Beiträge mit Tag ‘Arbeitssicherheit’

Deutsche Meisterschaften im Straßenradsport in Chemnitz

Veranstaltungssicherheit im Fokus

Chemnitz war vom 23.06. bis zum 25.06.2017 Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport. In fünf Disziplinen fanden die verschiedenen Titelkämpfe statt, die Rennstrecken führten hierbei zum Teil durch die Stadt Chemnitz und durch das nahe Umland. Insgesamt nahmen ca. 300 Radsportler sowie über 25.000  Besucher an der Veranstaltung teil.

Neben all dem sportlichen Eifer und Spaß stand natürlich die Sicherheit der Veranstaltung an erster Stelle. Die Herausforderung der Veranstalter und Betreiber bestand vor allem darin, die Sicherheits- und Gefährdungsaspekte dieser Veranstaltung zu bewerten, die sich aufgrund ihres sportartspezifischen Charakters nicht auf einen räumlich begrenzten oder geschützten Raum einschränken ließ.

Um die Sicherheit aller beteiligten Personen dennoch bestmöglich gewährleisten zu können, erhielt die Technische Unternehmensberatung Jastrob (www.jastrob.de) im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes für die Durchführung der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017.

Das fundierte Sicherheitskonzept – Grundlage eines sicheren Events

Herzstück der Veranstaltung waren die Hartmannstraße sowie der Richard-Hartmann-Platz im Stadtzentrum. Der dort befindliche Start-/Zielbereich sowie das Fahrerlager und die dort vorhandene technische Infrastruktur standen daher im Fokus der Betrachtungen des Sicherheitskonzeptes. Darüber hinaus wurden ausgewählte Positionen entlang der Stecken betrachtet, an denen mit einem erhöhten Besucheraufkommen zu rechnen war. Die Beurteilung der Gegebenheiten wurde durch die Ortskenntnisse der Chemnitzer Eventagentur c-events (www.c-events.eu) ergänzt.

Die Veranstaltung wurde auf der Grundlage des Sicherheitskonzeptes inklusive eines Verkehrskonzeptes und eines Sanitätskonzeptes vom zuständigen Ordnungsamt genehmigt. In der praktischen Umsetzung des Sicherheitskonzeptes wurde die Stadt Chemnitz federführend durch die Technische Unternehmensberatung Jastrob unterstützt und begleitet. Auch hierbei erfolgte eine zielorientierte Zusammenarbeit mit der Eventagentur c-events sowie des Sicherheits- und Ordnungsdienst Security-Service-Schmitt GmbH (www.security-service-schmitt.de).

Gute Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Veranstaltung

Angela Lasch, amtierende Amtsleiterin des Chemnitzer Schul- und Sportamts berichtet:

„Die Zusammenarbeit aller Mitwirkenden gestaltete sich außerordentlich konstruktiv und kooperativ. Alle Beteiligten brachten ihr Knowhow engagiert ein, sodass alle Belange bzw. Sachverhalte in einem verzahnten Modus einer Klärung zugeführt werden konnten. Das Engagement der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erfolgte auch im Bereich des Arbeitsschutzes während der Auf- und Abbauarbeiten der Infrastruktur auf einem fachlich hohen Niveau. Spontan wurden neu aufkommende Situationen nach Absprache operativ erörtert und gelöst.“

Insgesamt wurde die Veranstaltung von rund 25.000 Besuchern besucht, deeskalierende Eingriffe seitens des Sicherheits- und Ordnungsdienstes waren jedoch nicht erforderlich. Auch bei starken Besucherströmen und erforderlichen Lenkungsmaßnahmen blieben die Mitarbeiter der Security-Service-Schmitt GmbH stets bestimmt, aber zugleich ruhig und besonnen. Dies spiegelte sich letztendlich auch positiv im friedlichen Verhalten der Besucher wider.

Auch „Glück“ spielte eine Rolle

Gerade im Bezug auf das Wetter hätten sich die Veranstalter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 nicht viel bessere Bedingungen wünschen können. Olaf Jastrob, Fachplaner Besuchersicherheit und Geschäftsführer der Technischen Unternehmensberatung Jastrob erläutert:

„Bis auf den Freitag, wo es ein wenig Regen gab, hatten wir durchweg perfektes Veranstaltungswetter. Dies hat in erheblichem Maße zur Sicherheit der Veranstaltung beigetragen, denn die Räumung eines solch weitläufigen Geländes bei Sturm oder Unwetter ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Veranstalter und Sicherheitskräfte.“

Das Fazit

„Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass die Technische Unternehmensberatung Jastrob unter Einbeziehung der beiden anderen genannten Unternehmen mit sehr viel Professionalität dazu beigetragen hat, dass die Stadt Chemnitz, sich als ein würdiger Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 präsentieren konnte. Somit konnten den  aktiven Sportlern optimale Wettkampfbedingungen und den Besuchern ein unvergessliches Großsportevent geboten werden.“

– so Angela Lasch.

