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Arbeitsschutz in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten

„Aber hier ist doch noch nie etwas passiert!“

Arbeitsschutz auf Veranstaltungen, ein Thema, mit dem sich Veranstalter oft zu wenig auseinander setzen. Meist fehlt die Erfahrung, das Geld oder einfach das Bewusstsein, um einen systematischen Arbeitsschutzprozess bei der Veranstaltungsorganisation zu implementieren. So kommt es in deutschen Veranstaltungs-und Versammlungsstätten immer wieder zu teils absurden Szenarien, bei denen sich bei jedem Veranstalter die Nackenhaare sträuben sollten, aber leider wird zu oft weggeguckt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie verständlich. Neben fehlender Arbeitsschutzexpertise oder dem fehlenden Budget, ist häufig das grundsätzliche Bewusstsein für Arbeitsschutzfragen mangelhaft. Eventmanager sind oftmals keine Sicherheitsexperten und haben daher keine detaillierten Kenntnisse über die geltenden Arbeitsschutzgesetze oder die (rechtlichen) Folgen fehlender Arbeitsschutzmaßnahmen. Das darf aber trotzdem keine Ausrede sein, denn schwere Verletzungen, Arbeitsunfähigkeit und langwierige Prozesse können gravierende Folgen für den Veranstalter und seine Mitarbeiter haben.

Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob hat, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen, intensive Nachforschungen zu dem Thema „Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten“ betrieben und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Die rechtlichen Anforderungen und die tatsächliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Maßnahmen bei Veranstaltungen gehen weit auseinander. Besonders bei Musikfestivals und Veranstaltungen mit jüngerem Zielpublikum wird Arbeitssicherheit oft vernachlässigt. Aber selbst in großen Versammlungsstätten und Messen fehlt es oft an strukturierten Arbeitsschutzprozessen. Das liegt zum einen an dem fehlenden Bewusstsein der Veranstalter, aber auch bei den Behörden bzw. dem Genehmigungsverfahren wird das Thema Arbeitsschutz oft nicht explizit behandelt. Hier wird in erster Linie auf die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung geschaut, während die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften bei der Genehmigung oft eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei sind die gesetzlichen Forderungen u.a. im Arbeitsschutzgesetz klar geregelt. Wer diese nicht beachtet und kontrolliert wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Strafrechtliche Verfahren gegen den Veranstalter sind ebenfalls möglich, wenn es zu einem Unfall kommt, der durch den Veranstalter hätte verhindert werden können. Fachplaner und Leiter für Besuchersicherheit Olaf Jastrob, der bereits seit über 20 Jahren in der Branche arbeitet, weiß wie häufig die Praxis aussieht:

 

Häufig klettern Arbeitnehmer völlig ungesichert und ohne die nötige Unterweisung in schwindelerregenden Höhen herum. Solange nichts passiert, fragt keiner nach, aber wenn es zum Unfall kommt, ist der Schock groß und keiner will verantwortlich gewesen sein. Viel effektiver ist es, bereits vorher zu kontrollieren, ob die jeweilige Person für die eingesetzte Tätigkeit geeignet ist und über die nötige Ausrüstung verfügt. Dies zu kontrollieren liegt in der Verantwortung der Führungskräfte. Kommen diese ihrer Verpflichtung nicht nach, können sie anschließend rechtlich belangt werden. Eine Gefährdungsbeurteilung kann helfen, die Mitarbeiter zu schützen und sich im Falle eines Unfalls rechtlich abzusichern.

Es ist aber nicht zu bestreiten, dass in den letzten Jahren in Sachen Veranstaltungssicherheit viel getan wurde, angefangen nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg. Besonders der Schutz vor terroristischen Angriffen ist nach den Terroranschlägen in Paris, Nizza und Berlin in den Fokus gerückt. Diese Entwicklung hin zu umfangreichen Sicherheitskonzepten ist notwendig, aber nicht ausreichend. Denn Veranstaltungssicherheit sollte auch Arbeitssicherheit, also den Schutz der Mitarbeiter vor Gefährdungen, beinhalten.

