Beiträge mit Tag ‘Veranstaltungssicherheit’

Die Besuchersicherheit bei Veranstaltungen ist unerlässlich: Wie können wir sie heutzutage noch gewährleisten?

Einer der führenden Experten für Veranstaltungssicherheit und Besuchersicherheit, Herr Olaf Jastrob, beantwortet die derzeit häufigsten Fragen im Veranstaltungssektor.

Können wir heutzutage noch sichere Events erwarten?

„Die Antwort lautet „Jein“. Grundsätzlich gibt es in keinem Sektor eine 100%-ige Sicherheit und somit auch nicht in der Veranstaltungsbranche. Ein professioneller und sachlicher Umgang mit dem Thema Besuchersicherheit ist jedoch unerlässlich und der beste Lösungsansatz zur Verminderung von Risiken und Gefährdungen aller Art.“

Wie genau können wir uns vor Gefährdungen durch z.B. terroristische Attentate, Bombendrohungen, Unwetter sowie technisches oder menschliches Versagen schützen?

„Die Grundsicherheit und Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit einer Veranstaltung ist ein entscheidender Faktor. Es ist nicht ratsam, als Reaktion auf aktuelle und vergangene Ereignisse in einen wilden Aktionismus zu verfallen und dadurch die Übersicht über Gefahrenquellen und Sicherheitsmaßnahmen zu verlieren. Auch eine Kultur der Angst wird nicht zur Optimierung der Besuchersicherheit oder eben der Veranstaltungssicherheit beitragen. Die 100%-ig sichere Veranstaltung gibt es nicht. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu. Wir haben jedoch durchaus Einfluss darauf, wie viel Unsicherheit wir zulassen möchten oder wie hoch die Risiken sind, die wir tragen möchten – zumindest ungefähr.“

Wie können Lösungen konkret aussehen?

„Einer der wichtigsten Lösungsansätze liegt in der weiteren Professionalisierung der Branche. Die von mir geprägte „übergeordnete Sicherheit“ muss in all ihren Bestandteilen betrachtet werden. Das heißt, dass die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit miteinander vereint und eine solide Grundsicherheit geschaffen werden muss. Themen wie Evakuierung, Brandschutz, Arbeitssicherheit, technische Sicherheit, Ordnungsdienst, Security, Anlagen- und Betriebssicherheit müssen als Bestandteile dieser „übergeordneten Sicherheit“ betrachtet werden. Unter Berücksichtigung der individuellen Anlässe und Erfordernisse der jeweiligen Veranstaltung ist dann eine fach- und sachgerechte Gefährdungs- bzw. Risikoanalyse durchzuführen. Dies ist jedoch keine Tätigkeit für Laien. Fundierte Kenntnisse in Theorie und Praxis, auch fachübergreifend, sind dabei sehr wichtig. Daran hapert es meiner Einschätzung nach zurzeit ein wenig in Deutschland.

Oft wird die Schulung von Mitarbeitern, je nach Funktion und Notwendigkeit, noch viel zu wenig betrachtet. Mitunter werden sogar Schulungen, die vielfach gesetzlich vorgeschrieben sind, nicht durchgeführt. Leider müssen wir das tagtäglich in unseren Projekten feststellen.

Je besser es uns jedoch gelingt, allein die gesetzlich erforderlichen Punkte umzusetzen, je vorausschauender wir planen, je konkreter wir die „übergeordnete Sicherheit“ betrachten, desto besser und stabiler wird unsere Grundsicherheit werden. Denn eines ist sicher: Je besser die technische, bauliche und organisatorische Grundsicherheit, desto höher ist auch die Resilienz der jeweiligen Veranstaltung. Resilienz ist damit einer der möglichen Lösungsansätze. Die 100%-ig sichere Veranstaltung bleibt jedoch die Veranstaltung, die nicht stattfindet. Wie so oft in unserem Leben, müssen wir uns bewusst werden, dass es diese Sicherheit nicht gibt. Lassen Sie uns dennoch bewusst und verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen.“

Können wir auf alle Gefährdungen vorbereitet sein?

„Nein. Es ist nicht sinnvoll, jedes  Fahrradrennen oder jeden Marathon, jedes Feuerwerk, jede Hauptversammlung, jede Betriebsversammlung, jedes Volksfest zu 100% absichern zu wollen. Es ist nicht machbar und nicht zumutbar, dies zu erwarten.“

Sind wir dadurch im Grunde genommen hilflos?

„Nein! Wir können nicht alles vorhersehen und auch nicht alle erforderlichen Lösungen vorwegnehmen. Aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es erhebliche Mängel gab. Es gibt immer irgendwo einen Mangel. Niemand ist perfekt. Aber nicht „Angst“ oder „Aktionismus“  sollte unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Dazu gehört in erster Linie eine Analyse der eigenen Organisationsstruktur. Im Rahmen einer SWOT-Analyse o.Ä. können vorhandene Stärken festgestellt werden, aber auch Handlungsbedarf kann identifiziert werden. So fällt es leichter, Prioritäten festzulegen und entsprechende Budgets zur Verfügung zu stellen. Handlungsbedarf sehen wir z.B. im  Bereich der Erstellung und Validierung von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, in der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen (inkl. Delegation von Pflichten und Verantwortung) und der Schulung von Mitarbeitern.“

Sie haben noch Fragen? Dann kontaktieren Sie Fachplaner und Sicherheitsexperten Olaf Jastrob.