„Dass der Bund Deutscher Radfahrer, die Radsport-Teams und zahlreiche Mitwirkende die Deutschen Straßenradsportmeisterschaften 2017 mit mehr als 25.000 Besuchern als die beste Veranstaltung dieser Art seit vielen Jahren bewertete, beruht auch auf der guten Beratung und engagierten Mitwirkung der Technischen Unternehmensberatung Jastrob.“

Auch René Schuster, Inhaber von c-events, äußert sich positiv:

„Die Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport 2017 in Chemnitz war eine rundum gelungene Veranstaltung. Dies lag zum einem am Wetter, unter anderem aber auch an der Mitarbeit aller Beteiligten. Für mich war besonders die Zusammenarbeit mit Herrn Jastrob eine sehr angenehme und wohltuende Erfahrung. Herr Jastrob schafft es, die rahmenrechtlichen Grundlagen wie z.B. Arbeitsschutz und Veranstaltungssicherheit, stets sympathisch, aber auch durchsetzungsstark an alle Beteiligten zu kommunizieren und eben diese Grundlagen auch durchzusetzen. Natürlich helfen ihm dabei sein enormes Fachwissen und seine jahrelange Erfahrung. Die Art und Weise der Kommunikation hat mir besonders imponiert. Es war eine rundum schöne und auch stets sichere Veranstaltung, unter anderem dank der guten Zusammenarbeit!“

Mehr Informationen sowie Schulungen zu den Themen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit finden Sie auf unseren Webseiten www.jastrob.de und www.AVB-Akademie.de.

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Arbeitsschutz in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten

„Aber hier ist doch noch nie etwas passiert!“

Arbeitsschutz auf Veranstaltungen, ein Thema, mit dem sich Veranstalter oft zu wenig auseinander setzen. Meist fehlt die Erfahrung, das Geld oder einfach das Bewusstsein, um einen systematischen Arbeitsschutzprozess bei der Veranstaltungsorganisation zu implementieren. So kommt es in deutschen Veranstaltungs-und Versammlungsstätten immer wieder zu teils absurden Szenarien, bei denen sich bei jedem Veranstalter die Nackenhaare sträuben sollten, aber leider wird zu oft weggeguckt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie verständlich. Neben fehlender Arbeitsschutzexpertise oder dem fehlenden Budget, ist häufig das grundsätzliche Bewusstsein für Arbeitsschutzfragen mangelhaft. Eventmanager sind oftmals keine Sicherheitsexperten und haben daher keine detaillierten Kenntnisse über die geltenden Arbeitsschutzgesetze oder die (rechtlichen) Folgen fehlender Arbeitsschutzmaßnahmen. Das darf aber trotzdem keine Ausrede sein, denn schwere Verletzungen, Arbeitsunfähigkeit und langwierige Prozesse können gravierende Folgen für den Veranstalter und seine Mitarbeiter haben.

Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob hat, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen, intensive Nachforschungen zu dem Thema „Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten“ betrieben und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Die rechtlichen Anforderungen und die tatsächliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Maßnahmen bei Veranstaltungen gehen weit auseinander. Besonders bei Musikfestivals und Veranstaltungen mit jüngerem Zielpublikum wird Arbeitssicherheit oft vernachlässigt. Aber selbst in großen Versammlungsstätten und Messen fehlt es oft an strukturierten Arbeitsschutzprozessen. Das liegt zum einen an dem fehlenden Bewusstsein der Veranstalter, aber auch bei den Behörden bzw. dem Genehmigungsverfahren wird das Thema Arbeitsschutz oft nicht explizit behandelt. Hier wird in erster Linie auf die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung geschaut, während die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften bei der Genehmigung oft eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei sind die gesetzlichen Forderungen u.a. im Arbeitsschutzgesetz klar geregelt. Wer diese nicht beachtet und kontrolliert wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Strafrechtliche Verfahren gegen den Veranstalter sind ebenfalls möglich, wenn es zu einem Unfall kommt, der durch den Veranstalter hätte verhindert werden können. Fachplaner und Leiter für Besuchersicherheit Olaf Jastrob, der bereits seit über 20 Jahren in der Branche arbeitet, weiß wie häufig die Praxis aussieht:

