen und Frauen aktive Hilfe anzubieten. Was damals in einem Wohnwagen begann, ist mittlerweile fest auf der Theresienwiese etabliert und wurde 2010 mit dem Anita-Augspurg-Preis zur Förderung der Gleichberechtigung von Frauen ausgezeichnet.

Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen 2016

Auch bei der Wiesn 2016 wurde der männerfreie Security-Point von zahlreichen Mädchen und Frauen in Anspruch genommen. Während des 17 Tage andauernden Volksfestes haben sich 216 Besucherinnen verschiedenster Nationen an die Fachberaterinnen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen vor Ort gewandt. Die wenigsten Frauen und Mädchen waren jedoch Opfer sexueller oder anderer körperlicher Gewalt. Viele Besucherinnen wandten sich an den Security-Point, weil sie ihre Gruppe, ihr Handy und/oder ihr Portemonnaie verloren hatten und plötzlich alleine dastanden. Auch Mädchen, die unter Alkoholeinfluss standen oder sich aus anderen Gründen unwohl fühlten, konnten hier Schutz und Hilfe bekommen. „Viele Unglücke passieren auf dem Heimweg“ – so Anja Bawidamann, Sozialpädagogin bei AMYNA e.V. – „Uns ist es wichtig, dass sich Mädchen und Frauen sicher fühlen und sich z.B. nicht nachts alleine auf den Weg machen müssen. Wir probieren daher, Freunde oder Bekannten zu erreichen, die die Klientinnen bei uns oder an einem Treffpunkt abholen. Sollte dies nicht gelingen, ermöglichen wir ihnen auch eine Taxifahrt oder bringen sie persönlich nach Hause oder in ihr Hotel.“

Prävention und Sensibilisierung

Auch vor ihrem Wiesn-Besuch erhalten Frauen und Mädchen über Plakate, Flyer sowie die Webseite und sozialen Netzwerke der Aktion in bis zu zehn Sprachen nützliche Sicherheitstipps: „Wir empfehlen zum Beispiel, vor dem Wiesn-Besuch einen Treffpunkt mit Freunden auszumachen und wichtige Gegenstände (Geld, Handy, Schlüssel bzw. Hoteladresse) immer am Körper zu tragen“ – so Bawidamann.

Zusätzlich zur Werbung vor Ort gibt es auch eine Pausenhofaktion, bei der rund 5.500 Schülerinnen und Schüler im Landkreis München auf die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ aufmerksam gemacht und für das Thema „sexuelle Gewalt bei Veranstaltungen“ sensibilisiert werden.

Fazit

Fachplaner und Experte für Besuchersicherheit Olaf Jastrob, der sich bereits vor Wiesn-Beginn im Rahmen eines Expertenaustausches mit den Mitarbeiterinnen der Aktion unterhalten hat, fasst zusammen: „Durch ihre Präventionskampagimg_4621nen und den Security-Point vor Ort, trägt die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ zu einem nicht unerheblichen Teil zur Besuchersicherheit während des Münchener Oktoberfestes bei. Damit ist diese Aktion in meinen Augen ein gutes Vorbild für Betreiber und Veranstalter von Volksfesten und Großevents, denen die Sicherheit ihrer (weiblichen) Besucher am Herzen liegt!“ Sie möchten mehr Informationen zur Besuchersicherheit bei Veranstaltungen jeder Art und Größe, dann besuchen Sie uns auf www.jastrob.de!

Sicherheitsexperte Olaf Jastrob und Autorin Jana Domrose  (M.Sc. Psychologie)

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