Firmenkontakt

Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG
Olaf Jastrob
Blumenstraße 31
52511 Geilenkirchen
Tel.: + 49 (0)2271-83763-0 | Fax: + 49 (0)2271-83763-2
E-Mail: service@jastrob.de  | Web: www.jastrob.de

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Event-Empfehlung: Fachtagung Arbeitsschutz

Gerne möchten wir unseren Lesern die Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg empfehlen.
Jedes Unternehmen trägt selbst die Verantwortung für eine Arbeitsschutzorganisation. Fehler bei der Arbeitsvorbereitung, Missachtung von Warnzeichen oder technisches Versagen sind nur einige Beispiele, die durch rechtzeitiges Handeln vermieden werden sollen. Über die vielen aktuellen Änderungen und rechtlichen Vorgaben muss zusätzlich eine speziell ausgebildete Person den Überblick behalten. Darum ist es für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit erforderlich, stets auf dem allerneuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen zu sein!

Auf der diesjährigen Arbeitsschutz Fachtagung des TÜV NORD werden die wichtigsten gesetzlichen und formalen Grundlagen dargestellt und diskutiert, welche Maßnahmen sich daraus für Sie als handelnde und verantwortliche Person ergeben.

Freuen Sie sich auch in diesem Jahr auf spannende Vorträge und kompetente Referenten, die Ihnen Rede und Antwort stehen. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit – ist mit einem Beitrag zum Thema „Die Organisationsstruktur bei Veranstaltungen unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit, Besuchersicherheit und Veranstaltungssicherheit“ mit dabei.

Weitere Themen sind:

  • Kennzahlen im Arbeitsschutz
  • Risikowahrnehmung und Umgang mit den unbekannten Auswirkung einer bekannten Gefahr
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Die Haftung des Arbeitgebers
  • Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
  • Sicherheitsdatenblätter im Arbeitsschutz – modernes Werkzeug im Gefahrstoffmanagement
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Nähere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung finden Sie auf der Website des TÜV NORD: http://www.tuev-nord.de/de/messen-veranstaltungen-1829-fachtagung-arbeitsschutz-2016-115871.htm

Die Fachtagung ist vom Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. mit 3 VDSI -Weiterbildungspunkten für Arbeitsschutz bewertet worden.

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FACHTAGUNG BESUCHERSICHERHEIT BEI VERANSTALTUNGEN

Fachtagung des TÜV NORD am 18.10.2016 in Hamburg

Rockkonzerte und Sportveranstaltungen, Stadtfeste und Jahrmärkte, ob in einer Halle, im Stadion oder im Freien, wir alle besuchen gerne Veranstaltungen. Wir wollen Spaß haben und eine schöne Zeit erleben. Wenn es um die Sicherheit geht, vertrauen wir dem Veranstalter, den Ordnungsdiensten und den zuständigen Behörden.

Doch leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Oftmals sind Gründe dafür, fehlende oder falsche Einschätzungen bezüglich der Sicherheit. In den vergangenen Jahren hat sich die Sichtweise auf die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement von Veranstaltungen nachhaltig verändert. Es hat sich durchgesetzt, dass Gefährdungsanalysen durchgeführt und Sicherheitskonzepte geschrieben werden müssen und auch die Einbeziehung der Belange aller Beteiligten von Anfang an ist notwendiger denn je.

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SEXUELLE ÜBERGRIFFE BEI EVENTS: WIE KÖNNEN VERANSTALTER REAGIEREN?

Sexuelle Übergriffe bei größeren öffentlichen Veranstaltungen sind seit den Vorfällen in Köln und anderen deutschen Städten in den Fokus gerückt. Insgesamt wurden nach der Silvesternacht allein bei der Kölner Polizei mehr als 400 Sexualdelikte angezeigt. Aber auch schon vor der Silvesternacht 2016 war das Thema sexuelle Belästigungen bei Veranstaltungen ein bekanntes Problem.

Sexuelle Übergriffe bei Großveranstaltungen

Rund ein Viertel der registrierten sexuellen Belästigungen findet laut statistischer Auswertungen im Gedränge öffentlicher Veranstaltungen statt (Welt.de, 2016). In der Regel ist hierbei der kulturelle Hintergrund der Täter divers, trotzdem wählen diese ihre Opfer in den seltensten Fällen komplett willkürlich aus. Besonders Frauen unter Alkohol- und Drogeneinfluss gelten bei Festivals, Konzerten und Partys als „leichte Beute“, da ihr natürliches Misstrauen gegenüber fremden Personen, sowie ihr Reaktions- und Koordinationsvermögen herabgesetzt sind.

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PERSONEN-EINGANGSKONTROLLEN: DER SCHLÜSSEL ZUR EVENT-SICHERHEIT?

Messer, Schlagringe, Scheren und Glasflaschen, dies alles sind Beispiele für Gegenstände, deren Mitnahme auf Veranstaltungs- bzw. Festivalgeländen normalerweise verboten ist. Bei den meisten Events werden darum heutzutage an den Eingängen Leibesvisitationen und Taschenkontrollen durchgeführt. Doch wie effektiv sind diese Kontrollen für die Gewährleistung der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit?

Probleme bei der Personen- und Taschenkontrolle

Für Personen- und Eingangskontrollen gibt es mittlerweile eine Vielzahl elektronischer Hilfsmittel wie Hand-Metalldetektoren, Durchgangsdetektoren und Röntgengeräte für Taschen, die jedoch alle auf ihre eigene Art und Weise zu überlisten sind. Dies liegt zum Teil auch an ungeschultem Personal, welches mit den Schwachstellen des jeweiligen Hilfsmittels zumeist nicht ausreichend vertraut ist. Bei verschiedenen Qualitätsaudits konnten wir damit umfangreiche Erfahrungen sammeln, nicht nur bei Festivals, sondern zum Beispiel auch bei Aktionärs-Hauptversammlungen.

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