 

Häufig klettern Arbeitnehmer völlig ungesichert und ohne die nötige Unterweisung in schwindelerregenden Höhen herum. Solange nichts passiert, fragt keiner nach, aber wenn es zum Unfall kommt, ist der Schock groß und keiner will verantwortlich gewesen sein. Viel effektiver ist es, bereits vorher zu kontrollieren, ob die jeweilige Person für die eingesetzte Tätigkeit geeignet ist und über die nötige Ausrüstung verfügt. Dies zu kontrollieren liegt in der Verantwortung der Führungskräfte. Kommen diese ihrer Verpflichtung nicht nach, können sie anschließend rechtlich belangt werden. Eine Gefährdungsbeurteilung kann helfen, die Mitarbeiter zu schützen und sich im Falle eines Unfalls rechtlich abzusichern.

Es ist aber nicht zu bestreiten, dass in den letzten Jahren in Sachen Veranstaltungssicherheit viel getan wurde, angefangen nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg. Besonders der Schutz vor terroristischen Angriffen ist nach den Terroranschlägen in Paris, Nizza und Berlin in den Fokus gerückt. Diese Entwicklung hin zu umfangreichen Sicherheitskonzepten ist notwendig, aber nicht ausreichend. Denn Veranstaltungssicherheit sollte auch Arbeitssicherheit, also den Schutz der Mitarbeiter vor Gefährdungen, beinhalten.

Momentan lässt sich jedoch noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit feststellen. In der Praxis enthalten längst nicht alle Sicherheitskonzepte auch explizite Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter. Meist zielen diese Konzepte auf die Gewährleistung einer sicheren Veranstaltung gemäß Versammlungsstättenverordnung ab und sollen schwerpunktmäßig die Besuchersicherheit gewährleisten. Allgemeine Maßnahmen, wie z. B. ein effektiver Brandschutz und Fluchtwege, tragen zwar zur Sicherheit der Mitarbeiter bei, aber die Gefahren, die für Mitarbeiter in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten relevant sind, sind meist andere als ein Bombenanschlag oder ein Großbrand. Das bei vergleichsweise kleinen Unfällen eine große Berichterstattung ausbleibt, liegt in der Natur der Sache. Ein schwerverletzter Mitarbeiter auf einer Veranstaltung reicht meistens nicht mal für die Lokalzeitung. Folglich bleiben auch die notwendigen Reaktionen der Behörden zur Verbesserung der Arbeitsschutzstandards auf Veranstaltungen aus.

Neben den auflagengebenden Behörden sind auch die betreuenden Sicherheitsfachplaner und Meister für Veranstaltungstechnik gefragt. Als Ansprechpartner in Sachen Sicherheit, müssen sie den Veranstalter auf die Notwendigkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen hinweisen und die Umsetzung dieser Maßnahmen in die Wege leiten und überwachen. Daher sollte man als Veranstalter bei der Beauftragung von Sicherheitsfachplanern generell darauf achten, ob diese auch den Schutz der Mitarbeiter im Blick haben.

Rechtliche Grundlagen im Arbeitsschutz

Es gibt verschiedene rechtliche Grundlagen, die für den Arbeitsschutz auf Veranstaltungen relevant sind. Alle notwendigen Gesetze zu kennen und richtig anwenden zu können, ist die Grundlage einer gelebten Arbeitsschutzkultur. Daher sollten nach Meinung der Autoren einheitliche Arbeitsschutzschulungen für Führungskräfte auf Veranstaltungen Pflicht sein. Zunächst gilt das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 § 3, welche vom Arbeitgeber fordert, alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Konkret bedeutet dies, dass er die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen analysieren und Gegenmaßnahmen treffen muss. In der DGUV Vorschrift 2 wird vorgeschrieben, in welchem Umfang befähigte Personen durch den Unternehmer zur Umsetzung dieser Maßnahmen, bestellt werden müssen. Dort werden ebenfalls die Anforderungen an die Qualifikation von Fachkräften für Arbeitssicherheit gestellt. Gemäß §8 ArbSchG sind an Arbeitsplätzen, an denen mehrere Gewerke zusammen arbeiten, alle Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten.

