Beiträge mit Tag ‘Räumungskonzept’

Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt und bei Events

Gehört diese nach den aktuellen Anschlägen der Vergangenheit an? 

Bevor ich mich zu diesem Thema äußere, möchte ich zunächst einmal den Opfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt und deren Familien, Angehörigen und Freunden mein aufrichtiges Beileid aussprechen! Auch wenn es sich hierbei ohne Zweifel um ein sehr emotionales Thema handelt, sollten wir – und insbesondere Verantwortliche aus der Veranstaltungsbranche wie Behörden, Veranstalter und Betreiber – jedoch versuchen, das aktuelle Ereignis sachlich zu bewerten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen. Man kann es nicht oft genug sagen:

Eine Kultur der Angst wird nicht zur Gewährleistung von Sicherheit auf Weihnachtsmärkten und anderen (Groß-)Veranstaltungen beitragen, ebenso wenig wie die Pauschalverurteilung von Randgruppen. Die absolute Sicherheit gibt es nicht und hat es auch in der Vergangenheit nie gegeben. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu, auch zu unserem Besuch beim Weihnachtsmarkt und unserer nächsten Silvester- oder Karnevalsfeier. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem täglichen Weg zur Arbeit umzukommen, ist, zumindest hier in Europa, immer noch um ein Vielfaches höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Dies sollten wir auch nach den aktuellen Anschlägen nicht vergessen.

Sind wir deswegen hinsichtlich der Sicherheit von Veranstaltungen machtlos? Nein! Wir können zwar nicht alles vorhersehen, aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es Sicherheitsmängel gab. Es gibt bei jeder Veranstaltung irgendwo einen Mangel, denn niemand ist perfekt. Aber nicht Angst oder Aktionismus sollten unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Die Gewährleistung der Grundsicherheit und damit der Resilienz einer Veranstaltung ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Nur mit einer soliden Grundsicherheit – und hierzu zähle ich die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit – können wir uns bestmöglich sowohl gegen interne als auch externe Gefährdungen schützen. Handlungsbedarf sehe ich bei meiner täglichen Arbeit zum Beispiel immer wieder im Bereich der Erstellung und Validierung von professionellen Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen sowie der Schulung von Mitarbeitern. Hierauf sollten Verantwortliche der Veranstaltungsbranche meiner Meinung nach speziell in der heutigen Zeit ihr Hauptaugenmerk richten.

Gerne stehe ich Behörden, Veranstaltern, Betreibern und Interessierten für Fragen rund um die
Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit zur Verfügung.

 

Ihr

Olaf Jastrob

(Sachverständiger und Fachplaner für Besuchersicherheit (FH))

 

 

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Die Besuchersicherheit bei Veranstaltungen ist unerlässlich: Wie können wir sie heutzutage noch gewährleisten?

Einer der führenden Experten für Veranstaltungssicherheit und Besuchersicherheit, Herr Olaf Jastrob, beantwortet die derzeit häufigsten Fragen im Veranstaltungssektor.

Können wir heutzutage noch sichere Events erwarten?

„Die Antwort lautet „Jein“. Grundsätzlich gibt es in keinem Sektor eine 100%-ige Sicherheit und somit auch nicht in der Veranstaltungsbranche. Ein professioneller und sachlicher Umgang mit dem Thema Besuchersicherheit ist jedoch unerlässlich und der beste Lösungsansatz zur Verminderung von Risiken und Gefährdungen aller Art.“

Wie genau können wir uns vor Gefährdungen durch z.B. terroristische Attentate, Bombendrohungen, Unwetter sowie technisches oder menschliches Versagen schützen?

„Die Grundsicherheit und Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit einer Veranstaltung ist ein entscheidender Faktor. Es ist nicht ratsam, als Reaktion auf aktuelle und vergangene Ereignisse in einen wilden Aktionismus zu verfallen und dadurch die Übersicht über Gefahrenquellen und Sicherheitsmaßnahmen zu verlieren. Auch eine Kultur der Angst wird nicht zur Optimierung der Besuchersicherheit oder eben der Veranstaltungssicherheit beitragen. Die 100%-ig sichere Veranstaltung gibt es nicht. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu. Wir haben jedoch durchaus Einfluss darauf, wie viel Unsicherheit wir zulassen möchten oder wie hoch die Risiken sind, die wir tragen möchten – zumindest ungefähr.“

Wie können Lösungen konkret aussehen?