Momentan lässt sich jedoch noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit feststellen. In der Praxis enthalten längst nicht alle Sicherheitskonzepte auch explizite Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter. Meist zielen diese Konzepte auf die Gewährleistung einer sicheren Veranstaltung gemäß Versammlungsstättenverordnung ab und sollen schwerpunktmäßig die Besuchersicherheit gewährleisten. Allgemeine Maßnahmen, wie z. B. ein effektiver Brandschutz und Fluchtwege, tragen zwar zur Sicherheit der Mitarbeiter bei, aber die Gefahren, die für Mitarbeiter in Veranstaltungs- und Versammlungsstätten relevant sind, sind meist andere als ein Bombenanschlag oder ein Großbrand. Das bei vergleichsweise kleinen Unfällen eine große Berichterstattung ausbleibt, liegt in der Natur der Sache. Ein schwerverletzter Mitarbeiter auf einer Veranstaltung reicht meistens nicht mal für die Lokalzeitung. Folglich bleiben auch die notwendigen Reaktionen der Behörden zur Verbesserung der Arbeitsschutzstandards auf Veranstaltungen aus.

Neben den auflagengebenden Behörden sind auch die betreuenden Sicherheitsfachplaner und Meister für Veranstaltungstechnik gefragt. Als Ansprechpartner in Sachen Sicherheit, müssen sie den Veranstalter auf die Notwendigkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen hinweisen und die Umsetzung dieser Maßnahmen in die Wege leiten und überwachen. Daher sollte man als Veranstalter bei der Beauftragung von Sicherheitsfachplanern generell darauf achten, ob diese auch den Schutz der Mitarbeiter im Blick haben.

Rechtliche Grundlagen im Arbeitsschutz

Es gibt verschiedene rechtliche Grundlagen, die für den Arbeitsschutz auf Veranstaltungen relevant sind. Alle notwendigen Gesetze zu kennen und richtig anwenden zu können, ist die Grundlage einer gelebten Arbeitsschutzkultur. Daher sollten nach Meinung der Autoren einheitliche Arbeitsschutzschulungen für Führungskräfte auf Veranstaltungen Pflicht sein. Zunächst gilt das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 § 3, welche vom Arbeitgeber fordert, alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Konkret bedeutet dies, dass er die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen analysieren und Gegenmaßnahmen treffen muss. In der DGUV Vorschrift 2 wird vorgeschrieben, in welchem Umfang befähigte Personen durch den Unternehmer zur Umsetzung dieser Maßnahmen, bestellt werden müssen. Dort werden ebenfalls die Anforderungen an die Qualifikation von Fachkräften für Arbeitssicherheit gestellt. Gemäß §8 ArbSchG sind an Arbeitsplätzen, an denen mehrere Gewerke zusammen arbeiten, alle Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten.

Die Praxis sieht aber häufig deutlich chaotischer aus und entspricht nicht den rechtlichen Vorgaben. Auf großen Veranstaltungen, z. B. Messen oder Musikfestivals, arbeiten oft viele Gewerke zusammen. Jedoch findet eine wirkliche Zusammenarbeit, im Sinne eines gemeinschaftlichen Austausches und Absprachen zur Koordinierung gemeinsamer Arbeitsabläufe, erfahrungsgemäß nur selten statt. Eine fehlende Zusammenarbeit wirkt sich auch auf den Arbeitsschutz und die Sicherheit aller Beteiligten aus. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, unter anderem Zeitdruck und Stress. Jedes Gewerk muss sicherstellen, dass es innerhalb der zeitlichen Vorgaben des Veranstalters seine Aufgaben erfüllt. Oft fehlt hierbei die Zeit, sich mit weiteren Beteiligten abzusprechen. So werden gemeinsame Verkehrswege zugestellt oder gefährliche Hindernisse nicht beseitigt. Auch hier gibt es von der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung klare Vorgaben für die Zusammenarbeit mehrerer Gewerke. Diese haben, gemäß DGUV Vorschrift 1, eine befähigte Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt und für die Vermeidung von besonderen Gefahren verantwortlich ist.

Neben dem Arbeitsschutzgesetz gelten für die Arbeitgeber unter anderem noch das Arbeitssicherheitsgesetz und die Unfallverhütungsvorschriften. Auch diese nehmen den Arbeitgeber in die Pflicht, konkrete Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter zu treffen. Doch vor Ort, z.B. beim Aufbau einer Messe, ergibt sich auch hier oft ein anderes Bild, denn der eigentliche Arbeitgeber ist dort meist nicht zu finden. Vielmehr wird die Verantwortung der Leistungserfüllung an die Projektleiter vor Ort delegiert. Was viele wissen nicht wissen: damit wird auch die Verantwortung für die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiter übertragen. Im ArbSchG §13 heißt es, dass neben dem Arbeitgeber auch die Personen verantwortlich sind, die von Arbeitgeber mit bestimmten Leitungsfunktionen betraut worden sind. Damit sind diese Führungskräfte vor Ort im Schadensfall ebenso haftbar wie der Arbeitgeber.