Die Praxis sieht aber häufig deutlich chaotischer aus und entspricht nicht den rechtlichen Vorgaben. Auf großen Veranstaltungen, z. B. Messen oder Musikfestivals, arbeiten oft viele Gewerke zusammen. Jedoch findet eine wirkliche Zusammenarbeit, im Sinne eines gemeinschaftlichen Austausches und Absprachen zur Koordinierung gemeinsamer Arbeitsabläufe, erfahrungsgemäß nur selten statt. Eine fehlende Zusammenarbeit wirkt sich auch auf den Arbeitsschutz und die Sicherheit aller Beteiligten aus. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, unter anderem Zeitdruck und Stress. Jedes Gewerk muss sicherstellen, dass es innerhalb der zeitlichen Vorgaben des Veranstalters seine Aufgaben erfüllt. Oft fehlt hierbei die Zeit, sich mit weiteren Beteiligten abzusprechen. So werden gemeinsame Verkehrswege zugestellt oder gefährliche Hindernisse nicht beseitigt. Auch hier gibt es von der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung klare Vorgaben für die Zusammenarbeit mehrerer Gewerke. Diese haben, gemäß DGUV Vorschrift 1, eine befähigte Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt und für die Vermeidung von besonderen Gefahren verantwortlich ist.

Neben dem Arbeitsschutzgesetz gelten für die Arbeitgeber unter anderem noch das Arbeitssicherheitsgesetz und die Unfallverhütungsvorschriften. Auch diese nehmen den Arbeitgeber in die Pflicht, konkrete Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter zu treffen. Doch vor Ort, z.B. beim Aufbau einer Messe, ergibt sich auch hier oft ein anderes Bild, denn der eigentliche Arbeitgeber ist dort meist nicht zu finden. Vielmehr wird die Verantwortung der Leistungserfüllung an die Projektleiter vor Ort delegiert. Was viele wissen nicht wissen: damit wird auch die Verantwortung für die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiter übertragen. Im ArbSchG §13 heißt es, dass neben dem Arbeitgeber auch die Personen verantwortlich sind, die von Arbeitgeber mit bestimmten Leitungsfunktionen betraut worden sind. Damit sind diese Führungskräfte vor Ort im Schadensfall ebenso haftbar wie der Arbeitgeber.

Für die Entwicklung, hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten, ist es entscheidend, dass die Projektleiter vor Ort für die Gefahren und Verantwortungen sensibilisiert werden. Für diese Pflichtenübertragung eignen sich z. B. Checklisten. Im Folgenden wird ein Ausschnitt aus einer solchen Checkliste gezeigt.

 Nr. Frage Antwort Erledigen bis
1 Ist eine schriftliche Pflichtenübertragung erfolgt? Ja
2 Sind Verantwortungsbereiche klar festgeschrieben? Nein 15.02.2017
3 Ist festgelegt, welcher Entscheidungen personeller Art getroffen werden dürfen? Ja
4 Regelt die Pflichtenübertragung, wer für die Erstellung von Betriebsanweisungen und Unterweisungen verantwortlich ist? Ja
5 Wurden die Verpflichteten hinsichtlich der Bedeutung ihrer Aufgabe unterwiesen? Nein 15.02.2017

 

Tabelle 1: Pflichtenübertragung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Doch nicht nur Arbeitsschutzgesetze gelten auf Veranstaltungen. Häufig ist die rechtliche Situation weitaus komplexer. Man muss zwischen dem Veranstalter bzw. dem Betreiber der Versammlungsstätte und den beauftragten Gewerken unterscheiden. Sofern die Mitarbeiter vor Ort nicht direkt als Arbeitnehmer des Veranstalters angestellt sind, gilt das Arbeitsschutzgesetz nur für die Gewerke selbst. Der Veranstalter muss der Verkehrssicherungspflicht gemäß Bundesgesetzbuch (BGB) nachkommen. Das bedeutet, dass er als Betreiber der Versammlungsstätte dafür zu sorgen hat, dass keine Gefährdungen auftreten, die zu möglichen Unfall- oder Gesundheitsschäden führen können. Gleiches gilt für ein Gewerk, das durch seine Arbeiten oder Aufbauten mögliche Gefahrenquellen schafft. Typische Beispiele sind Gegenstände, die auf den allgemeinen Verkehrswegen liegen und zu Stolpergefahren führen oder Gefahren, die von den Bauten selbst ausgehen (z. B. umfallendes Arbeitsgerüst). Das heißt, selbst wenn Mitarbeiter nicht im Sinne des Arbeitsschutzgesetztes, sondern als Selbstständige beschäftigt sind, besteht für die Verantwortlichen vor Ort die Pflicht, sämtliche Arbeitsvorgänge sicher zu gestalten. Wenn ein Unternehmer, also der Veranstalter, Fremdfirmen mit bestimmten Aufgaben betreut, muss er außerdem gemäß DGUV Vorschrift 1 einen Aufsichtsführenden mit Weisungsbefugnis, also einen Fremdfirmenkoordinator bestellen, der für die Vermeidung von Gefahren zuständig ist.