„Einer der wichtigsten Lösungsansätze liegt in der weiteren Professionalisierung der Branche. Die von mir geprägte „übergeordnete Sicherheit“ muss in all ihren Bestandteilen betrachtet werden. Das heißt, dass die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit miteinander vereint und eine solide Grundsicherheit geschaffen werden muss. Themen wie Evakuierung, Brandschutz, Arbeitssicherheit, technische Sicherheit, Ordnungsdienst, Security, Anlagen- und Betriebssicherheit müssen als Bestandteile dieser „übergeordneten Sicherheit“ betrachtet werden. Unter Berücksichtigung der individuellen Anlässe und Erfordernisse der jeweiligen Veranstaltung ist dann eine fach- und sachgerechte Gefährdungs- bzw. Risikoanalyse durchzuführen. Dies ist jedoch keine Tätigkeit für Laien. Fundierte Kenntnisse in Theorie und Praxis, auch fachübergreifend, sind dabei sehr wichtig. Daran hapert es meiner Einschätzung nach zurzeit ein wenig in Deutschland.

Oft wird die Schulung von Mitarbeitern, je nach Funktion und Notwendigkeit, noch viel zu wenig betrachtet. Mitunter werden sogar Schulungen, die vielfach gesetzlich vorgeschrieben sind, nicht durchgeführt. Leider müssen wir das tagtäglich in unseren Projekten feststellen.

Je besser es uns jedoch gelingt, allein die gesetzlich erforderlichen Punkte umzusetzen, je vorausschauender wir planen, je konkreter wir die „übergeordnete Sicherheit“ betrachten, desto besser und stabiler wird unsere Grundsicherheit werden. Denn eines ist sicher: Je besser die technische, bauliche und organisatorische Grundsicherheit, desto höher ist auch die Resilienz der jeweiligen Veranstaltung. Resilienz ist damit einer der möglichen Lösungsansätze. Die 100%-ig sichere Veranstaltung bleibt jedoch die Veranstaltung, die nicht stattfindet. Wie so oft in unserem Leben, müssen wir uns bewusst werden, dass es diese Sicherheit nicht gibt. Lassen Sie uns dennoch bewusst und verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen.“

Können wir auf alle Gefährdungen vorbereitet sein?

„Nein. Es ist nicht sinnvoll, jedes  Fahrradrennen oder jeden Marathon, jedes Feuerwerk, jede Hauptversammlung, jede Betriebsversammlung, jedes Volksfest zu 100% absichern zu wollen. Es ist nicht machbar und nicht zumutbar, dies zu erwarten.“

Sind wir dadurch im Grunde genommen hilflos?

„Nein! Wir können nicht alles vorhersehen und auch nicht alle erforderlichen Lösungen vorwegnehmen. Aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es erhebliche Mängel gab. Es gibt immer irgendwo einen Mangel. Niemand ist perfekt. Aber nicht „Angst“ oder „Aktionismus“  sollte unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Dazu gehört in erster Linie eine Analyse der eigenen Organisationsstruktur. Im Rahmen einer SWOT-Analyse o.Ä. können vorhandene Stärken festgestellt werden, aber auch Handlungsbedarf kann identifiziert werden. So fällt es leichter, Prioritäten festzulegen und entsprechende Budgets zur Verfügung zu stellen. Handlungsbedarf sehen wir z.B. im  Bereich der Erstellung und Validierung von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, in der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen (inkl. Delegation von Pflichten und Verantwortung) und der Schulung von Mitarbeitern.“

Sie haben noch Fragen? Dann kontaktieren Sie Fachplaner und Sicherheitsexperten Olaf Jastrob.

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