Für die Entwicklung, hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten, ist es entscheidend, dass die Projektleiter vor Ort für die Gefahren und Verantwortungen sensibilisiert werden. Für diese Pflichtenübertragung eignen sich z. B. Checklisten. Im Folgenden wird ein Ausschnitt aus einer solchen Checkliste gezeigt.

 Nr. Frage Antwort Erledigen bis
1 Ist eine schriftliche Pflichtenübertragung erfolgt? Ja
2 Sind Verantwortungsbereiche klar festgeschrieben? Nein 15.02.2017
3 Ist festgelegt, welcher Entscheidungen personeller Art getroffen werden dürfen? Ja
4 Regelt die Pflichtenübertragung, wer für die Erstellung von Betriebsanweisungen und Unterweisungen verantwortlich ist? Ja
5 Wurden die Verpflichteten hinsichtlich der Bedeutung ihrer Aufgabe unterwiesen? Nein 15.02.2017

 

Tabelle 1: Pflichtenübertragung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Doch nicht nur Arbeitsschutzgesetze gelten auf Veranstaltungen. Häufig ist die rechtliche Situation weitaus komplexer. Man muss zwischen dem Veranstalter bzw. dem Betreiber der Versammlungsstätte und den beauftragten Gewerken unterscheiden. Sofern die Mitarbeiter vor Ort nicht direkt als Arbeitnehmer des Veranstalters angestellt sind, gilt das Arbeitsschutzgesetz nur für die Gewerke selbst. Der Veranstalter muss der Verkehrssicherungspflicht gemäß Bundesgesetzbuch (BGB) nachkommen. Das bedeutet, dass er als Betreiber der Versammlungsstätte dafür zu sorgen hat, dass keine Gefährdungen auftreten, die zu möglichen Unfall- oder Gesundheitsschäden führen können. Gleiches gilt für ein Gewerk, das durch seine Arbeiten oder Aufbauten mögliche Gefahrenquellen schafft. Typische Beispiele sind Gegenstände, die auf den allgemeinen Verkehrswegen liegen und zu Stolpergefahren führen oder Gefahren, die von den Bauten selbst ausgehen (z. B. umfallendes Arbeitsgerüst). Das heißt, selbst wenn Mitarbeiter nicht im Sinne des Arbeitsschutzgesetztes, sondern als Selbstständige beschäftigt sind, besteht für die Verantwortlichen vor Ort die Pflicht, sämtliche Arbeitsvorgänge sicher zu gestalten. Wenn ein Unternehmer, also der Veranstalter, Fremdfirmen mit bestimmten Aufgaben betreut, muss er außerdem gemäß DGUV Vorschrift 1 einen Aufsichtsführenden mit Weisungsbefugnis, also einen Fremdfirmenkoordinator bestellen, der für die Vermeidung von Gefahren zuständig ist.

Außerdem hat der Unternehmer sicherzustellen, dass Erste Hilfe gewährleistet wird. Diese Vorschrift gilt nach Artikel 1 ebenfalls für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit im Inland ausüben, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören. Ähnliches wird durch die Baustellenverordnung gefordert. Sofern mehrere Gewerke auf einer Baustelle tätig sind, hat der Bauherr, also der hauptverantwortliche Veranstalter, einen Sicherheits-und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) zu bestellen. Dieser hat die erforderlichen Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festzulegen, zu koordinieren und ihre Einhaltung zu überprüfen. Leider gibt es in Deutschland wenige SiGeKo, die auf Versammlungs-und Veranstaltungsstätten spezialisiert sind. Das Technische Sachverständigenbüro Jastrob verfügt über SiGeKo, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und bietet im Rahmen der A.V.B Akademie Schulungen zum Eventbau-Koordinator an.