Außerdem hat der Unternehmer sicherzustellen, dass Erste Hilfe gewährleistet wird. Diese Vorschrift gilt nach Artikel 1 ebenfalls für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit im Inland ausüben, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören. Ähnliches wird durch die Baustellenverordnung gefordert. Sofern mehrere Gewerke auf einer Baustelle tätig sind, hat der Bauherr, also der hauptverantwortliche Veranstalter, einen Sicherheits-und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) zu bestellen. Dieser hat die erforderlichen Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festzulegen, zu koordinieren und ihre Einhaltung zu überprüfen. Leider gibt es in Deutschland wenige SiGeKo, die auf Versammlungs-und Veranstaltungsstätten spezialisiert sind. Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob verfügt über SiGeKo, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und bietet im Rahmen der A.V.B Akademie Schulungen zum Eventbau-Koordinator an.

Anwenderorientierte Lösungen

Mit der Frage, wie man diesen Verpflichtungen so effektiv wie möglich nachkommen kann, beschäftigt sich das Technische Sachverständigenbüro Jastrob seit knapp zwei Jahren. Man kam zu dem Ergebnis, dass es ein System sein sollte, das, abhängig von den individuellen Gegebenheiten, Tätigkeiten und Betriebsmitteln vor Ort, alle relevanten Gefährdungen ermittelt, die auftreten können und effektive Maßnahmen vorschlägt. Außerdem sollte es übersichtlich und einfach zu handhaben sein, damit es auch Projektleiter ohne Erfahrung im Arbeitsschutz einsetzen können. Aktuell wurde ein Pilotprojekt gestartet, um das System in der Praxis zu testen. Es gibt immer mehr Veranstalter und Dienstleister, die nach effektiven Lösungen zum Schutz ihrer Mitarbeiter suchen. Das bringt natürlich auch Wettbewerbsvorteile mit sich, denn Unternehmen, die in der Veranstaltungsbranche höchste Qualitätsstandards erfüllen, sind gefragt. Doch ohne die nötige Schulung und Sensibilisierung hilft auch ein solches System nicht. An erster Stelle steht daher eine Unterweisung der Anwender, um für die Verantwortung und die Gefährdungen zu sensibilisieren. Anschließend kann ein solches System aber die nötige Hilfestellung für Unternehmen sein, um einheitliche Arbeitsschutzprozesse einzuführen und umzusetzen. Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt aus einer Gefährdungsbeurteilung für den Bau von Traversen auf in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten.

Gefährdung Risiko ohne Schutzmaßnahmen Notwendige Schutzmaßnahmen Restrisiko nach Anwendung
Herabfallende Lasten bei der Arbeit mit Kettenzügen Wahrscheinlichkeit 3 1.Lastplan erstellen

2. Absperrung Gefahrenbereich

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Absturz bei Arbeit in der Höhe Wahrscheinlichkeit 3 1. Nur befähigte und unterwiesene Personen einsetzen

2. PSA gegen Absturz verwenden

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Haltearbeit / Über-Kopf-Arbeit Wahrscheinlichkeit 4 1. Regelmäßige Pausen und Wechsel der Arbeitsabläufe Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 2 Gefährlichkeit 2
Risiko 8 Risiko 4

Tabelle 2: Gefährdungsbeurteilung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Fazit

Oft wird Arbeitsschutz mit teuren technischen Maßnahmen gleichgesetzt. Dabei sind es meist einfache organisatorische Maßnahmen, mit denen man den größten Effekt erzielen kann. Neben einer strukturierten Gefährdungsbeurteilung und Schulung der Führungskräfte, sollte auf die Unterweisung der Mitarbeiter Wert gelegt werden. Außerdem sollten für bestimmte Aufgaben, z. B. Arbeiten in der Höhe oder die Bedienung von Flurförderzeugen, nur qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden. Weiterhin sollten eine ausreichende Beleuchtung und eine generelle Ordnung bei den Arbeitsplätzen sichergestellt sein. Wenn ein Arbeitsplatz schlecht beleuchtet ist und gefährliche Gegenstände herumliegen, kommt es zwangsläufig zu Gefährdungen. Auch bei der Arbeit in der Höhe, z.B. auf Arbeitsgerüsten oder Hubarbeitsbühnen, sollte immer eine gewisse Vorsicht geboten sein, denn herunterfallende Gegenstände können zu schweren Verletzungen führen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Arbeitsschutz auf Veranstaltungen noch in den Kinderschuhen steck. Dennoch zeichnet sich langsam die Entwicklung hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur ab, auch in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten. Weiterbildungsangebote von etablierten Anbietern wie z.B. TÜV Nord, TÜV Saarland, A.V.B.-Akademie, Umweltinstitut, Studieninstitut, usw., dich sich u.a. explizit an Führungskräfte richten, bilden hierfür eine wichtige Grundlage.

Autoren:

Konstantin Gohlisch, B.Sc. Safety & Security Engineering, Fachkraft für Arbeitssicherheit Olaf Jastrob, Fachplaner für Besuchersicherheit (FH) Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Bildquelle: ©Kuzma / istockphoto.com

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Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt und bei Events

Gehört diese nach den aktuellen Anschlägen der Vergangenheit an? 

Bevor ich mich zu diesem Thema äußere, möchte ich zunächst einmal den Opfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt und deren Familien, Angehörigen und Freunden mein aufrichtiges Beileid aussprechen! Auch wenn es sich hierbei ohne Zweifel um ein sehr emotionales Thema handelt, sollten wir – und insbesondere Verantwortliche aus der Veranstaltungsbranche wie Behörden, Veranstalter und Betreiber – jedoch versuchen, das aktuelle Ereignis sachlich zu bewerten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen. Man kann es nicht oft genug sagen:

Eine Kultur der Angst wird nicht zur Gewährleistung von Sicherheit auf Weihnachtsmärkten und anderen (Groß-)Veranstaltungen beitragen, ebenso wenig wie die Pauschalverurteilung von Randgruppen. Die absolute Sicherheit gibt es nicht und hat es auch in der Vergangenheit nie gegeben. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu, auch zu unserem Besuch beim Weihnachtsmarkt und unserer nächsten Silvester- oder Karnevalsfeier. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem täglichen Weg zur Arbeit umzukommen, ist, zumindest hier in Europa, immer noch um ein Vielfaches höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Dies sollten wir auch nach den aktuellen Anschlägen nicht vergessen.

Sind wir deswegen hinsichtlich der Sicherheit von Veranstaltungen machtlos? Nein! Wir können zwar nicht alles vorhersehen, aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es Sicherheitsmängel gab. Es gibt bei jeder Veranstaltung irgendwo einen Mangel, denn niemand ist perfekt. Aber nicht Angst oder Aktionismus sollten unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Die Gewährleistung der Grundsicherheit und damit der Resilienz einer Veranstaltung ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Nur mit einer soliden Grundsicherheit – und hierzu zähle ich die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit – können wir uns bestmöglich sowohl gegen interne als auch externe Gefährdungen schützen. Handlungsbedarf sehe ich bei meiner täglichen Arbeit zum Beispiel immer wieder im Bereich der Erstellung und Validierung von professionellen Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen sowie der Schulung von Mitarbeitern. Hierauf sollten Verantwortliche der Veranstaltungsbranche meiner Meinung nach speziell in der heutigen Zeit ihr Hauptaugenmerk richten.

Gerne stehe ich Behörden, Veranstaltern, Betreibern und Interessierten für Fragen rund um die
Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit zur Verfügung.

 

Ihr

Olaf Jastrob

(Sachverständiger und Fachplaner für Besuchersicherheit (FH))

 

 

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Nach Silvester 2015/16: Neue Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen

Wichtige Hinweise zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit bei Großveranstaltungen – nicht nur an Silvester.

Einlasskontrollen,  Einsatz von Reiterstaffeln und Helikoptern, erhöhte Beobachtungsposten und mobile Dienststellen der Polizei, Videoüberwachung und Lichtmasten zur Ausleuchtung dunkler Ecken sowie Frauenrückzugsräume: Diese und weitere Maßnahmen sollen Polizeiexperten aus Bund und Ländern laut WDR (Stand: 28.11.2016) in einem 60-seitigen „geheimen“ Arbeitspapier entwickelt haben, um die Besuchersicherheit auf Großveranstaltungen zu erhöhen. Auch das Kölner Sicherheitskonzept für Silvester 2016/17 wurde verschärft.