Anwenderorientierte Lösungen

Mit der Frage, wie man diesen Verpflichtungen so effektiv wie möglich nachkommen kann, beschäftigt sich das Technische Sachverständigenbüro Jastrob seit knapp zwei Jahren. Man kam zu dem Ergebnis, dass es ein System sein sollte, das, abhängig von den individuellen Gegebenheiten, Tätigkeiten und Betriebsmitteln vor Ort, alle relevanten Gefährdungen ermittelt, die auftreten können und effektive Maßnahmen vorschlägt. Außerdem sollte es übersichtlich und einfach zu handhaben sein, damit es auch Projektleiter ohne Erfahrung im Arbeitsschutz einsetzen können. Aktuell wurde ein Pilotprojekt gestartet, um das System in der Praxis zu testen. Es gibt immer mehr Veranstalter und Dienstleister, die nach effektiven Lösungen zum Schutz ihrer Mitarbeiter suchen. Das bringt natürlich auch Wettbewerbsvorteile mit sich, denn Unternehmen, die in der Veranstaltungsbranche höchste Qualitätsstandards erfüllen, sind gefragt. Doch ohne die nötige Schulung und Sensibilisierung hilft auch ein solches System nicht. An erster Stelle steht daher eine Unterweisung der Anwender, um für die Verantwortung und die Gefährdungen zu sensibilisieren. Anschließend kann ein solches System aber die nötige Hilfestellung für Unternehmen sein, um einheitliche Arbeitsschutzprozesse einzuführen und umzusetzen. Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt aus einer Gefährdungsbeurteilung für den Bau von Traversen auf in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten.

Gefährdung Risiko ohne Schutzmaßnahmen Notwendige Schutzmaßnahmen Restrisiko nach Anwendung
Herabfallende Lasten bei der Arbeit mit Kettenzügen Wahrscheinlichkeit 3 1.Lastplan erstellen

2. Absperrung Gefahrenbereich

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Absturz bei Arbeit in der Höhe Wahrscheinlichkeit 3 1. Nur befähigte und unterwiesene Personen einsetzen

2. PSA gegen Absturz verwenden

Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 4 Gefährlichkeit 4
Risiko 12 Risiko 8
Haltearbeit / Über-Kopf-Arbeit Wahrscheinlichkeit 4 1. Regelmäßige Pausen und Wechsel der Arbeitsabläufe Wahrscheinlichkeit 2
Gefährlichkeit 2 Gefährlichkeit 2
Risiko 8 Risiko 4

Tabelle 2: Gefährdungsbeurteilung ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Fazit

Oft wird Arbeitsschutz mit teuren technischen Maßnahmen gleichgesetzt. Dabei sind es meist einfache organisatorische Maßnahmen, mit denen man den größten Effekt erzielen kann. Neben einer strukturierten Gefährdungsbeurteilung und Schulung der Führungskräfte, sollte auf die Unterweisung der Mitarbeiter Wert gelegt werden. Außerdem sollten für bestimmte Aufgaben, z. B. Arbeiten in der Höhe oder die Bedienung von Flurförderzeugen, nur qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden. Weiterhin sollten eine ausreichende Beleuchtung und eine generelle Ordnung bei den Arbeitsplätzen sichergestellt sein. Wenn ein Arbeitsplatz schlecht beleuchtet ist und gefährliche Gegenstände herumliegen, kommt es zwangsläufig zu Gefährdungen. Auch bei der Arbeit in der Höhe, z.B. auf Arbeitsgerüsten oder Hubarbeitsbühnen, sollte immer eine gewisse Vorsicht geboten sein, denn herunterfallende Gegenstände können zu schweren Verletzungen führen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Arbeitsschutz auf Veranstaltungen noch in den Kinderschuhen steck. Dennoch zeichnet sich langsam die Entwicklung hin zu einer gelebten Arbeitsschutzkultur ab, auch in Versammlungs-und Veranstaltungsstätten. Weiterbildungsangebote von etablierten Anbietern wie z.B. TÜV Nord, TÜV Saarland, A.V.B.-Akademie, Umweltinstitut, Studieninstitut, usw., dich sich u.a. explizit an Führungskräfte richten, bilden hierfür eine wichtige Grundlage.

Autoren:

Konstantin Gohlisch, B.Sc. Safety & Security Engineering, Fachkraft für Arbeitssicherheit Olaf Jastrob, Fachplaner für Besuchersicherheit (FH) Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

Bildquelle: ©Kuzma / istockphoto.com

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Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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