Olaf Jastrob, führender Fachplaner und Sachverständiger für Veranstaltungssicherheit, begrüßt diese Entwicklungen grundsätzlich:

„Um die Sicherheit einer Veranstaltung bestmöglich gewährleisten zu können, sollte man sich sachlich mit aktuellen Gefährdungspotenzialen auseinandersetzen und passende Maßnahmen entwickeln.“

 „Grundsicherheit“ ist das Stichwort

Zusätzlich weißt er jedoch darauf hin:

„Die Grundsicherheit und damit Resilienz einer Veranstaltung ist ein ganz entscheidender Faktor. Das heißt, dass die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit miteinander vereint und eine solide, übergeordnete Grundsicherheit geschaffen werden muss. Themen wie Evakuierung, Brandschutz, Arbeitssicherheit, technische Sicherheit, Ordnungsdienst, Security sowie Anlagen- und Betriebssicherheit sollten bei jeder Veranstaltung als Bestandteile dieser übergeordneten Sicherheit betrachtet werden. Um diese gewährleisten zu können ist es unabdingbar, geeignete Organisationsstrukturen, professionelle  Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepte zu erstellen und regelmäßig zu überprüfen.“

Das Sicherheitskonzept – Wann ist es wirklich notwendig?

Die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO, je nach Bundesland auch MVStättVO, SBauVO, o.ä.) schreibt offiziell vor, dass immer dann ein Sicherheitskonzept erstellt und ein Ordnungsdienst eingerichtet werden muss, wenn die Versammlungsstätte mehr als 5.000 Besucherplätze vorweisen kann. Zusätzlich ist die Erstellung eines Sicherheitskonzepts auch bei kleineren Veranstaltungen notwendig, sobald ein entsprechendes Gefährdungspotenzial vorliegt. Somit ist die Erforderlichkeit eines Sicherheitskonzeptes, der Einsatz eines Ordnungsdienstes oder gesonderten Räumungskonzeptes grundsätzlich zu prüfen. Die genauen Vorgaben und Geltungsbereich der VStättVO finden Verantwortliche auf der jeweiligen Landesrechtseite im Internet.

Fazit

Auch wenn eine 100%-ige Sicherheit bei Veranstaltungen nie garantiert werden kann, hilft ein professioneller Umgang mit dem Thema, Not- und Zwischenfälle zu vermeiden bzw. deren Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Erstellung bzw. Aktualisierung von Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepten ist hierfür die Grundvoraussetzung und sollte bei keiner Veranstaltungsplanung außer Acht gelassen werden.

Sie haben noch Fragen zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit? Dann kontaktieren Sie Fachplaner und Sicherheitsexperten Olaf Jastrob.

 

 

Bildquelle:©Daniel Etzold – Fotolia.com

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Nachlese Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD

Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg

Jedes Unternehmen ist für den Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Rund 60 Teilnehmer nutzten daher die Chance, sich auf der zweitägigen Fachtagung des TÜV NORD über die formalen Grundlagen des Arbeitsschutzes und aktuellen Änderungen der rechtlichen Vorgaben auszutauschen.

Die zwölf Vorträge an zwei Tagen bildeten hierbei die Grundlage für viele spannende Diskussionen, zum Beispiel zu den Fragen wie wir Arbeitsstätten sicher gestaltet können,  wie wir Risiken im Arbeitsschutz wahrnehmen, welche Haftungsfragen sich für den Arbeitgeber ergeben und wie einer Gefährdung durch psychische Belastungen entgegengewirkt werden kann.

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Event-Branche reagiert zögerlich auf Arbeitnehmerüberlassung (AÜ)

Keine Event-Produktion ist ohne die Unterstützung durch Fremdpersonal zu realisieren. Personalbeschaffung in der Event-Branche ist ein Prozess, an den sich in den letzten Jahren immer mehr Forderungen Seitens des Gesetzgebers geheftet haben. Zwei Themen sorgen derzeit für Bewegung, Scheinselbständigkeit und  gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung (AÜ). Betrachtet man beide Themen isoliert voneinander, liefern sie viel Stoff für die Verunsicherung einer ganzen Branche. Dabei übersieht man leicht, welche Chancen sich ergeben, wenn die AÜ als strategisches Moment in die Unternehmensplanung aufgenommen wird.

Unser Wirtschaftssystem unterzieht sich seit mehr als einem Jahrzehnt einem Wandel, der für viele etablierte Industriebereiche gravierende Veränderungen mit sich brachte. Dabei wurden Standards anderer Branchen auf die Eventindustrie übertragen. Verordnungen, qualifizierte Lehrberufe, Haftung und Sicherheit sind einige der Schwerpunkte, mit denen sich die Branche erfolgreich auseinander setzte. Nun hat die Branche zwei weitere Punkte auf ihrer Agenda: Die Recherche von Scheinselbständigkeit und die Regelung der Personalgestellung durch Arbeitnehmerüberlassung.

Das Problem der Scheinselbständigkeit ist durch vermehrte Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung wieder stark ins Bewusstsein des Veranstaltungsmarktes getreten. Während sich die Prüfung von Scheinselbständigkeit durch die Rentenversicherung mit der Vergangenheit eines Unternehmens beschäftigt, befasst sich die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung mit der Zukunft einer ganzen Branche. Unabhängig voneinander betrachtet stellen sich zwei einfache Fragen, deren Beantwortung mit großen Bemühungen und ebenso viel Kopfschmerz verbunden sein können. Betrifft es mein Unternehmen überhaupt? Und wie muss mein Unternehmen seinen Personalbedarf zukünftig realisieren, um möglichen Prüfungen durch die Rentenversicherung gelassen entgegen sehen zu können?

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Event-Empfehlung: Deutscher Arbeitsschutz-Kongress

Gerne möchten wir unsere Leser  auf den Deutschen Arbeitsschutz-Kongress der WEKA-Akademie vom 20.-21.09.2016 in Bad Nauheim aufmerksam machen.

Um das Thema  Arbeitssicherheit kommt heutzutage kein Unternehmen mehr herum. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung liegen daher aktuelle Problemstellungen, konkrete Handlungsanweisungen und Lösungsansätze für die betriebliche Sicherheit und Gesundheit.

Je nach persönlichen Tätigkeitsschwerpunkten können die Teilnehmer an folgenden Fachforen teilnehmen:

  1. Arbeitsschutz
  2. Betriebliches Gesundheitsmanagement
  3. Brandschutz
  4. Explosionsschutz
  5. Gefahrstoffe

Namhafte Referenten und Experten aus Industrie, Wirtschaft, Behörden und Beratung stehen für die fachliche Expertise der Veranstaltung. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner und Sachverständiger für sichere Veranstaltungen – wird dieses Jahr als Speaker mit dabei sein und einer der beiden Eröffnungsvorträge halten zu dem Thema:

 Wer trägt eigentlich die Verantwortung bei einer Veranstaltung?

  • Schutzziele in Versammlungsstätten für Personen
  • Veranstaltungsleitung, Kontrolle und Aufsicht gemäß MVStättVO und DGUV-Vorschriften
  • Verantwortung, Pflichten und Aufgaben bei einer Veranstaltung (Delegation von Verantwortung und Pflichten)
  • Basis-Organigramm gemäß Betriebsvorschriften/Betreiberpflichten der MVStättVO 2014 sowie DGUV Vorschrift 1 und 17
  • Übersicht sicherheitsrelevanter Positionen in Versammlungsstätten

Persönlich empfehlen wir die Teilnahme an dem Kongress jedem, der auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit Verantwortungen trägt.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Themen und Referenten, sowie zur Anmeldung zum Deutschen Arbeitsschutz-Kongress der WEKA-Akademie finden Sie unter http://www.deutscher-arbeitsschutz-kongress.de/.

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FACHTAGUNG BESUCHERSICHERHEIT BEI VERANSTALTUNGEN

Fachtagung des TÜV NORD am 18.10.2016 in Hamburg

Rockkonzerte und Sportveranstaltungen, Stadtfeste und Jahrmärkte, ob in einer Halle, im Stadion oder im Freien, wir alle besuchen gerne Veranstaltungen. Wir wollen Spaß haben und eine schöne Zeit erleben. Wenn es um die Sicherheit geht, vertrauen wir dem Veranstalter, den Ordnungsdiensten und den zuständigen Behörden.

Doch leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Oftmals sind Gründe dafür, fehlende oder falsche Einschätzungen bezüglich der Sicherheit. In den vergangenen Jahren hat sich die Sichtweise auf die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement von Veranstaltungen nachhaltig verändert. Es hat sich durchgesetzt, dass Gefährdungsanalysen durchgeführt und Sicherheitskonzepte geschrieben werden müssen und auch die Einbeziehung der Belange aller Beteiligten von Anfang an ist notwendiger denn je.

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